Lisicki ballert sich aus den Australian Open
Die Wimbledonfinalistin findet am Ende kein Mittel gegen den unorthodoxen Spielstil von Monica Niculescu und leistet sich 56 „unforced errors“.
von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet:
15.01.2014, 05:01 Uhr

Von Christian Albrecht Barschel aus Melbourne
Es hatte so gut angefangen für Sabine Lisicki in der Margaret Court Arena im Melbourne Park bei den Australian Open. Nach ein paar Minuten standen bereits zehn Winner auf dem Konto der 24-jährigen Berlinerin. Doch am Ende musste Lisicki der Hitze Tribut zollen und schied nach der zweiten Runde aus. Mit insgesamt 56 „unforced errors" ballerte sich Lisicki aus den Australian Open und verließ nach dem 6:2, 2:6, 2:6 gegen die Rumänin Monica Niculescu mit hängendem Kopf den Platz. „Ich habe anderthalb Sätze richtig gut gespielt. Alles ging so auf, wie ich es mir vorgestellt habe. Dann hat mich aber die Hitze erwischt. Normalerweise komme ich damit gut zurecht, aber heute war es nicht so. Meine Beine wollten nicht mehr so, wie ich wollte", kommentierte Lisicki ihr Zweitrunden-Aus.
Dabei hatte der Arbeitstag von Lisicki vielversprechend begonnen. Bei Temperaturen von knapp 40 Grad betrat die 24-jährige Berlinerin den drittgrößten Platz im Melbourne Park und war von Anfang an hellwach. Mit krachenden Grundschlägen und variantenreichem Spiel, das ihrer neuen Trainerin Martina Hingis durchaus gefallen haben dürfte, bestimmte die Deutsche das Spiel zunächst nach Belieben. Nach 18 Winnern und vier Breaks war der erste Satz unter Dach und Fach. Nur der Aufschlag kam noch nicht, wie man es von der Berlinerin gewohnt ist.
Kein Mittel gegen giftigen Slice von Niculescu
Doch umso länger das Spiel dauerte, umso weniger fand Lisicki ein Mittel gegen das unorthodoxe Spiel der 26-jährigen Rumänin. Als Niculescu nach fünf Breaks in Folge zum 2:2 erstmals ihren Aufschlag halten konnte, kippte das Match. Mit ihrem giftigen Vorhand-Slice brachte Niculescu die Deutsche immer wieder aus der Komfortzone und brillierte zudem mit einer starken Quote am Netz. „So eine Spielweise wie die von Niculescu, die fast nur Slice spielt, erlebt man auch nicht jeden Tag. Da muss man immer wieder tief in den Beinen sein und immer selbst alles machen. Das hat anderthalb Sätze gut geklappt. Jetzt muss ich daran arbeiten, dass ich das auch zwei oder drei Sätze durchziehe", sagte Lisicki über die Spielweise von Niculescu.
Die Anzahl der „unforced errors" überstiegen nun weit die der direkten Gewinnschläge, sodass Lisicki den zweiten Satz folgerichtig abgeben musste. Nach einer zehnminütigen Auszeit, die den Spielerinnen aufgrund der Hitze-Politik zugestanden wird, ging es weiter. Lisicki konnte allerdings nicht an ihre Leistung aus dem ersten Satz anknüpfen und leistete sich weiterhin zahlreiche Fehler, die Niculescu dankend annahm. Nach genau zwei Stunden Spielzeit verwandelte die Rumänin ihren zweiten Matchball und ließ eine enttäuschte Lisicki zurück.
Geht es mit Hingis weiter?
Die Wimbledonfinalistin haderte anschließend mit den heißen Bedingungen auf dem Platz. „Die Entscheidung obliegt den Schiedsrichtern. Ich kann nur das sagen, was man sieht. Es sind Spielerinnen und Ballkinder, die sich übergeben und kollabieren. Ich wurde heute von der Hitze beeinflusst, im Kopf und in den Beinen. Es ist aber so, wie es ist. Wir sind hier in Australien. Wer letztendlich damit besser zurechtkommt, steht hier in der zweiten Woche."
Der erstmalige Einzug in die Top Ten ist für Lisicki, derzeit Nummer 15 der Welt, nun vorerst außer Reichweite. Ob die Zusammenarbeit mit Martina Hingis auch nach Australien weitergeht, ließ die 24-Jährige offen. „Uns beiden hat die Zusammenarbeit viel Spaß gemacht. Ich kenne sie auch schon ein paar Jahre. Wir verstehen uns gut. Ich würde gerne mit ihr weiterarbeiten."
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