Julia Görges – Olympia kann warten

Deutschlands beste Doppelspielerin sieht Rio nicht als ihre letzte Medaillenchance.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 28.05.2016, 13:49 Uhr

PARIS, FRANCE - MAY 24: Julia Goerges of Germany reacts during the Women's Singles first round match against Johanna Konta of Great Britain on day three of the 2016 French Open at Roland Garros on May 24, 2016 in Paris, France. (Photo by Dennis Gro...

Hobbyspieler mit Ambitionen auf LK-Punkte sind Woche für Woche bereit, sich an den Unkosten der Veranstalter mit einem kleinen Schutzgeld zu beteiligen.Julia Görgesgeht naturgemäß den umgekehrten Weg, die deutsche Fed-Cup-Spielerin nimmt im Regelfall einen Scheck der Turnierleitung mit nach Hause. Zu sagen, dass Görges in jüngster Vergangenheit „ihr Nenngeld ausgespielt“ hat, ist dennoch nicht ganz verkehrt. Vergangene Woche in Nürnberg trieb sie das Halbfinale gegen Kiki Bertens bis in die Kurzentscheidung im dritten Satz, die Zweitrunden-Partie gegenMonica Puigin Paris wurde mit 7:5 im Dritten entschieden.

Unangenehmerweise beide Male zu Ungunsten der Neu-Regensburgerin, die Ende der vergangenen Saison ihr Umfeld neu geordnet hat: Michael Geserer, der sich auch schon um Philipp Kohschreiber gekümmert hat, übernimmt seit einem halben Jahr die Übungsleitung, als größter Erfolg steht der Finaleinzug in Auckland im Zwischenzeugnis. Die Form stimmt, die Ergebnisse in letzter Zeit nicht immer. „Gegen Puig war es ein hochklassiges Spiel, ein Riesen-Fight bis zum Ende.“ Dass am Ende nur eine gewinnen kann, mag bei Matches wie diesem tatsächlich ein Argument gegen das Regelwerk im Tennissport sein.

Stürze im Wettkampf und im Training

Julia Görges ist nicht zwingend eine Freundin der Eistonne. Nach dem Marathon gegen die 22-Jährige aus Puerto Rico hat sie sich stattdessen unter Court 1 gedehnt, nicht erreichbar für die WTA und etwaige Pressewünsche. Diese werden einen Tag später erfüllt, wieder nach einem Herzschlagfinale, diesmal mit gutem Ende für die Deutsche, auch wenn es für sie undKarolina Pliskovain Runde zwei des Doppelwettbewerbes bei 2:5 im Entscheidungssatz nicht gut ausgesehen hatte. „Ich wollte nur nicht noch einmal ein Match im Tiebreak im dritten Satz verlieren.”

Das Schicksal hat es zumindest in diesem Fall gut mit ihr gemeint. Die Jahre auf der WTA-Tour haben Görges mit einem großen Maß an Souveränität imprägniert, kleine Stolpersteine wie ein Sturz gegen Puig gehören mit zum Geschäft. „Beim Training mit Karin Knapp bin ich hier sogar in die Wand geflogen.“ Die Achillessehne hat leichten Schaden genommen, musste auch im Match gegen Puig behandelt werden.

Nächste Chance in 4 Jahren

Rio de Janeiro wird Julia Görges in diesem Sommer aller Voraussicht nach nicht bereisen, auch wenn sie im Moment die beste deutsche Doppelspielerin ist. „Mein Ziel war es, dass ich mich für das Einzel qualifiziere. Das habe ich nicht geschafft. Jetzt sollen dann auch jene Mädchen Doppel spielen, die sowieso schon dort sind.“ Mit jetzt 27 sei Rio schließlich nicht ihre letzte Chance, die Konzentration gilt ohnehin der Aufgabe vor Ort: In Runde drei warten mit Ekaterina Makarova und Elena Vesnina zwei ausgewiesene Doppel-Expertinnen.

von tennisnet.com

Samstag
28.05.2016, 13:49 Uhr