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Fieberbrunner Festspiele beim Heimturnier

Wow, was für ein Statement! Die Tiroler Hobby-Tennis-Spieler haben anlässlich ihrer Heimturniere bei...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 07.08.2021, 11:18 Uhr

Wow, was für ein Statement! Die Tiroler Hobby-Tennis-Spieler haben anlässlich ihrer Heimturniere beim HTT Generali Open 250 und beim HTT Generali Open Challenger powered by Peugeot in Going am Wilden Kaiser ihre Klasse ausgespielt, und die beiden Bewerbe hinter der mit Topstars gespickten HTT-500-Veranstaltung in überzeugender Manier dominiert. Mit vier von acht Semifinalplätzen, drei Endspielteilnahmen und zwei Turniersiegen, haben Much, Matt, Kröll & Co den seit letztem Jahr merkbaren Aufwärtstrend des Tiroler Hobbytennis-Sports eindrucksvoll fortgesetzt. Für die Konkurrenz aus dem Osten blieb nur der herrliche Blick auf die Tiroler Bergwelt. Ein Bericht von C.L

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Tiroler Hobbytennis nach Jahren der sportlichen Dürre gewaltig im Aufwind

Tirols Hobbytennisspieler haben den Sprung raus aus der Anonymität & Erfolglosigkeit geschafft, und mit einem hoch verdienten Titel-Doppelpack am vergangenen Wochenende die sportliche Bilanz der Alpen-Server beim HTT Generali Open powered by Peugeot gewaltig aufpoliert. Jahrelang wurde das Tiroler Hobbytennis von der nach Going angereisten Konkurrenz nur müde belächelt. Kein Wunder, stellten sich die Heimischen in fast einem Jahrzehnt HTT in Tirol auch nur mäßig erfolgreich an. In neun Jahren gab es einen einzigen Heimsieg, den ein gewisser Christoph Oberhammer im Challenger-Bewerb 2017 fixierte. Nimmt man mit zugedrücktem Auge auch noch den Südtiroler Vorjahreserfolg von Stefan Braun als zugereistem Neo-Goinger in die Erfolgsbilanz der Tiroler Racket-Künstler hinzu, dann lässt sich der heurige Auftritt der heimischen Hobbyspieler noch besser an. Marcel Much und Lukas Kröll haben mit ihrem 2021er-Doppelpack die bisherige Tiroler Erfolgsbilanz quasi über Nacht verdoppelt, und der aus ganz Österreich angereisten Konkurrenz das Nachsehen erteilt.

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Marcel Much gewinnt Fieberbrunner “Clubmeisterschaft” auf heimischem Sand

Besonders eindrucksvoll fiel die Macht-Demonstration der Tirol-Connection im HTT Generali Open 250 Turnier powered by Peugeot aus. Mit Marcel Much, Hannes Matt und Felix De Cillia stand die geballte Tirol-Power im Semifinale dem einsamen “Kämpfer” Bernhard Scheidl aus dem Burgenland gegenüber. Am Ende avancierte das mit 250 Siegpunkten dotierte Turnier zu einer Fieberbrunner Vereinsmeisterschaft, und das Finale zwischen Marcel Much und Hannes Matt zu einer Art Klassiker. Denn die beiden Vereinskollegen aus Fieberbrunn dominierten am Wochenende zuvor auch das letzte Quali-Turnier zum Generali Race to Kitzbühel, wo Matt im Endspiel gegen Much mit 6:2, 6:4 die Oberhand behielt. Eine Woche später sollte Much die Chance auf Revanche bekommen, und das noch dazu am heimischen Centercourt. Denn aufgrund der anhaltenden Regenfälle am Final-Weekend, erbaten sich die beiden Finalisten beim HTT Veranstalter das Recht, ihr Endspiel am Montag im heimischen Club austragen zu dürfen. Auf einem Plateau hoch über Fieberbrunn liegt der dortige Tennisclub, der im nächsten Sommer großes 60 Jahre Jubiläum feiern wird, und erst im letzten Frühjahr nach einer Neugestaltung fertig gestellt wurde. Und auf heimischem Sand lief Marcel Much dann im Endspiel gegen Hannes Matt zu großer Form auf, und vollendete seinen Erfolgsrun durch das 1.599 Single-Turnier der HTT Geschichte mit einem 7:6, 6:4 Erfolg. Mit Henk, Elsässer und De Cillia hat Much drei Tiroler auf dem Weg ins Finale ausgeschaltet, im Achtelfinale auch Klaus Klune aus Wien in drei Sätzen niedergerungen, und am Ende aus den Händen von Kult-Stadionsprecher Stefan Steinacher den riesigen Silber-Pokal in Empfang genommen.

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Hannes Matt zum dritten Mal nach 2017 und 2019 Finalverlierer im 250er-Turnier, und die Blau-Jacken der Top Players Academie reisen erstmals seit 2014 ohne Titel retour nach Wien

Der als leichter Favorit ins Endspiel gegangene Hannes Matt stand am Ende wieder mit leeren Händen da, bzw. mit einem dieser ungeliebten Silber-Teller für den zweiten Platz. Dabei hätte er es wissen müssen. Die Statistik lügt halt selten, und der Fieberbrunner steht in schönem regelmäßigen Abstand im Endspiel des Kitzbüheler HTT 250-Turniers. 2017, 2019, 2021, in allen drei Endspielen musste er sich am Ende aber auch mit der Rolle des ersten Verlierers begnügen. Auf der anderen Seite hätte Matt aber auch ohne weiteres sein drittes Endspiel verpassen können. Alleine im Semifinale gegen Bernhard Scheidl ging ein echter Tie-Break-Krimi in der Entscheidung zu seinen Gunsten aus. Matt zählt trotzdem zu den Gewinnern der 10 Tage Tennis in Going – Kitzbühel und Fieberbrunn. Anders als die junge Garde, die sich im Vorfeld anschickte, die Turniere abseits des 500er-Starauflaufs zu dominieren. Nils Mayer, Luca Kiss, Leon Baumgartner, Felix Maierhofer, Klaus Klune und wie sie alle heißen, sie waren der geballten Tiroler Routine nicht gewachsen. Die ganz großen Verlierer der Kitzbüheler Tennistage sind übrigens die Herren des TC Strebersdorf. Die Blau-Jacken der Top Players Academie von Damian Roman, die in Going und Kitzbühel mit 9 Turniersiegen erfolgsverwöhnt wie keine andere Gruppe an Tennisspielern war, musste erstmals seit der Saison 2014 die Heimreise ohne Titel und Silber-Pokal antreten. Titel Nr. 10 lag nur einmal im Bereich des Möglichen, nämlich für Jungstar Fabian Dummer, der im Challenger-Bewerb mit seiner Finalteilnahme die Ehre der Wiener rettete, und Lukas Kröll unterlag. Der Ellmauer, der schon im letzten Jahr im Finale stand, freute sich über seinen allerersten HTT-Karriere-Erfolg.

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Fieberbrunner Tennishelden lösen Boom im Pillerseetal aus – HTT & Generali Race to Kitzbühel bald auch schon in Fieberbrunn zu Gast?

Die großen Sieger aber waren die Tennishelden aus Fieberbrunn! Matt & Much haben sowas wie einen Boom im Verein ausgelöst, und für einen “Boost” in Sachen eigenem Heimturnier gesorgt. Die Pillerseetaler sind mit ihrem federführenden Obmann Markus Kogler in vorderster Front drauf und dran, die Peugeot Hobby-Tennis-Tour nach Fieberbrunn zu holen. “Wir planen für nächstes Jahr ein großes Jubiläums-Turnier in Zusammenarbeit mit der Hobby-Tennis-Tour, und wir sind auch stark daran interessiert, eine Station beim Generali Race to Kitzbühel zu werden”, so der Fieberbrunner Obmann. Die Vorzeichen auf weitere Tiroler Tennisfeste in den kommenden Jahren stehen also ausgezeichnet.

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