tennisnet.comATP › Grand Slam › French Open

War's das für Roger Federer?

René Stauffer, Intimus und Biograph des „Maestros“, will den Abgesängen nicht zustimmen.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 20.05.2016, 14:40 Uhr

ROME, ITALY - MAY 11: Roger Federer of Switzerland in action against Alexander Zverev of GErmany during day four of the The Internazionali BNL d'Italia 2016 on May 11, 2016 in Rome, Italy. (Photo by Matthew Lewis/Getty Images)

Ein Grand-Slam-Turnier ohne Roger Federer– seit fast 17 Jahren unvorstellbar, nun aber doch Realität. Es war noch im „alten“ Jahrtausend, als „Mr. Konstanz“ letztmalig ein Grand-Slam-Turnier verpasste. Bei den US Open 1999 scheiterteFedererbereits in der Qualifikation, entwickelte sich ab den Australian Open 2000 aber zum Dauerbrenner bei „Majors“.Kommentiert wird die Absage des Schweizers mit humorigen Tönen. So hatMardy Fishkeine große Lust mehr auf die French Open und ruft zur Turnierabsage auf. „Gehen wir alle golfen“, lautet der Alternativvorschlag des ehemaligen Weltranglisten-Siebten aus den USA.

Doch auch die Schwarzmaler melden sich zu Wort. So mutmaßt der „Tagesanzeiger“, ob der Rückzug in Paris, ein Hinweis auf Roger Federers baldiges Karriereende sei. Befragt wurde einer der es wissen muss. Federer-Biograph René Stauffer will aber nicht in den Kanon der Pessimisten einstimmen: „Das glaube ich nicht“, sagt der Sportjournalist und wischt die negativen Gedanken beiseite: „Mit Rückenproblemen schlägt sich Federer schon seit 2003 herum, selbst auf dem Weg zu seinem ersten Wimbledon-Sieg hatte er starke Schmerzen.“ Der 34-Jährige sei es gewohnt, damit umzugehen, „die Rückenprobleme würden ihm nicht wirklich Angst machen.“ Stauffer sieht auch die Vorbereitung auf Wimbledon nicht entscheident gestört, denn Federer habe in Stuttgart und Halle genügend Gelegenheiten, sich für das Highlight der Rasensaison in Schuss zu bringen.

Federer auf dem Absprung? – „Er ist doch kein Fallschirmspringer“

Viel schlimmer wäre es, wenn die Knieverletzung vom Jahresbeginn wieder Probleme machen würde, ergänzt der Autor. Dafür gäbe es aber keinerlei Hinweise. Stauffer rechnet fest damit, dass Federer zurückkommt. „Die Wahrscheinlichkeit, dass es das war, stufe ich als sehr klein ein. […] Seine Planung geht weit ins Jahr 2017 hinein.“ Der Mann, der den 17-maligen Grand-Slam-Sieger seit 1996 intensiv begleitet, bestätigt, dass Federers Hunger und Motivation weiterhin enorm groß sind: „Ich habe keine Zweifel, dass Federer noch immer große Siege und Titel erringen kann.“ Aufgrund der zerrissenen Saison, sieht Stauffer den „Maestro“ in Wimbledon zwar nicht in der Rolle des Topfavoriten, räumt seinem Landsmann aber dennoch Chancen auf den 18. „Major“-Titel ein. Nur weil er sechs der letzten acht Turniere verpasst habe, gehe es mit dem ehemaligen Branchenprimus nicht zu Ende, macht der Biograph mit einem Augenzwinkern klar: „Den Absprung kann Federer ja nicht verpassen, da er kein Fallschirmspringer ist.“

von tennisnet.com

Freitag
20.05.2016, 14:40 Uhr