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Jetzt auch auf Rasen? Entfesselter Zverev will in Wimbledon den zweiten Streich

In Wimbledon startet Alexander Zverev erstmals als Grand-Slam-Sieger in eines der vier großen Turniere. An der Church Road will der Hamburger mit seinem ungeliebten Untergrund Frieden schließen.

von SID
zuletzt bearbeitet: 25.06.2026, 12:18 Uhr

© Getty Images
Alexander Zverev will auch in Wimbledon angreifen.

Vor seiner Rückkehr auf den "heiligen Rasen" zog es Alexander Zverev in die malerischen Alpen. Im Luxushotel Stanglwirt bei Kitzbühel entspannte der French-Open-Sieger mit Partnerin Sophia Thomalla und den beiden Dackeln Mishka und Buba, duellierte sich im Rahmen einer Wohltätigkeitsveranstaltung an der Seite seines früheren Widersachers Dominic Thiem auf dem Padel-Platz, gönnte sich auch mal eine Kugel Eis. Nach dem erlösenden Triumph in Paris strahlt der 29-Jährige nach außen eine neue Form der Gelassenheit aus. Eine Ruhe, die ihm jetzt helfen soll, in Wimbledon mit seinem ungeliebten grünen Untergrund Frieden zu schließen.

"Ich finde, dass ich mich auf Rasen recht gut gefunden habe", gab sich Zverev vor dem am Montag beginnenden Klassiker an der Church Road optimistisch. Beim Heimspiel in Halle/Westfalen hatte der Tokio-Olympiasieger lange seine starke Form unterstrichen, erst im Halbfinale bremsten ihn eine Fehlfunktion seines Insulinsensors und Rückenprobleme gegen den US-Amerikaner Taylor Fritz aus. Darf sich Zverev also wirklich Hoffnung auf den zweiten Major-Streich binnen weniger Wochen machen?

Becker schwärmt

"Ich bin ja der Erste, der auch mal was kritisiert, wenn ich das eben anders sehe", sagte der dreimalige Wimbledon-Champion Boris Becker im Podcast mit Andrea Petkovic. Angesichts der jüngsten Auftritte des Weltranglistendritten verfiel er aber ins Schwärmen: "Ich habe ihn noch nie so stark auf Rasen gesehen wie jetzt in Halle." Vor allem Zverevs Leistung im Viertelfinale gegen den belgischen Qualifikanten Raphael Collignon hatte es der deutschen Tennisikone angetan. "Wie Sascha da gespielt hat. Die Vorhand lief, der Aufschlag, die Aggressivität, er ging ans Netz", sagte Becker, der seinen Augen kaum trauen konnte: "Was ist den plötzlich mit dem Zverev los? Lernt er jetzt noch mit 29 Jahren auf Rasen Tennis spielen?"

Zverev und Wimbledon, das war bislang keine Liebesbeziehung. Über das Achtelfinale hinaus ging es im Südwesten Londons bislang nie. Im vergangenen Jahr erwischte ihn schon in Runde eins das krachende Aus, der Tokio-Olympiasieger lag mental am Boden. Doch der Befreiungsschlag am 7. Juni in Frankreich hat alles verändert - ist sich zumindest Becker sicher. "Ich glaube, da ist Druck von ihm abgefallen nach dem Grand-Slam-Sieg in Paris. Er wirkt freier, er wirkt entspannter."

Sinner bleibt Favorit

Ähnliches hatte Zverev selbst direkt nach seinem Triumph in Paris vermutet. Doch nicht nur ihm ist klar, dass der Weg bis zum nächsten Grand-Slam-Titel weit ist, die möglichen Aufgaben schwer. Schließlich wird ein gewisser Jannik Sinner, Titelverteidiger in England, nach seinem sensationellen Aus bei den French Open wieder voll motiviert angreifen - auch wenn weiterhin ein Fragezeichen hinter der körperlichen Verfassung des italienischen Weltranglistenersten steht.

Unabhängig davon tut Zverev gut daran, sich wie bei den French Open einzig auf sich zu fokussieren. Denn dann scheint derzeit alles möglich - sogar auf Rasen. Er wolle sich "nicht zu weit aus dem Fenster lehnen", sagte Becker: "Aber von seiner Spielstruktur, seinem Aufschlag, seinem neuen Selbstbewusstsein gibt es für mich keinen Grund, warum Sascha Zverev nicht Wimbledon gewinnen soll."

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Donnerstag
25.06.2026, 13:35 Uhr
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