Als „Guga“ Kuerten sich in die Herzen der Franzosen spielte

Gustavo Kuerten war der Liebling in Roland Garros. Am 10. Juni 2001 siegt "Guga" zum dritten Mal - und malt ein gigantisches Herz ins Ziegelmehl.

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 02.06.2016, 16:30 Uhr

390387 03: Gustavo Kuerten lies on the red clay of Roland Garros after winning the men''s final of the French Open tennis championship June 10, 2001 in Paris, France. (Photo by Alex Livesey/Allsport via Getty Images)

Gustavo Kuerten und Roland Garros - eine Liebesbeziehung pur! 1997 siegte der Brasilianer an der Porte d'Auteuil völlig überraschend und schlug auf dem Weg zum Titel unter anderem Thomas Muster, Andrei Medvedev, Yevgeny Kafelnikov und Sergi Bruguera. 2000 triumphierte er erneut - und stand 2001 im Achtelfinale kurz vor dem Aus.

Ein Herz für "Guga"

Qualifikant Michael "Mighty Mouse" Russell führte sensationell mit 2:0-Sätzen und hatte Matchball, den Kuerten in einem 26 Schläge dauernden Ballwechsel mit einem Vorhand-Winner abwehrte. Der Brasilianer siegte letztlich mit 3:6, 4:6, 7:6 (3), 6:3, 6:1 und malte im Anschluss ein großes Herz in die rote Asche, legte sich hinein und warf Küsse ins Publikum. "Vielleicht das schönste Gefühl, das ich je auf einem Tennisplatz hatte", beschrieb "Guga" seinen Sieg.

Eine Woche später, am Finalsonntag, den 10. Juni, geht's für Kuerten um Titel Nummer drei am Bois de Boulogne. Der Brasilianer, dessen größter Fan seine deutsche Oma Olga Schlösser ist, siegt mit 6:7 (2), 7:5, 6:2, 6:0 gegen Alex Corretja - und erfüllt ein Versprechen, das er seinen französischen Anhängern ein Jahr zuvor gab: Er zieht ein Shirt mit dem Worten "I (love) Roland Garros" an - wobei das "love" in Form eines Herzens ausgedrückt ist. Kuerten wiederholt zudem seine Achtelfinalegeste und malt erneut ein großes Herz ins Pariser Ziegelmehl, in das er sich hineinlegt.

In Paris war es logischerweise auch, wo Kuerten seinen Karrierabschluss feierte. Nach diversen Hüft-Operationen schlug er 2007 noch mal in seinem Lieblingsstadion gegen Paul-Henri Mathieu auf und verabschiedete sich von seinen Fans ins Frankreich in den verdienten Ruhestand.

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