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French Open: Novak Djokovic: "Rafael Nadal hat ein perfektes Match gespielt"

Novak Djokovic war am gestrigen Sonntag der große Geschlagene im Endspiel der French Open. In der Pressekonferenz nach seiner Niederlage zollte der Weltranglisten-Erste Rafael Nadal Respekt. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 12.10.2020, 13:02 Uhr

Novak Djokovic zollte Rafael Nadal nach dessen Sieg im Endspiel bei den French Open Respekt
Novak Djokovic zollte Rafael Nadal nach dessen Sieg im Endspiel bei den French Open Respekt

"Ich habe Rafael Nadal noch nie so gut Tennisspielen sehen", meinte ein sichtlich beeindruckter Boris Becker Mitte des zweiten Satzes in der Kommentatorenkabine bei Eurosport. Was in den knapp eineinhalb Stunden zuvor vorgefallen war, darf gut und gerne als Machtdemonstration des Spaniers bezeichnet werden. Geschlagene 54 Minuten benötigte Novak Djokovic, immerhin die Nummer-1 der Welt und im Kalenderjahr 2020 auf herkömmlichem Wege ungeschlagen, um in diesem Endspiele am Court Philippe-Chatrier erstmals anzuschreiben, das 0:6 in Durchgang eins war zu diesem Zeitpunkt bereits unabwendbar. 

Auch nach dem 1:0 im zweiten Satz war von einer Trendwende noch nichts zu sehen. Nadal setzte sein dominantes und gleichwohl fehlerloses Spiel in beeindruckender Manier fort - und stellte mit 6:2 im zweiten Akt auf 2:0-Sätze. Ein kleines Aufbäumen war Novak Djokovic dann aber doch vergönnt, im dritten Durchgang schaffte der 17-fache Grand-Slam-Champion zumindest ein Rebreak, musste wenig später aber das neuerliche Break zum 5:6 hinnehmen und ferner mitansehen, wie Rafael Nadal unweigerlich zum 6:0, 6:2 und 7:5-Sieg ausservierte - und Minuten später zum 13. Mal die Trophäe im Stade Roland Garros gen Himmel streckte. 

Nadal mit "perfektem Match"

Das musste auch Novak Djokovic im Anschluss an das Match in der Pressekonferenz neidlos anerkennen: "Ich habe nicht viel zu sagen, außer dass ich von Rafa völlig übertrumpft wurde, vom besseren Spieler auf dem Platz. Ich meine, er hat überhaupt keinen Fehler gemacht und jeden Ball zurückbekommen, einfach taktisch großartig gespielt." Nadal habe ihn überrascht, mit dem Level, das er an den Tag legen konnte, mit dem Tennis, das er in den ersten beiden Sätzen produzierte. "Er ist phänomenal, er hat ein perfektes Match gespielt", so der Weltranglisten-Erste. 

Ein Faktor, der für Novak Djokovic im gesamten Turnierverlauf als Erfolgsgarant galt, war sein Stoppball. Ein Schlag, den Rafael Nadal im Endspiel jedoch in beeindruckender Manier entschärfen konnte, nahezu bei jedem Versuch des Serben zum Punkt kam. "Offensichtlich wollte ich damit seinen Rhythmus etwas brechen. Aber er war vorbereitet, er war da und er war bereit. Er hat heute immer den richtigen Schlag gespielt, es war einfach einer dieser Tage, wo man "Chapeau und gut gemacht" sagen muss", so der 33-Jährige im Anschluss an seine deutliche Finalniederlage. 

Bedingungen nicht wirklich Pro-Djokovic

Vor den French Open war ob des neuen Balles und der veränderten Bedingungen aufgrund der späteren Austragung im Jahr vorsichtig Novak Djokovic die Favoritenrolle zugeschoben wurden, würden diese Faktoren doch eher für den Mann aus Belgrad sprechen. Eine Annahme, die von Rafael Nadal im Endspiel wohl überdeutlich als unwahr klassifiziert wurde. "Ich dachte auch, dass die Bedingungen eher mir entgegenkommen würden, doch Rafa hat uns alle eines Besseren belehrt. Er hat einfach ein fantastisches Match gespielt, das ist alles", so Djokovic. 

Einzig und alleine taktisch könnte sich der Serbe etwas vorwerfen, er habe die Ballwechsel ab und zu etwas überhastet versucht zu beenden, habe die Bälle nicht gut aufgebaut. "Das wurde aber durch seine unfassbare Defensivleistung bedingt. Normalerweise sind diese Schläge, die ich nach zwei, drei Ballwechseln spiele, gegen neun von zehn Spielern ein Winner. Nicht aber gegen ihn, speziell nicht bei diesen Bedingungen", so der Serbe. Und so war es, wie schon zwölf Mal zuvor, Rafael Nadal, der den Titel am Bois de Bolougne mit nach Hause nehmen durfte, der seinen insgesamt 20. Grand-Slam-Titel bejubeln durfte. 

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von Michael Rothschädl

Montag
12.10.2020, 13:40 Uhr
zuletzt bearbeitet: 12.10.2020, 13:02 Uhr

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