Giulio Zeppieri, Flavio Cobolli, Luca Nardi: Nächste italienische Next-Gen kommt!

Sind euch die Namen Giulio Zeppieri, Flavio Cobolli und Luca Nardi geläufig? Nein - dann besser gesagt: Wohl noch nicht! Denn dieses Trio gehört zu einer weiteren vielversprechenden Garde italienischer Nachwuchsspieler, die sich kontinuierlich versucht ihren Weg in die Weltspitze zu ebnen.

von Florian Heer aus Parma
zuletzt bearbeitet: 18.06.2022, 13:18 Uhr

Giulio Zeppieri
© Florian Heer
Giulio Zeppieri

Keiner der drei Azzuri ist älter als 20 Jahre und alle sind bereits unter den Top 200 der ATP-Weltrangliste zu finden. Tendenz steigend.

Zeppieri spielte bis 2019 auf der Junioren-Tour und erreichte dort mit Platz 12 seine höchste Position im Ranking. Seine besten Ergebnisse waren das Viertelfinale bei den US Open 2018 sowie das Halbfinale bei den Australian Open in Jahr darauf. Im Doppel erreichte er bei denselben Turnieren jeweils das Halbfinale.

Challenger-Turniere als Erfolgsformel

Inzwischen ist der 20-jährige Römer auf der ATP-Challenger-Tour unterwegs und hat im Frühjahr bereits seinen ersten Titel errungen. Nicht von ungefähr ereignete sich dieser Triumph auf heimischem Geläuf in Barletta. Allein sechs Challenger-Events fanden seit Anfang dieses Jahres im oberitalienischen Forli statt. Hinzu kamen weitere Turniere in Turin, Roseto degli Abruzzi, Sanremo, Barletta, Rom und Vicenza. Zum Vergleich: in Deutschland werden in der gesamten Saison 2022 lediglich sieben dieser Veranstaltungen ausgetragen.

Die Vielzahl an hochklassigen internationalen Turnieren ist zwar nur ein, aber dafür durchaus wichtiger Baustein in der Förderung italienischer Talente.

„Wir sind alle gut befreundet und trainieren viel zusammen“, erklärt Zeppieri, der seine Stärken in einer angriffslustigen Spielweise mit einem soliden Service und einer kräftigen Vorhand sieht. Dies verriet er am Rande des in diesen Tagen stattfindenden Emilia-Romagna Tennis Cups in Montechiarugolo-Parma. Es ist nach Perugia in der vergangenen Woche bereits das zweite Turnier der ATP-Challenger-125-Kategorie, also der höchsten Turnierebene unterhalb der ATP-Tour. Die Nummer 173 der Welt hat bei beiden Turnieren mindestens das Viertelfinale erreicht. „Ich bin mit einer Wildcard ins Turnier gekommen. Diese Turnierserien sind für uns Italiener natürlich fantastisch“, so Zeppieri.

Cecchinato als Vorbild - Berrettini als Leader

Angeführt von Top-10-Star Matteo Berrettini, finden sich insgesamt 17 Herren unter den ersten 200. Lediglich neun deutsche Profis kann man in diesen Regionen der Weltrangliste finden.

„Angefangen hat alles mit Marco Cecchinato“, erzählte Berrettini im Rahmen des ATP-Turniers am Stuttgarter Weissenhof. „Als er 2018 bei den French Open unerwartet ins Halbfinale vorstieß, weckte das einen Glauben bei uns anderen italienischen Jungs, Ähnliches erreichen zu können.“

Dem letztjährigen Wimbledon-Finalisten Berrettini ist das Nacheifern bereits bestens gelungen. Und auch hier ist das ganze Potential wohl noch nicht ausgeschöpft. Weitere Jungstars wie Jannik Sinner, Lorenzo Musetti oder das anfangs erwähnte Dreigespann stehen bereits in den Startlöchern es ihm gleichzutun.

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von Florian Heer aus Parma

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18.06.2022, 13:19 Uhr
zuletzt bearbeitet: 18.06.2022, 13:18 Uhr