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French Open: Wie viele Menschen braucht die erfolgreiche Box?

Großes Betreuerteam oder kleinstmöglicher Stab? Wie so oft im Sport gibt es kein allgemein gültiges Erfolgsrezept.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 03.06.2026, 12:57 Uhr

Ja, bei Carlos Alcaraz herrscht in der Box permanent Betrieb
© Getty Images
Ja, bei Carlos Alcaraz herrscht in der Box permanent Betrieb

In seiner Vorschau auf die Viertelfinal-Partien bei den French Open hat Brad Gilbert einen Vergleich zwischen Joao Fonseca und Rafael Jodar angestrengt. Eine der Kernaussagen dabei war: Während Fonseca schon ein richtig gutes (und darob auch großes) Team um sich geschart hätte, müsste Jodar in dieser Hinsicht aufrüsten. Denn der junge Spanier sei schließlich nur mit seinem Vater unterwegs. 

Was tatsächlich die Ausnahme ist. Aber irgendwie auch erfrischend. Gerade wenn man etwa den Vergleich zu Moise Kouame zieht, den jungen Franzosen, der in Roland-Garros die dritte Runde erreicht hat. Da sind schon erstaunliche viele Menschen in der Box gesessen, der prominenteste davon war und ist Richard Gasquet. Nun wird nicht jeder der Unterstützer von Kouame seine zwei Cent zum sportlichen Auftritt des Teenagers auf dem Court kundgetan haben. Aber ein bisschen mehr Konzentration auf das Wesentliche wäre vielleicht auch keine schlechte Idee. 

Das “Modell Jodar” für Spieler ab Platz 100

Man nehme nur Daniil Medvedev - der sich andererseits natürlich äußerst selten auf das Wesentliche konzentriert. Meddy hat Thomas Johansson in seiner Box sitzen, manchmal kommt Ehefrau Daria dazu. Kein Physio, auch der Manager hält sich stets im Hintergrund. Bei den drei Führenden der Weltrangliste ist dagegen kaum ein Plätzchen frei: Jannik Sinner, Carlos Alcaraz und Alexander Zverev haben stets eine mehrköpfige Entourage dabei. 

Ganz besonders unterhaltsam ist bleibt die Situation bei Stefanos Tsitsipas, der sich mittlerweile den Top 100 annähert. Aus Sicht des Griechen leider von der falschen Seite. Vater Apostolos bespielt seinen Sohn ja permanent mit Informationen, die von Mutter Julia von zwei Reihen dahinter als absolut wertlos klassifiziert werden (nie war die Bekanntschaft zur griechischen Kollegin wertvoller). 

Klar ist aber auch, dass ein großer Tross ein Privileg und/oder Luxusproblem der Weltelite ist. Denn spätestens ab ATP-Platz 100 wird es eng mit den Finanzen. Und dann herrscht ganz unfreiwillig das „Modell Jodar“ vor. 


 

von Jens Huiber

Mittwoch
03.06.2026, 18:57 Uhr
zuletzt bearbeitet: 03.06.2026, 12:57 Uhr