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Feikes großer Wurf im dritten Anlauf

Der erste Turniersieger Österreichs unter freiem Himmel im Jahr 2022 kommt vom TC Enzesfeld und heiß...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 30.03.2022, 09:18 Uhr

Der erste Turniersieger Österreichs unter freiem Himmel im Jahr 2022 kommt vom TC Enzesfeld und heißt Erik Feike. Der 27jährige gewann am Dienstag Nachmittag das Endspiel des HTT Challenger-Turniers in der Südstadt gegen den 14jährigen HTT Neuling Teodor Katic nach exakt 70 Minuten Spielzeit mit 6:2, 7:5, und freute sich am Ende nach zwei verlorenen Endspielen auf der HTT Challenger Tour im dritten Anlauf über den ersten Turniersieg seiner HTT Karriere. Mit seinem 10. Saison-Einzelsieg und den 100 Punkten für den Premieren-Titel, könnte Feike in der für den späten Abend erwarteten neuesten Ausgabe der HTT Computer-Rangliste zudem auch den Sprung unter die Top 40 geschafft haben. Teodor Katic muss sich derweil mit einem stark gespielten Turnier, seiner ersten Final-Teilnahme und einer allseits positiv wahr genommenen Talentprobe an diesem ersten Outdoor-Weekend 2022 zufrieden geben. Ein Bericht von C.L

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Erik Feike gewinnt 100. Hartplatz-Turnier der HTT Geschichte

Um exakt 17:22 Uhr an diesem frühlingshaft warmen Nachmittag des 29. März 2022 stand er mit Erik Feike fest, der erste Freiluft-Turniersieger Österreichs, in der bei vielen vielen Vereinen der Alpenrepublik noch gar nicht angelaufenen Outdoor-Saison 2022. Mit einem herrlichen Pokal in Händen strahlte der 27jährige Niederösterreicher mit der Sahara-Staub durchzogenen März-Sonne in Maria Enzersdorf um die Wette. Dabei hatte der an Nummer 2 ins 24. HTT Saisonturnier gestartete Enzesfelder acht Minuten zuvor noch ganz andere Probleme. Da lag Feike bei 4:5 und eigenem Aufschlag 15:40 zurück, sah sich mit zwei Satzbällen seines Gegners und einem möglichen dritten Durchgang konfrontiert. Doch was der frischgebackene Südstadt-Challenger-Champion dann in der kritischsten Phase des finalen Schlagabtausches mit Katic aus dem Ärmel zauberte, war ganz großes Kino. Einem Service-Winner zum 30:40 lässt Feike sein erstes Ass folgen, bei Einstand zimmerte er seinem jugendlichen Gegenüber einen Smash ins Feld, um gleich darauf mit Ass Nr. 2 nicht nur den dritten Satz zu verhindern, sondern den Final-Debütanten auf der anderen Seite auch mental zu brechen. Doch alles schön der Reihe nach!

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Feike mit einem Traumstart gegen nervös wirkenden Katic

Feike spielte einen ersten Satz, wie man ihn sich als Protagonist eines Endspieles im Vorfeld kaum besser vorstellen und wünschen kann. Der 27jährige erwischte mit zwei gelungenen Breaks nach nur 10 Minuten einen Traumstart, ließ sich auch durch ein kassiertes Re-Break zum 1:3 und dem Anschluss-Game seines Gegners nicht aus der Ruhe bringen, und legte mit einer gepflegten und mehr als soliden 18:16 “Winner und Fehler-Bilanz” und einem weiteren Break zum 5:2 mit einer mehr als verdienten 1:0 Satzführung nach exakt einer halben Stunde den Grundstein für seinen ersten HTT-Turniersieg auf Challenger-Ebene. Der 27jährige agierte mutiger und aktiver als sein doch nervös wirkendes jugendliches Gegenüber, und er trotzte mit aggressiver und druckvoller Spielweise so auch den im Vergleich zum zurückliegenden Wochenende doch viel windigeren Verhältnissen.

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Vom weinerlichen Durchschnittsspieler zu fünf Weltklasse-Szenen in nur wenigen Minuten

In der Anfangsphase des zweiten Satzes zeichneten sich dann zunächste beide Akteure nicht unbedingt als “Aufschlag-Experten” aus. Vier Breaks in Serie präsentierten Feike und Katic dem Publikum, ehe der 14jährige als erster Spieler im zweiten Durchgang seinen Aufschlag zum 3:2 halten, und seinen Gegner endgültig aus der Fassung bringen konnte. Vorbei war es aus Sicht Feikes mit der Ruhe und Coolness des ersten Durchgangs. Der 27jährige verfiel in alte Muster, warf alle Tugenden über Bord, die ihn die erste halbe Stunde dieses Finales auszeichneten, und ergab sich wieder einmal in die Rolle eines weinerlichen und Fehler am Fließband produzierenden Durchschnittsspielers. Und wer weiß wie dieses Finale des 100. Hartplatzplatz-Turniers der HTT Open Era ausgegangen wäre, wenn Feike mit Katic nicht einen unerfahrenen Newcomer zu bespielen gehabt hätte, und er bei 4:5, 15:40 nicht die fünf Wahnsinns-Punkte im Weltklasse-Stil aus dem Handgelenk gezaubert hätte. Schon zuvor hatte Feike mit einem großartigen Vorhand-Winner einen von zwei Spielbällen seines Gegners zum 5:2 entschärft, und mit dem Break zum 3:4 die Wende in diesem zweiten Satz eingeleitet. im Finish fehlte Katic ganz einfach die Routine, etwas Glück – immerhin hatte der 14jährige noch einen Spielball zum 6:5 vor der Brust – und im allerletzten Game dieses Finales auch der Glaube daran, einen zielstrebig wirkenden Erik Feike noch in einen dritten Satz zwingen zu können.

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Die erste Stellungnahme des neuen Südstadt-Challenger-Champions

“Ich freue mich riesig über meinen ersten Turniersieg auf der Hobby Tennis Tour. Ich bin mit meiner heutigen Leistung im Finale sehr zufrieden. Bis auf einen kurzen Wackler im zweiten Satz, war es eine starke Vorstellung. Am Ende bin ich aber doch froh, dass ich diese Partie “sicher” in zwei Sätzen ins Ziel gebracht habe. Stolz bin ich am heutigen Tag aber vorallem auch, weil ich trotz schlechter Leistungen in der Anfangsphase dieses Turniers drangeblieben bin, und am Schluss den Titel holen konnte”, analysierte Erik Feike, der am Ende auch mit dem Südstadt-Challenger nun seinen Frieden geschlossen hat. Immerhin hatte er vor zwei Jahren in seinem ersten HTT Karriere-Finale am Centercourt des Südstadt einem gewissen Alexander Linsbichler den Vortritt lassen musste. Ende gut, Alles gut!

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