Filip Misolic im tennisnet-Interview: „Das stehe ich durch“

Filip Misolic ist nun schon zwei Monate lang mit einer Fußverletzung außer Gefecht gesetzt. Dabei startete der Grazer vor knapp einem Jahr so richtig durch. Im Interview mit tennisnet zeigt sich Misolic vorsichtig optimistisch. 

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 22.04.2026, 06:41 Uhr

Filip Misolic im vergangenen Herbst im österreichischen Nationaltrikot
© GEPA Pictures
Filip Misolic im vergangenen Herbst im österreichischen Nationaltrikot

Tennisnet: Herr Misolic. Zunächst das Wichtigste: Wie geht es Ihnen aktuell? 

Filip Misolic: Grundsätzlich geht es mir gut. Besser jedenfalls als am Anfang der Verletzung. Ich kann schon normal gehen. Bin ab und zu auf dem Platz. Kann mich allerdings noch nicht viel bewegen. Aber zumindest tut sich etwas, also geht es mir schon viel besser.  

Tennisnet: Was genau ist das Problem? 

Misolic: Ich habe eine Teilruptur der Plantarfaszie, also an der Fußsohle, gehabt. Es ist nichts Schlimmes, aber es braucht seine Zeit - die leider nicht kurz ist. 

Tennisnet: Wie ist es dazu gekommen? 

Misolic: Ich bin zu meinem Stoppball hingelaufen und gleich beim ersten Schritt habe ich gespürt, dass da irgendwas im Fuß passiert ist. Seitdem konnte ich den Fuß nicht mehr belasten. Natürlich bin ich sofort am nächsten Tag zum Arzt gegangen, habe eine Magnetresonanz gemacht, und da wussten wir schon, um was es geht.  

Misolic: “Schaue, dass mein Tag genügend Programmpunkte hat”

Tennisnet: Wie lange ist die Verletzung her? Wie lange sind Sie noch außer Gefecht? 

Misolic: Passiert ist die Verletzung vor zwei Monaten. Und ich glaube, bevor ich am Platz bin, so dass ich normal trainieren kann, wird es vielleicht noch einen Monat dauern. 

Tennisnet: Was können Sie aktuell schon wieder machen? 

Misolic: Die letzten vier, fünf Wochen bin ich wirklich fast jeden Tag im Fitnessstudio und gehe spazieren und versuche alles zu machen, dass mein Tag genug Programmpunkte hat und dass es mir nicht langweilig ist.  

Tennisnet: Die körperliche Seite ist das eine - wie sieht es mental aus?

Misolic: Ich muss schon sagen, am Anfang war es ziemlich schwer. Da ging es mir wirklich nicht gut, aber mittlerweile habe ich die Situation besser realisiert und versuche einfach das Beste daraus zu machen. Es gibt immer noch Momente, die nicht ganz gut sind, aber das stehe ich durch. Die Familie und meine Freunde stehen hinter mir. Das macht es etwas einfacher, aber ich hoffe, dass es nicht so lange dauert. 

Tennisnet: Wo werden Sie für Ihr Comeback arbeiten? 

Misolic: Ich werde auf jeden Fall in Kroatien anfangen. Wo ich danach trainieren werde, wenn ich ein bisschen besser in Form bin, weiß ich noch nicht ganz, weil zurzeit habe ich keinen Trainer. Deswegen bin ich noch auf der Suche und weiß nicht, wo das Training stattfinden wird. 

“Live-Matches schaue ich fast gar nicht”

Tennisnet: Sie sind auf Trainersuche? Was muss ein potenzieller Coach mitbringen? 

Misolic: Ich würde schon sagen, dass 30 bis 35 Wochen als Touring-Coach schon gut wären. Und ja, er sollte natürlich ein absoluter Fachmann sein. 

Tennisnet: Haben Sie in den letzten Monaten viel von der ATP-Tour mitbekommen? 

Misolic: Eigentlich nicht. Ich verfolge ein bisschen die Ergebnisse, aber Live-Matches schaue ich fast gar nicht. 

Tennisnet: Je nachdem, wann Sie ein Comeback geben, käme ja auch das Protected Ranking ins Spiel. Wie sieht es damit aus? 

Misolic: Für ein Protected Ranking habe ich mich noch nicht angemeldet, weil man braucht erst sechs Monate, in denen man nicht spielen kann, um das zu bekommen. Wir haben gesagt, wir schauen das mal an, wie das jetzt im nächsten Monat sein wird. Für das Protected kann man sich auch noch im fünften Monat anmelden. 

Tennisnet: Kann man davon ausgehen, dass Sie Ihr Comeback zunächst einmal auf Sand angehen werden? 

Misolic: Ich glaube ziemlich sicher, dass ich mit Sand beginnen werde. Es ist ja auch noch die Frage, ob ich vielleicht, auch wenn ich in die Qualifikation für die US Open springen könnte, diese vielleicht überspringe und auf Sand weiterspiele. Weil ich finde, sagen zumindest die Physiotherapeuten, dass es für den Fuß angenehmer ist, wenn man vielleicht die erste Zeit auf Sand spielt. 

Tennisnet: Aus finanzieller Sicht gibt es von der ATP ja das „Baseline Programm“. Dieses garantiert verletzten Spielern ein fixes Jahreseinkommen, abgestuft nach Ranglisten-Platzierung. Ein Top-100-Spieler hätte da etwa Kompensationen bis zu 300.000.- US Dollar bekommen. Haben Sie sich darum schon bemüht? 

Misolic: Ich weiß, dass es dieses Programm gibt. Ins Detail bin ich aber noch nicht gegangen. Ich konzentriere mich jetzt auf die Physiotherapie und auf das Comeback. 
 

von Jens Huiber

Mittwoch
22.04.2026, 11:41 Uhr
zuletzt bearbeitet: 22.04.2026, 06:41 Uhr