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In die Fußstapfen des Papas getreten – Luca Kiss holt ersten HTT-Titel

Früher als erwartet schickt sich Jungstar Luca Kiss an, in die mächtig großen Fußstapfen seines auf ...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 26.02.2020, 23:18 Uhr

Früher als erwartet schickt sich Jungstar Luca Kiss an, in die mächtig großen Fußstapfen seines auf der HTT so erfolgreichen und berühmten Vaters Mario Kiss zu treten. Der 14jährige vom Alt Erlaaer TC schlug am Dienstag Abend im Endspiel des März Future Turniers im UTC La Ville erstmals zu, und feierte nach einem krankheits- und verletzungsbedingt heldenhaften Auftritt samt zweier abgewehrter Matchbälle gegen Alexander Niederle den allerersten Turniersieg seiner noch jungen Karriere. Kiss jun. ist der 12. Turniersieger im zwölften Saisonturnier 2020, und das insgesamt 559. Siegergesicht der HTT Open Ära seit 1990. Aus dem UTC La Ville berichtet für hobbytennistour.at C.L

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Ärztliches Spielverbot negiert – Luca Kiss lässt sich bei seinem 20. HTT Future-Turnierstart nicht stoppen

500. Hallenturnier beim gleichzeitig stattfindenden März HTT 250 hin, 40. rein internationales Endspiel der Geschichte her, der große Aufreger des finalen Schlusstages am siebenten HTT-Wochenende des Jahres war mit Sicherheit der Auftritt von Jungstar Luca Kiss. Noch vor nicht einmal drei Monaten sorgte er als HTT-Praktikant an den Licht- und Nebelregelern dafür, dass die großen Stars der HTT bei den Tour Finals einen unvergesslichen Einmarsch im gleißenden Scheinwerferlicht erlebten. Am gestrigen Dienstag Abend trat der 14jährige jetzt aber erstmals selbst ins Rampenlicht der größten Tennis-Breitensport-Serie Österreichs. Und das im 20. Future-Turnier seiner Laufbahn, das eigentlich von Beginn weg unter keinem guten Stern stand. Denn eine Sehnenverletzung am Handgelenk seines Schlagarms hatte eigentlich eine ärztlich verordnete 7tägige Zwangspause nach sich gezogen, die der Teenager aber negierte, und sich für das 12. HTT Saisonturnier meldete. Dann holte den 14jährigen zu allem Überfluß auch noch eine Verkühlung mit Schnupfen und Kopfschmerzen ein, in Wahrheit also alles andere als optimale Voraussetzungen für den später gelungenen großen Wurf.

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Kiss gibt ersten Satz seines Premieren-Finales nach 5:2 Führung ab

Kiss freilich stemmte sich gegen die anstehenden Widerstände, demonstrierte neues Spielverständnis, Fitness trotz Erkältung und lieferte vorallem seine Reifeprüfung im mentalen Bereich ab. Der 14jährige hat in den letzten Monaten eine unheimliche Entwicklung seiner Persönlichkeit hinter sich gebracht, und beim dritten HTT-Saison-Future richtig stark “geliefert”. Zum Auftakt zwang er Anton Zierl in drei Sätzen in die Knie, ehe er im Viertelfinale mit einem weiteren Dreisatz-Husarenstück gegen Martin Schiller erstmals in seiner Karriere das Semifinale eines HTT-Turniers erreichte. Dort profitierte er nach eineinhalb gespielten Sätzen von der Aufgabe Stefan Sandriessers, womit er keine 24 Stunden nach seinem ersten Halbfinaleinzug auch gleich über seine Endspiel-Premiere jubeln durfte. Dort galt es am Dienstag Abend, vor den Augen seiner Eltern das bislang beste Wochenende seiner Laufbahn noch zu krönen. Alexander Niederle war die letzte zu überwindende Hürde, und in zweieinhalb Stunden der letztlich erwartet zähe Gegner. Der 33jährige blieb nämlich trotz rascher 5:2 Führung seines Gegners unbeeindruckt, startete eine sensationelle Aufholjagd, die schließlich mit gewonnenem Tie-Break im ersten Satz belohnt wurde.

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Luca Kiss kann zwei Matchbälle abwehren

Der zweite Future-Karriere-Titel schien für Niederle zum Greifen nahe, als er im zweiten Satz bei einer 5:4 Führung zwei Matchbälle gegen den aufschlagenden Gegner vorfand. Doch dann schlug die Stunde des neuen und selbstbewussten Luca Kiss, der mit zwei Winnern das Schlimmste verhinderte, und Minuten später mit 7:5 den Satzausgleich fixiert hatte. Danach ließ sich der 14jährige nicht mehr aus der Erfolgsspur bringen, und steuerte aggressiv spielend und einem 6:3 im Entscheidungssatz seinem Premieren-Titel entgegen. Damit schloss sich am Abend des 25. Februar 2020 auch ein Kreis, der vor gut 12 Jahren seinen Anfang nahm. Luca als Sohn des 3fachen HTT-Grand-Slam-Siegers und ehemaligen Ranglisten-Ersten Mario Kiss “tennismäßig” vorbelastet, lag im Alter von eineinhalb Jahren noch im Kinderwagen, als der Papa im Sommer 2007 HTT Wimbledonsieger wurde, und ging zur Volksschule, als Kiss sen. im Juni 2014 seinen bislang letzten HTT-Karriere-Titel holte.

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Luca Kiss – Wie alles begann!

Seine Liebe zum Tennis entdeckte Luca bereits recht früh im Kleinkindalter. “Die Tenniskarriere begann quasi im Alter von 3 Jahren im Wohnzimmer als wir über mehrere Monate jeden Abend zur exakt gleichen Uhrzeit ein Tischtennisnetz vom Esstisch zur Tür spannen mussten und exakt 30 Minuten Tennis spielten. Alle 5 Minuten musste der Ball gewechselt werden”, erinnert sich Mama Elli lächelnd. Mit 4 Jahren hatte er in Michael Klausbruckner seinen ersten Coach, dazwischen gab es Intermezzi beim Fußball und Tischtennis, ehe er reumütig zum Tennis zurückkehrte, und seit eineinhalb Jahren bei Better Tennis Coach Thomas Razis im Alt Erlaaer TC trainiert. HTT-Fan ist Luca aber schon länger. Vor drei Jahren holte er sich bei den HTT-Finals von den großen Stars Autogramme, Ergebnisse und Statistken der HTT-Asse, der HTT-Events und auch der ATP studiert der Jungstar akribisch. Die HTT-Webseite wird regelmäßig dem gestrengen Auge des 14jährigen unterzogen, etwaige Fehler aufgedeckt und dem Veranstalter übermittelt. Und einst als er noch jünger war, da hatte der “kleine Luca” nur eine Tagesbeschäftigung. Ganze HTT-Turniere wurden niedergeschrieben und nachgespielt. Ein echter Tennis-Fantast, der am Dienstag Abend seine Begeisterung für die HTT und den Tennissport mit dem Titelgewinn beim März-Future gekonnter Weise in die Realität umsetzte.

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