Murray/Mauresmo – Unschöner Rosenkrieg oder Missverständnis?

Die Französin kritisiert das „On-Court“-Verhalten ihres Ex-Schützlings, welcher energisch widerspricht – das sei nicht der wahre Trennungsgrund.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 25.05.2016, 13:33 Uhr

during a practice session ahead of the 2016 Australian Open at Melbourne Park on January 11, 2016 in Melbourne, Australia.

Andy Murraymuss momentan auf und abseits des Tennisplatzes viel Energie aufwenden. Der Weltranglisten-Zweite stand in seiner Auftaktpartie bei den French Open kurz vor dem Aus.Nur zwei Punkte trennten Radek Stepanek in der Fünf-Satz-Schlacht von der Sensation. Und auchin der zweiten Runde musste Murray gegen den unbekannten Franzosen Mathias Bourgue erneut über fünf Sätze.Doch damit nicht genug – der zweifache Grand-Slam-Sieger hat derzeit alle Hände voll zu tun, weitere Brandherde zu löschen.

Mauresmo: „Andy ist komplex, es war verwirrend“

Für Zündstoff sorgte ein Interview von Amélie Mauresmo mit der „L’Équipe“, worin die 36-jährige Französin Zweifel an der „einvernehmlichen Trennung“ des ehemaligen Gespanns aufkommen ließ –so hatten es beide Parteien zumindest am 9. Mai kommuniziert. Die ehemalige Nummer eins der Damentour deutete an, dass die Wutausbrüche ihres Ex-Schützlings gegenüber der Spielerbox das Gefühl auslösten, „mit ihm keine Fortschritte mehr erzielen zu können.“ Offenbar sei „Andy komplex“, bemerkte Mauresmo und wurde konkret: „Auf dem Platz kann er das Gegenteil von dem sein, was er im Leben ist – das war oft verwirrend. Ich merkte schließlich, dass es schwierig wird, die Zusammenarbeit fortzuführen, obwohl ich ihm helfen wollte.“

Bereits während der Miami Open wurden Unstimmigkeiten vermutet, als Mauresmo nicht in der Spielerbox saß, sondern das Match von einem anderen Platz im Stadion verfolgte. Darauf angesprochen, sagte die ehemalige Wimbledon-Siegerin vielsagend: „Ich möchte keine Details nennen, jeder konnte sehen, was passierte.“ Andy Murray, der in Florida bereits in derdritten RundeanGrigor Dimitrovscheiterte, fluchte und pöbelte während dieser Partie in seiner typischen Manier.

Murray: „Wir trennten uns nicht wegen meines Verhaltens“

Im Anschluss an seinen Kampfsieg gegen „Oldie“Stepanekversuchte der Brite, das in Schieflage geratene Bild wieder geradezurücken: „Es ist nicht wahr, dass wir aufgrund meines Verhaltens auf dem Platz auseinandergingen.“ Die Trennung während des „Masters“ in Madrid sei alles andere als hitzig abgelaufen, erklärte Murray weiter. Mauresmo habe ihn zwar dazu aufgefordert, sein Auftreten auf dem Platz zu verbessern, das sei aber nicht ursächlich für das Ende der Arbeitsbeziehung gewesen. Der Schotte bekräftigte vehement, dass es keine Risse im Verhältnis zu seiner früheren Trainerin gibt. Ob Amélie Mauresmo diese Ansicht teilt, scheint fraglich – ihre Aussagen sprechen zumindest nicht uneingeschränkt dafür.

Von Nebenkriegsschauplätzen will sich Murray allerdings nicht aus dem Konzept bringen lassen. Die offene Trainerfrage, störe den amtierenden Einzel-Olympiasieger derzeit sowieso nicht. Mit Jamie Delgado habe er einen „entspannten und erfahrenen Typen“ an seiner Seite, wie die Online-Plattform der „BBC“ schreibt. Dass der frühere Weltranglisten-121. bald Unterstützung erhält, erscheint dennoch wahrscheinlich –eine mögliche Rückkehr von Ivan Lendl erhielt zuletzt wieder neuen Nährboden. Ganz kalt scheinen die Nebengeräusche Andy Murray dann wohl doch nicht zu lassen, wie sein holpriger Auftakt in Roland Garros zeigte.

von tennisnet.com

Mittwoch
25.05.2016, 13:33 Uhr