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Großbritannien nach Tiebreak-Krimi erster HTT Cup Sieger

Großbritannien mit Playing-Captain Adam Goodsell an der Spitze, hat sich am Mittwoch Abend die histo...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 20.01.2022, 15:18 Uhr

Großbritannien mit Playing-Captain Adam Goodsell an der Spitze, hat sich am Mittwoch Abend die historisch bedeutsame erste Auflage des Peugeot HTT Cups 2022 im UTC La Ville gesichert. Die royale Auswahl – komplettiert von Chris Cummins & William Haywood – holte mit einem 2:1 Sieg im Finale über Kroatien die 12 Nationen umfassende Team-Bewerbs-Premiere ins Vereinigte Königreich, und blieb als einzige Mannschaft des gesamten Turniers ungeschlagen. Für Kroatien endete hingegen ausgerechnet im Endspiel die Serie gewonnener Match-Tiebreaks im Doppel, womit für die enttäuschten Mannen um Josip Franjicevic nur der Silberteller für Platz 2 blieb. Ein Bericht von C.L

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Noble Briten feiern HTT Cup Titel unterkühlt

7:6, 6:7, 10:5, Großbritannien hatte gerade nach einem irre spannnenden und hoch dramatischen Doppel-Match den Peugeot HTT Cup 2022 gewonnen, doch den historischen Sieg “nur” wie eine erfüllte Vorrunden-Pflichtaufgabe zur Kenntnis genommen. Eine kurzer Abklatsch, eine geballte Faust, und das war es! Wie es eben die noble zurückhaltende britische Art ist. Kaum auszudenken, wenn der entscheidende Match-Tiebreaker an die feurigen Kroaten gegangen wäre. Josip & Co hätten wohl die Halle abgerissen! Die unterkühlten Briten jedoch, feierten den Titel auf ihre Weise, posierten mit dem Union Jack und der mächtigen Trophäe, und zeigten dem Rest der Hobby-Tennis-Welt, wer zumindest bis zum Jännner 2023 das beste Team auf der Peugeot Hobby Tennis Tour ist.

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Daramtischer Tie-Break-Krimi im entscheidenden Final-Doppel

Auch im mit großer Spannung erwarteten Finale griff das hervorragend funktionierende Konzept des HTT Veranstalters, wonach ein Team den ITN-Schnitt von 9,0 nicht unterschreiten darf. Damit waren fast durchgehend offene und spannende Länderkämpfe garantiert, die so wie auch im gestrigen Endspiel erst im Doppel einer Entscheidung zugeführt wurden. Franjicevic hatte zunächst im Duell der Kapitäne sein Team gegen Adam Goodsell mit 1:0 in Führung gebracht, ehe Cummins-Ersatz William Haywood gegen Anton Derek den zwischenzeitlichen 1:1 Ausgleich zwischen Großbritannien und Kroatien nach den Einzel-Partien fixierte. Das Doppel avancierte dann zu einem wahren Tie-Break-Krimi, der ein zweistündiges Auf & ab der Gefühle beider Teams nach sich zog. Die Briten hatten das bessere Ende im ersten Satz für sich, und im zweiten Durchgang bei 6:5 und Einstand sogar schon einen Matchball, ehe das emotional ausgeprägtere Team aus Kroatien mit 7:6 den Satzausgleich vollbrachte. Im Match-Tie-Break erwischten die als Underdogs bis ins Finale vorgestoßenen Kroaten dann aber einen Horror-Start. 1:7 lag man zurück, ehe man mit vier Punkten in Serie auf 5:7 verkürzen konnte, und dem Spiel nochmals eine Wende zu geben schien. Doch dann kam der große Auftritt von Cummins-Ersatzmann William Haywood, der einen sensationellen Vorhand-Passierball an Franjicevic vorbei zum 8:5 anbringen konnte.

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Adam Goodsell mit erstem gewonnenen Pokal seit September 2013, und Josip Franjicevic nimmt kroatische Niederlage auf seine Kappe

Zwei weitere Punkte folgten, Großbritannien schwebte fortan im HTT-Tennishimmel, während das kroatische Duo am Boden zerstört die bitterste Niederlage ihrer Karriere zu schlucken hatte. “Ich bin körperlich total erledigt, aber überglücklich, dass wir diesen Titel gewinnen konnten. Es ist was ganz besonderes unter der Flagge seiner Heimat zu spielen. Das hat diesem Turnier einen ganz besonderen Flair verliehen, strahlte Adam Goodsell, der erstmals seit September 2013 wieder einmal einer HTT Siegerehrung beiwohnen durfte, um einen Pokal als Champion entgegen zu nehmen. Traurig und bedröppelt saßen derweil die kroatischen Verlierer auf der Bank, und wohnten dem aus ihrer Sicht gruseligen Schauspiel der Siegerehrung bei. “Ich bin heute Schuld an unserer Niederlage. Ich bin mit dem gesamten Druck der auf mir lastete nicht fertig geworden”, nahm Captain Josip Franjicevic alle Schuld für die finale kroatische Enttäuschung auf sich. Das die Kroaten ausgerechnet im Endspiel ihr Erfolgskonezpt von Teamwork und Zusammenhalt nicht umsetzen konnten, zeigt, welch riesige Bedeutung dieser HTT Cup für das kroatische Duo hatte. Vorallem Josip Franjicevic ließ im Endspiel seine Führungsqualitäten der zurückliegenden Tage vermissen. Partner Anton Derek bemühte sich nach Kräften, doch er musste sich auf dem Platz völlig alleine gelassen fühlen. Führung, Halt, Zusprache und Motivation hätte er benötigt, doch von alledem kam seitens des Captains nichts zurück. Franjicevic war in seiner Gier nach dem Titel völlig mit sich alleine beschäftigt. “Es war trotzdem das geilste Turnier das wir beide jemals gespielt haben. Und wir werden nächstes Jahr wieder kommen, und uns dann den Pokal holen”, verabschiedeten sich die kroatischen Finalisten.

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