Comeback? "Wahrscheinlich 2018"

Wann kehrt Jürgen Melzer auf die ATP-Tour zurück? Der 36-Jährige gibt am Rande des Davis-Cup-Duells Österreich gegen Rumänien ein Update bezüglich seiner Fitness.

von Lukas Zahrer
zuletzt bearbeitet: 16.09.2017, 09:12 Uhr

Jürgen Melzer

Das österreichische Davis-Cup-Team liegt im Duell gegen Rumänien mit 2:0 in Führung. Ein fester Bestandteil der Mannschaft war schon die ganze Woche über Jürgen Melzer, obwohl er nicht im offiziellen Aufgebot steht. Im Gespräch mit tennisnet.com gibt Melzer ein Update bezüglich seiner Fitness.

Der österreichische Rekordspieler im Davis Cup wurde am Freitag im Rahmen des Davis-Cup-Duells Österreich gegen Rumänien für seine Einsätze im Nationenbewerb mit dem Commitment Award der ITF geehrt. Diese Auszeichnung wird an Spieler verliehen, die über 40 Spiele für ihr Land bestritten haben - in 33 Einberufungen steht Melzer derzeit bei 72 gespielten Matches.

Melzer ist aber nicht einzig für die Auszeichnung nach Wels gekommen, er war bereits die gesamt Woche im Lager des ÖTV-Teams. "Ich habe dem Team als Sparringpartner gedient", sagt Melzer im Gespräch mit tennisnet.com. Neben dem Effekt, dass das österreichische Team einen starken Spieler fürs Training zur Verfügung hatte, dienten die Einheiten auch der eigenen Standortbestimmung: Es sei toll gewesen, "für mich selbst zu schauen, wie gut mein Ellbogen hält, und was passiert, wenn ich wirklich wieder zwei Mal pro Tag trainiere."

Tennisellbogen bereitet Melzer Probleme

Melzer leidet derzeit an einem Tennisellbogen, eine Verletzung, die den Deutsch-Wagramer schon seit geraumer Zeit hemmt. Bei der Pressekonferenz am Dienstag verkündete Melzer noch, seit einigen Tagen schmerzfrei zu sein. Ein Zustand, der sich durch das intensive Training mit den ÖTV-Kollegen allerdings wieder verschlechtert haben dürfte.

Es sei schwierig zu prognostizieren, wann wettkampfmäßiges Tennis wieder möglich sein wird. "Ich bin gerade selber am überlegen, was ich tun soll." Am Center Court des UTC Wels sprach Melzer auch von einer OP, die eventuell notwendig sein werde. Auch deshalb nimmt sich Melzer den Druck und will beim Zeitpunkt eines Comebacks nichts überstürzen: "Es kann gut sein, dass ich erst 2018 wieder spielen werde."

Einsatz bei Racketlon-EM mit rechts

Ende August ist Melzer noch im Doppel-Bewerb der Racketlon-EM in Wien angetreten, wo er mit Christoph Krenn das Halbfinale erreichte. Der Linkshänder Melzer musste kurioserweise mit seiner rechten Hand spielen, da die ATP ihm sonst den Status des Protected Ranking abgesprochen hätte. Der Bewerb musste mit Videomaterial für die ATP dokumentiert werden.

Am Samstag wird das österreichische Team versuchen, "den Sack zuzumachen" (Zitat Dominic Thiem). Für Jürgen Melzer, selbst zweimaliger Grand-Slam-Sieger im Doppel, ist klar: "Das Doppel wird für uns sehr schwer. Mit Horia Tecau haben sie seit Jahren einen Weltklassespieler im Doppel, er hat jetzt die US Open gewonnen, vor zwei Jahren in Wimbledon." Tecau wird demnach auch mit dem 544. der Doppel-Weltrangliste als Partner, Nicolae Frunza, gut spielen, da er derzeit auf der Erfolgswelle schwimmt. "Da ist es fast egal, wen man ihm zur Seite stellt."

von Lukas Zahrer

Samstag
16.09.2017, 09:12 Uhr