Laver Cup schreibt Verluste – unterstützt Federer persönlich?
Seit 2017 lockt der Laver Cup Tennisstars und volle Tribünen, doch hinter den Kulissen kämpft Roger Federers Projekt mit roten Zahlen. Sinkende Ticketverkäufe und steigende Kosten stellen das Event vor große Herausforderungen.
von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet:
25.09.2025, 22:01 Uhr

Der Laver Cup wird seit 2017 ausgetragen – ein Teamwettbewerb, bei dem Europa gegen den Rest der Welt antritt. Weltranglistenpunkte gibt es keine, im Vordergrund steht vielmehr der Spaß am Spiel im Mannschaftsformat. Mit bislang 14 Einsätzen zählt Alexander Zverev zu den Rekordspielern dieses Showturniers.
Initiiert wurde der Kontinentalvergleich von Roger Federer gemeinsam mit seinem Manager Tony Godsick und mit Unterstützung von Partnern wie Tennis Australia. Rückendeckung kommt nicht nur von den Tennisverbänden in Australien und den USA, sondern auch vom schweizerisch-brasilianischen Milliardär und früheren Davis-Cup-Spieler Jorge Paulo Lemann. Bei den Sponsoren setzt man auf Marken aus Federers Umfeld – darunter Rolex, UBS, Mercedes, Moët & Chandon, Uniqlo und On. Auffällig: Die Zahl der Partner ist in diesem Jahr fast vervierfacht.
Zuschuss von Federer selbst?
2022, bei der großen Verabschiedung Roger Federers, welchen er an der Seite Rafael Nadals zelebrierte, war die Ortswahl sicherlich kein Zufall. Die Bilder der weinenden Spieler beim Laver Cup gingen um die Welt und viral. Das Teamevent machte in jenem Jahr 3.5 Millionen Pfund Gewinn.
Seither schreibt der Wettbewerb rote Zahlen. Die Austragung in Vancouver musste einen Verlust von 1.8 Millionen Pfund hinnehmen. Zwar konnte für die Berlinausgabe 2024 eine schwarze Null ausgewiesen werden, doch ohne externe Gelder wäre ein Defizit von 1,5 Millionen geblieben. Offiziell spricht man von „Einnahmen außerhalb des Turniers“ – inoffiziell könnte es sich dabei um eine Finanzspritze Federers handeln.
Rückläufiger Ticketverkauf
Die hohen Verluste beim Laver Cup werden vor allem mit rückläufigen Einnahmen erklärt: Der Ticketverkauf sank von 17,5 auf 12,5 Millionen, das Merchandising halbierte sich nahezu. Noch schwerer ins Gewicht fallen jedoch die gestiegenen Kosten. Zwischen 2021 und 2023 kletterten die Ausgaben um rund sieben Millionen – auch weil der Wettbewerb jährlich an wechselnden Orten mit unterschiedlich großen Arenen und variablen Infrastrukturkosten ausgetragen wird.
Als Reaktion setzt man auf eine Rückkehr in bewährte Gefilde: 2026 soll das Turnier wieder in der Londoner O2-Arena stattfinden.
Ausbleiben der Big-4
Nachdem Federer 2022 und Nadal 2023 letztmals beim Laver Cup auftraten, ließ sich – entgegen der Hoffnungen – kein Spieler der Big Four blicken. Djokovic macht ohnehin einen Bogen um das Event. Jedoch war die diesjährige Turnierausgabe mit Alcaraz, Zverev und Fritz keineswegs unterbesetzt.
Einen festen Traditionsstatus hat der Laver Cup aber eben noch nicht erreicht. Es bleibt abzuwarten ob, wie und mit welchen Mitteln der Teamwettbewerb weiter wachsen wird.
