Jo-Wilfried Tsonga über "Big Three": "Hätte es toll gefunden, wenn es sie nicht gegeben hätte"

Jo-Wilfried Tsonga sah sich seine gesamte Karriere lang mit den "Big Three" als Konkurrenz konfrontiert. Heute hat er für diese Rivalität durchaus widersprüchliche Gefühle. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 17.01.2021, 14:46 Uhr

Jo-Wilfried Tsonga erinnert sich an seine Duelle mit den großen Drei
Jo-Wilfried Tsonga erinnert sich an seine Duelle mit den großen Drei

"Seien wir uns ehrlich. Ich hätte es toll gefunden, wenn es diese drei Typen nicht gegeben hätte", scherzt Jo-Wilfried Tsonga im DipTalk auf Eurosport, nur um wenig später zu erklären, dass in diesen Worten doch ein Kern bitterer Wahrheit steckt: "Wenn man Jahr für Jahr in der Elite ist und sieht, dass man die Top-5 erreichen kann, aber nicht darüber hinauskommt, weil sie voraus sind, fragt man sich, wo man hinkommen könnte, wenn man nicht mit ihnen zusammengefallen wäre", so der Franzose. 

Gleichzeitig sei es aber eine unfassbare Ehre gewesen, gegen die "Big Three" spielen zu können. Ein paar Siege gegen sie eingefahren zu haben, sei jedenfalls "etwas Einzigartiges", wie der 35-Jährige erklärt. Mit insgesamt sechzen Siegen gegen Federer, Nadal und Djokovic hat der ehemalige Australian-Open-Finalist sogar einige Erfolge gegen die großen Dominatoren sammeln können, wenngleich demgegenüber 39 Niederlagen stehen. 

Tsonga: "Ein Wunder"

Nicht nur stelle ein einzelnes Duell mit diesen drei Ausnahmekönnern ein durchaus schwieriges Unterfangen dar, zeitgleich gibt es noch ein weiteres Problem, wie Tsonga erklärt: "Es gab Zeiten, in denen ich mich auf dem Platz gut gefühlt habe, ich habe das Achtelfinalspiel gewonnen, aber ich habe auf das Tableu geschaut und es war unmöglich, nicht entmutigt zu werden. Im Viertelfinale würde ich gegen einen von ihnen spielen, und höchstwahrscheinlich, wenn ich gewinne, würde ich im Halbfinale gegen einen anderen spielen und im Finale gegen den dritten. Da sagt man sich, wenn man Champion wird, ist es ein Wunder." 

Einmal sollte dem Franzosen ein solches "Wunder" gelingen, als er 2014 auf seinem Weg zum ATP-Masters-1000-Triumph in Toronto Roger Federer und Novak Djokovic besiegen konnte. Eine Leistung, die den 35-Jährigen an sein absolutes Leitungsmaximum brachte: "Nach dem Finale gegen Roger fühlte ich mich total erschöpft. Ich erinnere mich, dass ich auf die Toilette ging und anfing, Blut zu urinieren. Ich bekam Angst und rief den Arzt an, der mir sagte, dass aufgrund meiner extremen Müdigkeit und Anspannung einige Muskelfasern gerissen waren und mein Körper sie über den Urin ausstieß. Das und all die Kämpfe, die ich mit den Big 3 hatte, werde ich nie vergessen können. Es war ein großer Stolz, ihnen gegenüberzutreten", erinnert sich Jo-Wilfried Tsonga. 

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