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Varvara Lepchenko steht unter Dopingverdacht

Die US-Amerikanerin soll bei den Australian Open positiv auf Meldonium getestet worden sein. Die gebürtige Usbekin schweigt zu den Vorwürfen.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 26.05.2016, 14:58 Uhr

PARIS, FRANCE - MAY 23: Varvara Lepchenko of the United States plays a forehand during the Women's Singles first round match against Ekaterina Makarova of Russia on day two of the 2016 French Open at Roland Garros on May 23, 2016 in Paris, France. ...

Nachdem Maria Sharapovas Dopingfall die Tenniswelt Anfang März erschütterte, wurde es nie ruhig um dieses Thema. Die 29-jährige Russin gestand ein, jahrelang dasHerzmittel Meldoniumgenutzt zu haben.Sharapovawurde während der Australian Open positiv auf die seit diesem Jahr verbotene Substanz getestet und muss sich seit dem 18. Mai,einer Anhörung der International Tennis Federation (ITF) stellen.

Vater Peter Lepchenko bestätigt den vermeintlichen Vorfall

Ein ähnliches Szenario könnte auchVarvara Lepchenkobevorstehen, die in Melbourne angeblich ebenfalls positiv auf Meldonium getestet wurde. Das behauptet der russische Trainer Anatoly Glebov, der sich auf Aussagen von Lepchenkos Vater Peter beruft. In einem Interview mit der Tageszeitung „Sports Express“ teilte Glebov mit, dass ihm Peter Lepchenko mündlich versicherte, dass seine Tochter bei den Australian Open ebenfalls positiv auf Meldonium getestet wurde. „Ich weiß es von seinen Lippen, aber die ITF machte es nicht öffentlich bekannt“, erklärte Glebov gegenüber dem russischen Medium. Es wird allerdings von einer relativ kleinen Menge des Herzmedikaments ausgegangen. Wofür die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA reduzierte Sperren oder sogar Freisprüche in Aussicht stellte,da noch nicht klar sei, wie lange die Substanz im Körper des/der Athleten/in nachweisbar ist.

Varvara Lepchenko, aktuelle Nummer 64 der Welt, spielte kein Turnier zwischen Doha im Februar und Rom im Mai. Daran soll sie eine hartnäckige Verletzung am rechten Knie gehindert haben, folgt man „USA Today“. Die 30-jährige US-Amerikanerin mit usbekischen Wurzeln musste sich nach ihrer Auftaktniederlage in Roland Garros gegen Ekaterina Makarova viele unangenehme Fragen zum vermeintlichen Dopingbefund gefallen lassen. „Im Moment kann ich dazu nichts sagen. Zum Match beantworte ich jede Frage, aber zu dieser Sache gebe ich keinen Kommentar ab“, sagte Lepchenko in der Pressekonferenz.

Die ITF will nicht von einem „Dopingfall Lepchenko“ sprechen

Laut eines ITF-Sprechers gibt es keinen „Dopingfall Lepchenko“, wie die New York Times berichtet: „Die Anti-Doping-Regeln erlauben es uns nicht, einen positiven Test zu bestätigen oder zu dementieren, bis eine endgültige Klärung vorliegt.“ Anders sieht es aus, wenn der Spieler/in selbst einen positiven Befund öffentlich macht – wie im Fall Sharapova, heißt es weiter. Im Tennis-Antidoping-Programm sei es bisher üblich gewesen, temporäre Sperren ohne öffentliche Dopingbestätigung auszusprechen, schreibt das Blatt und verweist auf denFall Marin Cilic.

Der Kroate verkündete 2013, dass er in Wimbledon aufgrund einer Knieverletzung nicht spielen konnte. Später wurde bekannt, dass der US-Open-Sieger von 2014 diese Verletzung nur vorschob, um einen positiven Dopingtest der Psychostimulans Nikethamid zu verschleiern. AuchRafael Nadalwurde beschuldigt, eine sogenannte „Silent Ban“ abgesessen zu haben. Die ehemalige französische SportministerinRoselyne Bachelot unterstellte dem Spanier, dass dessen siebenmonatige Auszeit zwischen 2012 und 2013 nicht an einer Knieverletzung lag, sondern in einer inoffiziellen Dopingsperre begründet war.Daraufhin reichte Nadal Ende April, ein Klagegesuch bei einem Pariser Gericht ein.

von tennisnet.com

Donnerstag
26.05.2016, 14:58 Uhr