Juan Martin del Potro: "Habe mir selbst Unrecht getan"

Juan Martin del Potro hat im Frühjahr seinen emotionalen Abschied vom Profi-Tennis bekannt gegeben. Im Interview mit La Nacion spricht der Turm von Tandil nun über seine Beweggründe. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 21.09.2022, 18:39 Uhr

Juan Martin del Potro hat im Frühjahr seine professionelle Laufbahn beendet
Juan Martin del Potro hat im Frühjahr seine professionelle Laufbahn beendet

Im modernen Tennissport ist man die großen Heldengeschichten eigentlich schon fast gewohnt. Daran haben die teils unmenschlichen Leistungen von Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic keinen unwesentlichen Anteil. Umso nähre geht es dann, wenn das wundersame Comeback ausbleibt, der Körper auslässt, die Strapazen, die Schmerzen zu groß werden. 

Denkwürdiges Beispiel: Juan Martin del Potro. Der Argentinier rackerte knapp drei Jahre für ein Comeback auf die ATP-Tour, nur um im Frühjahr zu erkennen: Es wird sich nicht mehr ausgehen. Und so war die Rückkehr auf die große Tennisbühne beim ATP-250-Event von Buenos Aires keine Rückkehr, sondern ein Abschied. Ein emotionales Lebewohl vor Heimpublikum. 

del Potro über Abschied

"Es fiel mir sehr schwer, die Entscheidung zu treffen, in Buenos Aires zu spielen", sagte del Potro heute über die Wochen vor dem Heimevent. "Es war ein Wendepunkt in meinem Leben. Ich habe damals nie über diese fast drei Jahre nachgedacht, ich hatte immer im Sinn, mich zu erholen und zurückzukehren, bis ich es immer weniger möglich sah", erklärte der Südamerikaner im Interview mit La Nacion

Überhaupt seien dies einschneidende Momente für den Turm von Tandil gewesen. Wochen, in denen der ehemalige US-Open-Sieger erkannte, in den vergangenen Monaten eine falsche Herangehensweise gewählt zu haben: "Ich bin auf der Suche nach einer Behandlung, um meine Lebensqualität zu verbessern, nicht um wieder an Wettkämpfen teilzunehmen. Ich habe mir selbst Unrecht getan. Ich ging nach draußen und die Leute fragten mich, wann ich spielen würde, anstatt sich darüber Gedanken zu machen, wie es mir geht."

del Potro sieht bei Sinner und Alcaraz Luft nach oben

Damit bleibt es dem Südamerikaner auch verwehrt, gegen zwei der größten Hoffnungen des Tennissports selbst am Platz zu stehen: "Ich wäre gerne gegen sie angetreten, aber jetzt sind sie gerade in Form", sagte del Potro, der im Jahr 2018 mit Platz drei seine beste Platzierung in der ATP-Weltrangliste erreichte. Insgesamt konnte del Potro 22 Karrieretitel gewinnen. 

Bei den Herren Alcaraz und SInner sieht der Argentinier indes noch viel Luft nach oben: "Ich habe Alcaraz gegen Sinner im Viertelfinale der US Open gesehen und dachte: 'Ein erfahrener oder Topspieler könnte sie so durcheinander bringen'. Es ist ähnlich wie bei meinen ersten Begegnungen mit Roger Federer. Sie haben die Schläge nie variiert. Das ist ein Teil des Lernens, es sind zwei Phänomene. "

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zuletzt bearbeitet: 21.09.2022, 18:39 Uhr

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