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French Open - Die drei größten Überraschungs-Finalisten

Eigentlich sollten wir in diesen Tagen in die entscheidende Phase der French Open 2020 gehen. Aufgrund der bekannten Umstände müssen wir aber mit historischen Rückblicken Vorlieb nehmen. Wie etwa mit drei Männern, deren Einzug ins Endspiel einer großen Sensation gleichkam. Und die den Titel dann doch nicht geholt haben.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 02.06.2020, 11:41 Uhr

Martin Verkerk hat die French Open 2003 aufgemischt
© GEPA Pictures
Martin Verkerk hat die French Open 2003 aufgemischt

1986 - Mikael Pernfors unterliegt Ivan Lendl 3:6, 2:6, 4:6

Dass Mitte der 1980er-Jahre ein Schwede im Endspiel in Roland Garros stand, hat zum damaligen Zeitpunkt niemanden überrascht. Mats Wilander war schließlich 1982 und 1985 erfolgreich geblieben, zwischen 1978 und 1981 hatte Björn Borg vier Mal en suite den Titel am Bois de Boulogne geholt. Beide, Wilander und Borg, verfuhren dabei nach der guten, alten „Den Ball einmal öfter ins Feld spielen als der Gegner“-Methode ohne große Ansprüche, Gewinnschläge anzubringen. Mikael Pernfors legte es ein wenig anders an, vor allem mit der Vorhand.

Und so bezwang der ungesetzte Pernfors nach einem mühelosen Auftakterfolg gegen Olivier Delaitre in Runde zwei seinen an Position fünf gereihten Landsmann Stefan Edberg, panierte hernach Doppel-Spezialist Robert Seguso und hatte im Achtelfinale mit Martin Jaite nur kleinere Probleme. In der Runde der letzten Acht wartete mit Boris Becker die Nummer drei des Turniers, Pernfors gewann ebenso in vier Sätzen wie in der Vorschlussrunde gegen Henri Leconte. Im Endspiel gegen Ivan Lendl war dann allerdings nichts zu holen.

2003 - Martin Verkerk unterliegt Juan Carlos Ferrero 1:6, 3:6, 2:6

Machen wir uns nichts vor: Eigentlich war das Ende des Runs von Martin Verkerk bei den French Open 2003 für Runde zwei avisiert. Dort sollte nämlich Roger Federer warten, als Nummer fünf ins Turnier gestartet. Der Schweizer aber verlor erstaunlich sang- und klanglos gegen Luis Horna, der wiederum gegen Verkerk in fünf Durchgängen unterging. Danach gab es für den niederländischen Linkshänder keine leichten, sprich ungesetzten Gegner mehr. Aber eben auch kein Aufhalten.

Weder Vince Spadea (Nummer 29) noch Rainer Schüttler (Nummer 11) konnten Verkerk aufhalten, wie auch nicht Carlos Moya (Nummer 3) im Viertelfinale. Gegen den Spanier musste Verkerk bis in die Verlängerung des fünften Satzes, von Ermüdung dennoch keine Spur: In der Vorschlussrunde gelang Guillermo Coria nicht einmal ein Satzgewinn gegen den Überraschungsmann. Dessen Magie sich aber vor dem Treffen mit Juan Carlos Ferrero dann doch erschöpft hatte.

2005 - Mariano Puerta unterliegt Rafael Nadal 7:6 (6), 3:6, 1:6, 5:7

Die Auslosung hatte es mit Mariano Puerta zunächst nicht gut gemeint: Gleich zum Auftakt wartete mit Ivan Ljubicic die Nummer 13 des Turniers. Nach dem überraschenden Erfolg des Argentiniers hatte es die Auslosung aber dann plötzlich sehr gut mit ihm gemeint, denn es folgten zwei Qualifikanten: zunächst Kristof Vliegen aus Belgien und danach ein junger Mann namens Stan Wawrinka. Jose Ascasuso im Achtelfinale darf man auch als angenehme Aufgabe bezeichnen, danach folgten zwei Marathons für Puerta.

Zunächst gegen Landsmann Guillermo Canas, im Halbfinale dann gegen Nikolay Davydenko. Beide Matches wurden im fünften Satz entschieden, kein Wunder, dass bei Puerta die Kräfte schwanden. Im Finale gegen Rafael Nadal reichte es zwar zu einem Satzgewinn und einem kurzen Comeback im vierten Satz, am Ende fügte sich aber zusammen, was seitdem zusammengehört wie kaum eine andere Verbindung im Tennissport: Nadal und der Coupe des Mousquetaires.

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von Jens Huiber

Dienstag
02.06.2020, 12:15 Uhr
zuletzt bearbeitet: 02.06.2020, 11:41 Uhr