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Novak Djokovic will sich zum „Vollkommenen“ krönen

Im French-Open-Finale zwischen Novak Djokovic und Andy Murray geht es am Sonntag um mehr als um den „Coupe des Mousquetaires“ und zwei Millionen Euro Prämie.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 04.06.2016, 10:05 Uhr

PARIS, FRANCE - JUNE 03: Novak Djokovic of Serbia celebrates during the Men's Singles semi final match against Dominic Thiem of Austria on day thirteen of the 2016 French Open at Roland Garros on June 3, 2016 in Paris, France. (Photo by Clive Bruns...

Vielleicht wird sichAndy Murrayvor dem „ganz großen Match"“ am Sonntag im Stade Roland Garros von Paris noch einmal schmunzelnd an die Worte seines Gegners erinnern. Vor gut einem Jahr hatte der glückliche BranchenführerNovak Djokovicdem damals frischverlobten Schotten bei der Siegerehrung nach dem Australian-Open-Finale zugerufen: „Andy, ich wünsche dir eine schöne Hochzeit und viele Kinder. Seitdem ich Papa bin, haben sich die Perspektiven verschoben, ich bin irgendwie lockerer.“ Rund 16 Monate später ist Murray Vater der kleinen Sophia Olivia. Und mit seinem ersten Grand-Slam-Titel als „Daddy Cool“ könnte ausgerechnet der Weltranglisten-Zweite seinem „Ratgeber“ Djokovic den Premierentriumph bei den French Open wegschnappen. „Der Sieg in Roland Garros steht bei mir am Saisonbeginn immer weit oben auf der Prioritätenliste. Das ist kein Geheimnis“, sagte der topgesetzte Serbe.

Der „Coupe des Mousquetaires“ fehlt Djokovic noch, um seine Sammlung an Major-Trophäen endlich komplettieren zu können. Der 29-Jährige wäre damit der achte Spieler, dem dieses Kunststück gelingen würde. Von den noch aktiven Profis gehören Roger Federer (Schweiz) und Rafael Nadal (Spanien) diesem illustren Kreis an. Die Australian Open hat Djokovic bislang sechsmal gewonnen, Wimbledon dreimal, die US Open zweimal - nur auf der roten Asche am Bois de Boulogne fehlte bislang das letzte Quäntchen zum vollkommenen Glück. In seinem vierten Paris-Finale nimmt „Nole“ am Sonntag (15.00 Uhr/Eurosport) einen neuen Anlauf. „Novak braucht diesen Titel - definitiv. Er hat nur eine Chance, der vielleicht größte Spieler aller Zeiten zu werden, wenn er auch in Roland Garros mal ganz oben stand“, sagte der zweimalige Turniersieger Jim Courier (USA).

Boris Becker kennt die Gefühlswelt von Djokovic

Und Djokovic spürt den Druck. „Ich will diesen Sieg. Aber es darf nicht zu einer Obsession werden“, meinte der Schützling von Boris Becker. Der Erfolgscoach selbst weiß wohl am besten, wie sich der „Djoker“ fühlt. Von den vier größten Turnieren hatte Becker das bedeutendste Sandplatzevent nie gewinnen können. Djokovic könnte zudem seinen vierten Major-Pokal in Folge holen und so seinen persönlichen „Novak-Grand-Slam“ perfekt machen. Geht es nach dem entthronten Titelverteidiger Stan Wawrinka (Schweiz), dann ist die Nummer eins auch der Favorit im Endspiel: „Novak wird sein Finale spielen. Wenn er gut drauf ist, ist er besser als jeder andere“, sagte der im Halbfinale in vier Sätzen an Murray gescheiterte Wawrinka.

23 der bisherigen 33 Duelle mit dem exakt eine Woche älteren Murray hat Djokovic gewonnen - darunter vier der bislang sechs Grand-Slam-Endspiele. Bezeichnend, dass sich beide jüngst auch in den Finals der Vorbereitungsturniere gegegenüberstanden. In Madrid siegte Djokovic, eine Woche später in Rom dann Murray. Der London-Olympiasieger könnte zum ersten britischen Paris-Triumphator seit Fred Perry 1935 aufsteigen. „Noch vor ein paar Jahren habe ich wirklich nicht erwartet, hier einmal so weit zu kommen“, verriet der einst nicht gerade sandaffine Murray und meinte: „Es wird einen großen Kampf da draußen geben.“ Sprachengenius Djokovic, der schon als Elfjähriger gegen den Schotten spielte, erwartet ein „physisches Duell“ mit „vielen Emotionen“. Die größten Gefühle würde der Serbe dann wohl zeigen, wenn er den „Coupe des Mousquetaires“ endlich in den Himmel von Paris stemmen darf.

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Samstag
04.06.2016, 10:05 Uhr