Zukunftshoffnung Learner Tien: Der Next-Gen-Champion, über den mehr gesprochen werden sollte
Learner Tien gehört zu den spannendsten jungen Spielern auf der ATP-Tour. Dennoch fliegt er zu Unrecht häufig noch unter dem Radar.
von Isabella Walser-Bürgler
zuletzt bearbeitet:
15.03.2026, 11:15 Uhr

Der 20-jährige Amerikaner machte spätestens Anfang 2025 weltweit auf sich aufmerksam. Bei den Australian Open erreichte Learner Tien als jüngster Spieler seit Rafael Nadal im Jahr 2005 das Achtelfinale. Gleichzeitig war er der jüngste US-Spieler seit Pete Sampras im Jahr 1990, dem dieses Kunststück gelang.
Besonders spektakulär verlief sein Zweitrundenmatch gegen Daniil Medvedev. In einem epischen Fünfsatzduell über fast fünf Stunden rang Tien den damaligen Topspieler nieder und setzte seinen Namen damit endgültig auf die Landkarte der Tenniswelt.
Lob von ganz oben
Auch die Konkurrenz hat längst registriert, welches Potenzial im jungen Amerikaner steckt, der 2025 die Next-Gen-Finals für sich entscheiden konnte. Nach seinem Viertelfinalsieg gegen Tien in Indian Wells zeigte sich etwa Jannik Sinner beeindruckt. Der Weltranglistenzweite betonte, wie stark sich Tien in kurzer Zeit entwickelt habe und dass er künftig ein äußerst unangenehmer Gegner werden dürfte. Vor allem seine Konstanz zu Beginn der Saison sei bemerkenswert, so Sinner. Dazu komme ein Faktor, der vielen Gegnern zusätzliche Anpassungen abverlangt: Tien ist ein Linkshänder.
Ein Name mit Bedeutung
Dass Lernen bei ihm Programm ist, zeigt bereits sein Vorname. Tiens Eltern entschieden sich bewusst für den Namen “Learner”. Inspiriert wurde die Wahl vom Beruf seiner Mutter, die als Mathematiklehrerin arbeitet. Der Name sollte Neugier und Lernbereitschaft symbolisieren. Diese Eigenschaften schaden im Spitzensport bekanntlich nie.
Die Handschrift von Michael Chang
Auf seinem Weg wird Tien unter anderem vom ehemaligen French-Open-Champion (1989) Michael Chang unterstützt. Beobachter erkennen in Tiens Spiel tatsächlich einige der Qualitäten, die Chang einst berühmt machten: enorme Laufstärke, defensive Stabilität und eine beinahe unerschöpfliche mentale Hartnäckigkeit. Nicht umsonst wurde Chang in den späten 1980er- und in den 1990er-Jahren als “Mr. Tenacity” bezeichnet.
Sollte Tien diesen Weg konsequent weiterverfolgen, wird sein Name in Zukunft wohl noch deutlich häufiger fallen. Verdienen würde er es sich jedenfalls jetzt schon.
