Jahreszeugnis Iga Swiatek: Quantensprung und verdienter Thron; Sehr gut

Das Fazit der Weltranglisten-Ersten Iga Swiatek zur abgelaufenen Saison kann in keinster Weise negativ ausfallen. Die Polin hat ein fast perfektes Jahr hingelegt.

von Stefan Bergmann
zuletzt bearbeitet: 07.12.2022, 09:29 Uhr

© Getty Images

Bei manchen Artikeln sitzt man als kleiner Redakteur oft stundenlang, ringt mit Formulierungen, durchforstet das Internet nach weiteren Informationen oder "vergnügt" sich mit Konzentrationsschwächen oder Schreibblockaden. Im Falle eines Jahreszeugnisses von Branchenprima Iga Swiatek schreibt sich der angepeilte Text allerdings praktisch von alleine, denn die meisten der 2022-Großtaten der Polin sind dem geneigten Tennisfan noch in allerbester Erinnerung.

Zu Beginn des Jahres befand sich das Damentennis im Umbruch. Langjährige Erfolgsgaranten wie Serena Williams hatten sich mehr oder weniger schon in den Vorsaisonen von der großen Bühne verabschiedet - und die Spielerin, der man die Führungsrolle am ehesten zugetraut hätte, machte nach dem ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres ebenfalls Schluß. Nach dem Rücktritt von Ashleigh Barty wusste man also nicht so recht, wie es weiter gehen würde.

Und da trat die bis dato eher unscheinbare Iga Swiatek auf den Plan. Natürlich war die junge Dame aus Warschau schon in den Jahren zuvor im Scheinwerferlicht gestanden, etwa bei ihrem Triumph bei den Corona-French-Open 2020, die in dem turbulenten Ausnahmejahr einmalig erst im Herbst ausgetragen wurden. 2021 kamen dann noch die Erfolge in Adelaide (WTA-Tour-500-Event) und Rom (1000) hinzu.

Swiatek legt Siegesserie hin

So richtig platzte der Knoten bei der 21-Jährigen dann in der just abgelaufenen Saison. Vom 21. Febraur bis zum 27. Juni gelangen der Rechtshänderin unfassbare 37 Matcherfolge en suite und streifte in dieser Zeit Turniererfolge von Doha bis Paris ein. In Wimbledon kam dann das Drittrunden-Aus gegen die Französin Alizé Cornet. Der nachfolgende US-amerikanische Hartplatzsommer war dann auch die schwächste Phase der Westslawin im vergangenen Jahr. Aber auch dieser Etappe wusste sie mit dem Erfolg bei den US Open eine perfekte Wendung zu geben.

Dass es dann am Ende der Saison nichts mit dem Erfolg bei den WTA-Finals in Fort Worth wurde, ist für Swiatek mit Sicherheit zu verkraften, schloss sie 2022 doch als mehr als eindeutige Weltranglisten-Erste ab. Ihre erste Verfolgerin Ons Jabeur hat weniger als die Hälfte ihrer Zähler im WTA-Ranking vorzuweisen. Eine beachtliche Benchmark der dreifachen Major-Siegerin.

Neben ihrer durchaus gerechtfertigten Kritik zur eher glücklosen Jahresabschluss-Veranstaltung im US-Bundesstaat Texas, trat die höchst intelligente und gut belesene WTA-Aufsteigerin des Jahres 2020 immer wieder mit reflektierten Gedanken zur Damentournee in Erscheinung. Insgesamt also eine Spielerin, die in den kommenden Jahren aus multiplen Gründen die neue Gallionsfigur des Damentennis werden könnte. 

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