Gilles Simon: "Tennis ist ein Sport, der dich verrückt macht"

Gilles Simon hat gut zwei Wochen nach seinem großen Abschied von der großen Bühne des Tennissports über den aktuellen Status des Sports gesprochen. Und dabei Einblicke in das Seelenleben eines Tennisprofis gegeben. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 20.11.2022, 19:09 Uhr

Gilles Simon hat nach seinem Abschied vom Tennis über den Status des Sports gesprochen
Gilles Simon hat nach seinem Abschied vom Tennis über den Status des Sports gesprochen

"Tennis ist ein Sport, der dich verrückt macht", sagt Gilles Simon gut zwei Wochen nach seinem Rücktritt. Ziemlich exakt zur selben Zeit, als Andrey Rublev, abseits des Platzes ein ruhiger, sortierter und vor allen Dingen freundlicher junger Mann, schon im ersten Satz seines Halbfinalduells mit Casper Ruud mehr als einmal den Tränen nahe scheint. Und seine Nerven aber auch gar nicht im Griff zu haben weiß. "Auf dem Platz sind wir alle verrückter als abseits des Platzes", sagt Gilles Simon. 

Der Franzose hat der Verrücktheit, wenn man so will, nun endgültig entsagt. Mit dem Heimevent von Paris-Bercy, wo der Franzose gleich zwei großartige Siege gegen Andy Murray und Taylor Fritz verbuchen konnte, hat Simon dem Leben als professioneller Spieler endgültig Adieu gesagt. Und damit beste Gelegenheit, um nun am Scheidweg aus einem neuen Blickwinkel auf den Tennissport zu schauen. Was der Routinier am Rande der ATP-Finals auch gemacht hat. 

Simon: "Tennis ist eine große Frustration" 

"Viele nette Leute machen sich auf dem Platz dumm und dämlich, weil es so viel Frust verursacht. Tennis ist körperlich, taktisch, technisch, man kann sich die Waffen aussuchen, mit denen man kämpfen will", erklärt Simon. "Tennis ist eine große Frustration, weil wir ständig versagen. Sie können das beste Spiel des Jahres haben, aber Sie werden in vielen Aspekten falsch liegen. Es ist nur eine Aneinanderreihung von kleinen Misserfolgen." 

Während dies wie eine harte Abrechnung mit jenem Sport klingt, der Simon zeit seines bisherigen Lebens tagein tagaus begleitet hat, ist freilich anzumerken, dass den Franzosen natürlich auch eine Liebe mit dem gelben Filzball verbindet. Aber eben nicht exklusiv. "Tennis ist ein schwieriger Sport, weil man oft mit seinen Schwächen konfrontiert wird und man immer lieber eine Ausrede findet, als sich seiner Schwäche zu stellen." Wobei es bei Rublev, bleiben wir beim Beispiel, oftmals so wirkt, als sei die Auseinandersetzung mit den eigenen Schwächen schon schmerzhaft genug. 

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zuletzt bearbeitet: 20.11.2022, 19:09 Uhr