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Kein Federer, kein Nadal – Fader Vorgeschmack auf die Zukunft

Die French Open bieten einen Vorgeschmack darauf, wie die Tenniswelt bald ohne einige ihrer betagten Superstars aussehen könnte.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 31.05.2016, 09:41 Uhr

ROME, ITALY - MAY 09: Roger Federer of Switzerland speaks to Rafael Nadal of Spain ahead of a training session on Day Two of The Internazionali BNL d'Italia 2016 on May 09, 2016 in Rome, Italy. (Photo by Dennis Grombkowski/Getty Images)

Das deprimierende Wetter passt in den völlig verregneten Tagen von Paris zur Stimmung vieler Tennis-Fans. Erst kein Federer und keine Sharapova, dann plötzlich auch kein Nadal mehr. Einen „weiteren Donnerschlag“ nannte die französische Sporttageszeitung L'Equipe den Rückzug des spanischen SandplatzkönigsRafael Nadalwegen einer Handgelenkblessur. Der Schweizer Major-RekordsiegerRoger Federer(Rückenverletzung) und die wegen Meldonium-Missbrauchs vorläufig gesperrteMaria Sharapovaaus Russland waren gar nicht erst zum weltweit bedeutendsten Sandplatzturnier an die Seine angereist.

„Dann wird das wehtun – sehr weh“

Die 115. French Open bieten in fast schon brutaler Weise einen Vorgeschmack auf das anstehende Zeitalter ohne die Superstars Federer (34) oder Nadal, der am Freitag 30 Jahre alt wird. „Wenn diese beiden einmal weg sind, dann wird das wehtun - sehr weh“, sagte der Paris-Viertelfinalist Richard Gasquet. Der Weltranglisten-Zwölfte aus Frankreich fügte das an, was viele denken: „Immer nur Djokovic gegen Murray ...“ Will heißen: Hohe Qualität, ganz klar. Aber in Sachen Brillanz und Ausstrahlung eben nicht gut genug, um aus dem Schatten der „fantastischen Zwei“ herauszutreten.

Das findet auch US-Ikone John McEnroe: „Ein Djokovic hat noch nicht die Aura eines Federer oder eines Nadal. Und es ist noch ein langer Weg bis dahin“, sagte der dreimalige Wimbledonsieger. Federer (17) und sein ewiger Rivale Nadal (14), die Gesichter einer ganzen Epoche, haben zwischen 2003 und 2014 insgesamt 31 Major-Titel gewonnen. Das letzte gemeinsame Grand-Slam-Finale der beiden Fanlieblinge liegt aber bereits fünf Jahre (Roland Garros 2011) zurück. Die Nummer einsNovak Djokovic(Serbien) gegen die Nummer zweiAndy Murray(Großbritannien), das ist die Gegenwart. So wie in den letzten beiden Australian-Open-Finals.

Hoffen auf weitere Jahre mit Serena

Und die Zukunft hat längst begonnen. „Man spürt, dass die nächste Generation schon drängelt und nachrückt“, sagte der 29-jährige Djokovic. Der „NextGen“ im Welttennis gehört neben Dominic Thiem (22/Österreich), Nick Kyrgios (21/Australien) und Borna Coric (19/Kroatien) auch der deutsche Hoffnungsträger Alexander Zverev (19) an. Für Nadal ist der 1,98-m-Schlaks aus Hamburg „eine künftige Nummer eins“. Auch im Frauenfeld gibt es viele Talente. Doch in Sachen Klasse und Glamour kann niemand auch nur ansatzweise mit BranchenführerinSerena Williamsmithalten.

Doch die Zeit arbeitet gegen die 21-malige Grand-Slam-Gewinnerin: Williams wird im September 35 Jahre alt. Nicht nur Steve Simon, Vorsitzender der Spielerinnen-Organisation WTA, fürchtet sich vor dem Moment, in dem Williams dem millionenschweren Wanderzirkus den Rücken kehrt. „Ich hoffe, dass Serena, aber auch Sharapova noch zehn Jahre weiterspielen“, sagte Simon. Wohlwissend, dass das nicht passieren wird: „Deshalb müssen wir zusehen, dass wir den Boden für neue Stars bereiten“, sagte der Amerikaner. Die Zukunft hat begonnen - das spürt man auch im verregneten Paris.

von tennisnet.com

Dienstag
31.05.2016, 09:41 Uhr