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Iga Swiatek in Paris: Sieg dank Instinkt und Taktik

Iga Swiatek hat in Roland Garros alle überrascht. Ihr Erfolgsgeheimnis: Ihrem Instinkt auf dem Platz hat sie diesmal auch etwas Taktik hinzugefügt.

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 13.10.2020, 14:23 Uhr

Iga Swiatek
© Getty Images
Iga Swiatek

Nur 28 Spiele gab Iga Swiatek bei ihrem French-Open-Run ab, Erinnerungen wurden hierbei wach an Mary Pierce im Jahr 1994, die bei ihrem Lauf ins Finale nur neun (!) Spiele abgab (darunter ein 6:2, 6:2 gegen Steffi Graf), dann aber im Endspiel Arantxa Sanchez Vicario unterlag. Und an Steffi Graf 1988, die damals nur 20 Spiele verlor und die French Open gewann, unter anderem mit einem 6:0, 6:0 gegen Natalia Zvereva im Finale.

Swiateks Erfolg? Stand nur kurz infrage. Beim Matchball habe sie ihren Fokus erstmals im Laufe des Turniers verloren, weil sie realisiert habe, wie nah sie nun vorm Ziel stünde, erklärte sie im Gespräch mit der WTA. Dann aber habe sie doch wieder alles so gemacht wie in den vorherigen Spielen - was ja funktioniert habe. 

Ein großer Teil des Erfolgs, wie Swiatek selbst immer wieder betont: ihr Team. Bestehend aus Mentaltrainerin Daria Abramowicz und Coach Pietr Sierzputowski. "Ich habe getan, was mein Team mir gesagt hat, ich habe ihnen das gesamte Turnier vertraut", so die 19-Jährige. Dabei habe sie in ihren Gesprächen mit Abramowicz manchmal gedacht, "Oh, das ist doch zu einfach, ich gewinne doch keinen Grand-Slam-Titel, wenn ich nur an meine Beine denke." Aber sie habe es geschafft, "es funktioniert also." Manchmal seien es eben die einfachen Dinge.

Swiatek: Sieg gegen Halep als Augenöffner

In den USA, bei den Turnieren in New York, habe sie noch gedacht, dass der große Erfolg nun kommen müsse, denn erstmals sei eine Saison-Vorbereitung verletzungsfrei abgelaufen und sie habe so gut gespielt. Der Durchbruch blieb jedoch aus, dennoch habe sie hartes mentales Training durchgezogen. Und in Paris habe sich alles verändert. Sie habe realisiert, dass sie mit einem falschen Mindset nicht weit kommen würde - aber ebenso, dass sie ihre Gedanken in 30 Sekunden verändern könne. Nach dem Sieg gegen Simona Halep sei ihr schließlich klar gewesen: "Ich bin mental am richtigen Platz, jetzt kann ich gegen jeden gewinnen." Gesagt, getan.

Im tennisspezifischen Bereich verlasse sie sich zwar oft auf ihren Instinkt, "hier hat mir die Taktik aber extrem geholfen", gab Swiatek ebenso zu Protokoll. Oft habe sie bislang genau das Gegenteil von der besprochenen Taktik getan, "aber bei diesem Turnier habe ich zu 100 Prozent das umgesetzt, was er mir gesagt hat", verwies sie auf ihren Coach Sierzputowski.

Swiateks Fazit: Um Erfolg zu haben, müsse wohl die Mischung stimmen - ein Mix aus Instinkt, schlauem Spiel und Taktik. "Ich weiß, dass ich einen guten Instinkt habe und daran arbeiten muss, etwas mehr Taktik reinzubringen. Bei diesem Turnier hat das ganz gut geklappt."

Kann man so sagen.

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von Florian Goosmann

Dienstag
13.10.2020, 15:16 Uhr
zuletzt bearbeitet: 13.10.2020, 14:23 Uhr