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HTT Finals 2014 – ein Hauch von Luxus

Von einem enttäuschenden und als Party-Crasher titulierten Endspiel einmal abgesehen, lieferten die ...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 01.12.2021, 00:18 Uhr

Von einem enttäuschenden und als Party-Crasher titulierten Endspiel einmal abgesehen, lieferten die acht Protagonisten des HTT Saisonfinales 2014 ausgerechnet zur Jubiläums-Ausgabe Nr. 25 ein an Spannung & Klasse kaum mehr überbietbares Tennisspektakel ab. Kein Wunder, waren doch mit Vladimir Vukicevic bei HTT-Wimbledon, Peter Klager bei den HTT French Open und Damian Roman bei den HTT US Open drei erfolgreiche Grand-Slam-Titelverteidiger der Saison 2014 am Start. Dazu gesellte sich mit Renee Glatzl der amtierende HTT Australian Open Champion, startete Vorjahressieger Philipp Schneider die Mission “HTT-Finals-Titelverteidigung”, und rundeten die beiden supertstarken Deutsch Wagramer Debütanten Martin Zehetner und Harald Schachinger das aussichtsreiche und hochklassige Feld der Top 8 ab. Nur Mathias Wagner wurde in der Vorschau zu den HTT-Finals 2014 etwas despektierlich als “Schießbude” gehandelt. Mit drei Niederlagen ohne Satzgewinn und nur acht gewonnenen Games wurde Wagner dieser Einschätzung am Ende aber tragischer Weise sogar gerecht. Eine Geschichte von C.L

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Die Finals 2014 – Exklusivität, Luxus und eine geniale Vorrunde

Es wehte ein Hauch von Luxus durch die heiligen Hallen des UTC La Ville, das zum vierten Mal in der Geschichte dieses Turniers die Gastgeberrolle in gewohnt perfekter Manier übernahm. Unter dem Motto “Exklusivität & Luxus” stand die Jubiläums-Ausgabe des großen “season finales”, die schon Tage zuvor mit einem sehenswerten Trailer über die Prachtbauten der austragenden Stadt und die Stars des letzten Events des Jahres optisch glanzvoll in Szene gesetzt wurde. Eine Players- und Sponsoren-Party, Masters-Mode von La Ville Geschäftsführer Raimund Stefanits gesponsort, da war die Players-Lounge und der aufgehübschte Centercourt für die Stars der Szene fast schon traditionelle Gewohnheit. Dazu gab es für den Sieger am Ende noch ein Champions-Dinner samt Champagner-Party in der Lugner-City, doch das alles rückte “glücklicher Weise” zumindest für sieben Tage in den Hintergrund. Denn Philipp Schneider & Co zauberten eine Woche lang eine geniale Vorrunde auf den Centercourt des UTC La Ville. Im Semifinale gab es dann noch zwei Topmatches und einen bis heute beständigen Rekord zu bestaunen. Die von insgesamt 11 Sponsoren getragenen HTT Finals 2014 schrieben in der Tat eine bis heute unvergessene Geschichte.

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Martin Zehetner unglücklicher Dritter in Gruppe B

Schon die Auslosung versprach eine hochklassige Auseinandersetzung in der Vorrunde und einen megaspannenden Ausgang der beiden Vierergruppen. In Pool B lieferte Mathias Wagner in seiner zugedachten Rolle als “Schießbude” brav jeweils einen Punkt an seine drei – zugegeben – hochkarätigen Gegner ab, die dann untereinander jeweils für den zweiten Gruppensieg sorgten. HTT French Open Sieger Peter Klager wurde in einer Neuauflage des Vorjahresfinales gegen Philipp Schneider einmal mehr seiner Rolle als Angstgegner des Titelverteidigers gerecht, und siegte glatt in zwei Sätzen. Schneider wiederum holte seinen zweiten Punkt mit einem Dreisatz-Erfolg über Martin Zehetner, der seinerseits im letzten Vorrunden-Duell mit Peter Klager einen Pyrrhussieg landete. Der verlorene zweite Satz hatte zur Folge, dass nach dem Matchball der Verlierer “happy” zum Shakehands trabte, während der Sieger wütend und enttäuscht sein Racket in Richtung Spielerbank schleuderte. War Zehetner also mit zwei Vorrunden-Siegen in der Gruppenphase unglücklicher Weise gescheitert, konnte man in Pool A sogar mit nur einem Gruppensieg ein Ticket für das Semifinale ergattern.

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Gruppe A mit der legendärsten Aufstiegs-Entscheidung aller Zeiten

Dort in Gruppe A scheiterte Serbiens Rassenkönig und damals zweifacher HTT Wimbledon-Champion von WAT Landstraße an der Bürde, die “Finals” als Nummer 1 zu bestreiten. Der damalig 33jährige war unmittelbar vor dem ersten Aufschlag zur “Masters-Jubiläums-Auflage” zur ersten internationalen Nummer 1 der HTT-Geschichte geworden, und mit diesem Szenario in seinen Matches scheinbar überfordert. Vukicevic verlor seine ersten beiden Matches gegen Renee Glatzl und Damian Roman, der bei seinem HTT-Finals-Debüt im Jahr 2014 eine souveräne Vorrunde mit drei Siegen spielte, und so nebenbei für den ersten rumänischen Einzelsieg bei den Finals seit 16 Jahren sorgte. Weil Harald Schachinger in einem 2:44 Stunden dauernden Highspeed-Duell gegen Renee Glatzl mit einem epochalen 5:7, 7:6, 7:6 Sieg die Oberhand behielt, musste die Entscheidung über den Aufstieg ins Semifinale hinter Damian Roman im letzten Match zwischen dem sieglosen Vladimir Vukicevic und Harald Schachinger fallen. Noch heute gilt diese Partie als eine der legendärsten der 30jährige Geschichte dieses Turniers. Wie erinnern uns zurück: Vukicevic hätte einen Zweisatzsieg mit maximal 6 Games Differenz benötigt. Schachinger wiederum hätte ein Sieg egal in welcher Höhe zum Aufstieg gereicht. Vukicevic führte 6:2, 5:2, stand drei Mal mit Matchball vor dem Sieg, und scheiterte am Ende nach höchst dramatischen 2:24 Stunden Spielzeit trotz 6:2, 5:7, 6:2 Erfolges am Ziel das Semifinale zu ereichen. Der lachende Dritte hieß Renee Glatzl, der spät Abends längst schlief, als er ohne sein Zutun ins Halbfinale einzog. Erst am nächsten Morgen erfuhr der spätere Finalist von seinem Glück.

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02:48 Uhr Matchende – Klager & Glatzl mit zweifelhaftem Rekord

Noch einmal getoppt wurde die sensationelle Vorrunden-Phase der HTT Finals 2014 von zwei sehenswerten und hochklassigen Halbfinal-Duellen. Zunächst sorgte Titelverteidiger Philipp Schneider wieder einmal für einen seiner magischen Masters-Momente, und die erste Niederlage von Damian Roman. Mit 7:5, 6:7, 7:5 nach intensiven 2:42 Stunden Spielzeit hatte Schneider so wie im Vorjahr das Endspiel erreicht, und dann auch noch das Glück, dass sein Finalgegner eine Late-Night-Session hinter sich zu bringen hatte. Eigentlich war es fast schon eine “Morning-Show”, die Renee Glatzl und Peter Klager zwei Stunden und 36 Minuten ablieferten. Der 7:6, 3:6, 6:4 Erfolg Glatzls stand nämlich erst um 12 Minuten vor 3 Uhr morgens fest. 02:48 Uhr Match-Ende, das ist ein bis heute Bestand habender – und zugegeben auch zweifelhafter – Rekord. Der fiel Glatzl dann am Tag darauf auf den Kopf, denn gegen Philipp Schneider war in der von Marc Landauer LIVE im Internet übertragenen und fachmännisch kommentierten Partie nichts zu holen. Schneider siegte 6:1, 6:4, verteidigte als erst vierter Spieler der Geschichte einen Finals-Titel mit Erfolg, und feierte nach stimmunsgvoller Sioegerehrung bis früh in den Morgen eine ausgelassene Champagner-Party.

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