Historisches Finale: Djokovics letzte Chance auf die magische "25"?

Der unersättliche Novak Djokovic will es im Finale der Australian Open noch einmal wissen. Reichen die Kräfte gegen Carlos Alcaraz tatsächlich zum 25. Grand-Slam-Titel?

von SID
zuletzt bearbeitet: 31.01.2026, 12:12 Uhr

Novak Djokovic kann mal wieder Tennisgeschichte schreiben
© Getty Images
Novak Djokovic kann mal wieder Tennisgeschichte schreiben

An Training war bei Novak Djokovic am Tag vor dem historischen Endspiel von Melbourne nicht zu denken. Nicht nach dem Halbfinal-Wahnsinn und den Strapazen, die der 38-Jährige seinem noch immer absurd leistungsfähigen Körper abgetrotzt hatte. Kräfte sparen, den leeren Tank irgendwie füllen und bereit machen für ein letztes Aufbäumen: So lautete die Devise für Djokovic im Vorfeld des Duells mit Carlos Alcaraz am Sonntag (9.30 Uhr MEZ/Eurosport und HBO Max).

"Für mich und natürlich auch für Carlos steht jedes Mal, wenn wir spielen, Geschichte auf dem Spiel", sagte Djokovic nach seinem epischen Fünfsatzerfolg über Jannik Sinner, der ihn in sein elftes Finale bei den Australian Open katapultiert hatte. Das Match am Sonntag ist aber besonders geschichtsträchtig.

Immerhin kann der nimmersatte Serbe dann seinen 25. Grand-Slam-Titel gewinnen - und sich mit dem elften Triumph am Yarra River auch zum geschlechterübergreifenden Rekordhalter bei den Majors aufschwingen. Bisher teilt er sich die Bestmarke mit der Australierin Margaret Court. Auf der anderen Seite will Alcaraz im Alter von 22 Jahren der jüngste Spieler der Tennisgeschichte werden, der seinen Karriere-Grand-Slam vervollständigt.

Alcaraz und Djokovic mit Marathon-Matches

Diesen letzten fehlenden Titel zu holen, wäre ihm wichtiger als alles andere in diesem Jahr, stellte Alcaraz klar. "Ich werde versuchen, alles zu tun, um bereit zu sein. Jeder Schritt mehr, jede Sekunde mehr Leiden, jede Sekunde mehr Kämpfen ist es immer wert", sagte der Weltranglistenerste. Die gute Nachricht für Djokovic: Auch Alcaraz hat im Halbfinale bei seinem Fünfeinhalb-Stunden-Epos gegen Alexander Zverev mächtig gelitten - bekam Krämpfe und musste sich übergeben.

Und so könnte Djokovic dem 16 Jahre Jüngeren am Sonntag auf Augenhöhe begegnen, obwohl er der älteste Melbourne-Finalist der Geschichte ist. Einer, der sich noch immer liebend gerne an seinen Kritikern abarbeitet. "Es gibt viele Experten, die mich in den letzten Jahren mehrmals in den Ruhestand schicken wollten. Ich möchte ihnen allen danken", sagte er mit einem grimmigen Lächeln, "denn sie haben mir die Motivation gegeben, ihnen das Gegenteil zu beweisen."

Djokovic ist eben noch immer der giftige, vom Gewinnen besessene Typ früherer Jahre. Das beweist er nicht nur mit Worten, sondern auch auf dem Platz. Das "surreale" Match gegen Sinner sei sein bestes "in den letzten paar Jahren" gewesen, befand er. Jetzt fehlt nur noch ein Schritt.

Becker setzt auf Djokovic

Trotz der Qualität, die Djokovic in Melbourne zeigt: Es könnte seine letzte große Chance sein. Im vergangenen Jahr schaffte er es in kein Major-Finale. Dass es in den kommenden Monaten (oder Jahren?) noch einmal klappt, ist keineswegs gewiss. Doch Djokovic liebt, ja er braucht einen solchen Druck. "Ich würde niemals gegen ihn wetten", sagte sein Ex-Trainer Boris Becker bei Eurosport.

Gegen Alcaraz hat Djokovic ja auch eine positive Bilanz von 5:4 in den direkten Duellen. Beim bislang letzten Mal, im Halbfinale der US Open, behielt zwar der Spanier die Oberhand - doch vergangenes Jahr in Melbourne, da hatte sich Djokovic in Alcaraz' Kopf geschlichen und den Spanier in einem denkwürdigen Viertelfinale zermürbt.

Sollte ihm das erneut gelingen, wird es am Sonntag historisch. Andernfalls aber auch.

Hier das Einzel-Tableau der Männer

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31.01.2026, 13:40 Uhr
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