Hamburg-Sieger Andrey Rublev blieb keine Zeit zum Feiern

Andrey Rublev lautet der Sieger der diesjährigen Hamburg European Open. Vor rund 2.000 Zuschauern und unter geschlossenem Dach auf dem modernisierten Center-Court am Rothenbaum, besiegte der 22-jährige Russe den an Nummer zwei-gesetzten Griechen Stefanos Tsitsipas im Finale nach großem Kampf mit 6:4, 3:6, 7:5. Es war der insgesamt fünfte Titelgewinn für Rublev, sein erster bei einem ATP-500-Event.

von Florian Heer
zuletzt bearbeitet: 28.09.2020, 15:06 Uhr

Andrey Rublev - glücklich in Hamburg
© Florian Heer
Andrey Rublev - glücklich in Hamburg

Von Florian Heer aus Hamburg

Viel Zeit zum Feiern blieb dem jungen Mann aus Moskau im Anschluss an seinen Erfolg allerdings nicht. „Nach meiner Pressekonferenz werde ich mich sofort auf dem Weg zum Airport begeben und nach Paris fliegen“, erklärte Rublev im Rahmen seines letzten Gesprächs mit den Medienvertretern vor Ort. Mit den French Open wartet auf die Spieler das letzte Grand-Slam-Event in einer durch Corona auf den Kopf gestellten Saison.

Rublev wieder in Eile

Für Rublev war es die bereits dritte abrupte Abreise im Anschluss an einen Turniergewinn in diesem Jahr. „Nach meinem Sieg in Doha, bin ich am darauffolgenden Tag nach Adelaide geflogen. Dort bin ich noch am selben Nachmittag nach dem Titelgewinn nach Melbourne abgereist“, erzählte der Moskowiter mit einem Schmunzeln und stellte nüchtern fest: „Das ist schon okay. Es ist Teil unseres Sports.“

Tsitsipas mit Papa Apostolos in exzellenter Form

Auch Tsitsipas wäre aus Hamburg gerne mit seinem ersten ATP-500-Titel im Gepäck abgereist, verkündete während seiner Rede auf dem Platz aber im kommenden Jahr in die Hansestadt zurückkehren zu wollen.

Spielerisch kann die Nummer 6 der Weltrangliste mit dieser Woche zufrieden sein. In den Siegen über den Briten Daniel Evans, Pablo Cuevas aus Uruguay, Dusan Lajovic aus Serbien und dem Chilenen Cristian Garin überzeugte Tsitsipas mit jeweils starken Vorstellungen.

Ein wichtiger Faktor mag dabei sein Vater Apostolos gespielt haben. Dieser war nach Abwesenheit beim ATP-Masters in Rom an die Seite seines Sohnes zurückgekehrt.
„Mein Vater ist wie ein Co-Pilot für mich, er gibt mir immer die richtige Richtung vor“, erklärte ein emotionaler Tsitsipas nach seinem Halbfinalerfolg am Samstag. „In der vergangenen Woche in Italien konnte er nicht an meiner Seite sein, das erste Mal in einem Match seitdem ich zwölf Jahre alt war. Ich habe mich auf und neben dem Platz völlig verloren gefühlt.“

Veranstalter meistern Aufgabe

Auch die Veranstalter des traditionsreichen Sandplatzturniers wirkten erleichtert die herausfordernde Aufgabe mit der Durchführung eines internationalen Tennisturniers mit bis zu 2.300 Zuschauern pro Tag gestemmt zu haben. „Das Hygienekonzept ist voll aufgegangen“, so Turnierdirektorin Sandra Reichel.

„Wir alle gemeinsam haben damit gezeigt, dass es auch in dieser schweren Zeit möglich ist, große Veranstaltungen sicher durchzuführen. Mit insgesamt über 12.000 Zuschauern und 1.200 Mitarbeitern und Akkreditierten haben wird das größte Turnier vor Fans seit der Corona-Pause durchgeführt. Die gesamte Sportwelt hat deswegen besonders auf uns geschaut, einer Verantwortung, der wir uns sehr bewusst waren.“

Die Hamburg European Open werden im kommenden Jahr wieder Teil des ATP-Kalenders sein. Vom 10. bis 18. Juli 2021 sollen dann hoffentlich wieder mehr Zuschauer zum Rothenbaum strömen dürfen.

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von Florian Heer

Montag
28.09.2020, 16:45 Uhr
zuletzt bearbeitet: 28.09.2020, 15:06 Uhr