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Letzte HTT-Routiniers im Viertelfinale raus

Das derzeit im Union Tennis Center La Ville stattfindende 125. HTT Grand Slam Turnier der Open Ära, ...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 24.01.2023, 17:18 Uhr

Das derzeit im Union Tennis Center La Ville stattfindende 125. HTT Grand Slam Turnier der Open Ära, bekommt zur Jubiläums-Ausgabe ein völlig neues Siegergesicht auf HTT Major-Ebene. Nachdem am Montag Abend nach vier hochklassigen Viertelfinal-Matches die beiden Routiniers und HTT Grand Slam Champs Damian Roman und Martin Zehetner vorzeitig die Segel streichen mussten, wird einer aus dem Quartett der auf HTT Grand Slam Niveau völlig unerfahrenen Jungstars Luca Vanella, Emanuel Gal, Philipp Fedorczuk und Sebastian Wojta am Mittwoch Abend nach dem 85. Best of Five Endspiel der HTT Geschichte als erst 57. Spieler der langen und traditionsreichen HTT Grand Slam Historie als Sieger eines HTT Major-Events in den Geschichtsbüchern Aufnahme finden. Von einem ereignisreichen und spielerisch grandiosen Viertelfinaltag bei den 32. HTT Australian Open berichtet C.L

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Luca Vanella nach Sieg über HTT Branchen-Primus Damian Roman als erster Italiener in einem HTT Grand Slam Semifinale

Der Titel “Spieler des Tages” am gestrigen Viertelfinal-Abend beim ersten Saison-Grand-Slam 2023 geht trotz all der phantastischen Darbietungen an Italiens Youngster Luca Vanella. Der 20jährige beendete mit einem fast drei stündigen Kraftakt und einem 6:2, 6:7, 6:4, Erfolg über Damian Roman die Hoffnungen des Ranglisten-Ersten auf dessen persönlichen HTT Karriere-Grand-Slam, verhinderte außerdem das erste rein rumänische Major-Semifinale, und sorgte zudem für die erste italienische Halbfinal-Teilnahme überhaupt in der 33jährigen HTT Geschichte. Vanella startete überraschend mutig, stark am Return und mit insgesamt drei Breaks holte er sich mit gewonnenem ersten Satz die nötige Sicherheit und das Selbstvertrauen, um im Showdown mit dem rumänischen HTT-Krösus auf Augenhöhe agieren zu können. Früh im zweiten Satz schien der Youngster aus Bella Italia deshalb auch schon Kurs auf das Halbfinale eingelegt zu haben, zumal er mit einem Break gleich im Auftakt-Game bei 4:2 Führung erneut Breakball zum wohl schon entscheidenden 5:2 vor der Brust hatte. Was allerdings passiert, wenn man gegen den HTT Branchen-Primus auch nur eine kleine kurze Schwäche zeigt, musste Vanella dann die folgende Stunde am Centercourt erleben.

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Damian Roman verpasst 18. HTT Grand Slam Semifinale seiner Karriere

Das Break zum 5:2 nicht gemacht, beklagte Vanella Minuten später selbst seinen ersten Aufschlagverlust im zweiten Satz. “Ganz ehrlich. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich bis Mitte des dritten Satzes massive Zweifel, dieses Matches gewinnen zu können”, äußerte sich Vanella später im Interview. Es kam wie es kommen musste, Damian Roman spielte wieder einmal seine Erfahrung und seine mentalen Vorteile aus, holte sich den fälligen Tie-Break des zweiten Satzes, und hatte zum dritten Mal in Folge im Rahmen der HTT AO 2023 nach Verlust des ersten Satzes eine Verlängerung erzwungen. Vanella drohte schon das Warmuth,- und Miazhynski-Schicksal, ehe sich der 20jährige gleich zwei Mal in der Entscheidung des dritten Satzes aus prekären und kniffligen Situationen rettete. 2:3 und 3:4, zwei Aufschlagverluste sorgten für versteinerte Mienen beim am Spielfeldrand sitzeden Vanella-Fanclub. Andererseits war es sein Anhang, der ihn immer wieder pushte, durch die schwierigen Situationen des Viertelfinal-Krachers mit Roman trug, und durchaus einen Anteil am letztlich zu Stande gekommenen Überraschungssieg hatte. Um exakt 6 Minuten nach Mitternacht hatte der Viertelfinal-Hit dann auch ein finales Resultat zu bieten, eines mit dem Damian Roman sein insgesamt achtzehntes HTT Grand Slam Semifinale verpasste, und nach 12 HTT Grand Slam Einzelsiegen in Serie erstmals wieder als Verlierer vom Platz musste.

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Emanuel Gal nach Sieg über Lukas Schützenauer die neue rumänische Titelhoffnung bei den HTT Australian Open

Im Halbfinale seines HTT Grand Slam Debüts bekommt es Luca Vanella übrigens mit dem nächsten rumänischen Spieler und einem guten Bekannten in Form seines ehemaligen TC Alt Erlaa Clubkollegen Emanuel Gal zu tun. Der ebenfalls 20jährige durchlebte am Montag Abend in seinem Viertelfinal-Treffen mit Geheimfavorit und Jänner-HTT-500-Finalist Lukas Schützenauer eine sportliche Achterbahnfahrt der Gefühle. Zunächst hatte der Aufschlag-Hüne einen bitteren ersten Satz zu verarbeiten. Mit viel Risiko, und ultraschnellen Grundschlägen donnerte sich Gal mit unzähligen leichten unforced errores gegen einen wie immer solide verteidigenden und mit viel Kontrolle agierenden Lukas Schützenauer in ein 1:6 Debakel. Das zweite Saisonfinale in Serie winkte, als Schützenauer nach einem total ausgeglichenen zweiten Durchgang bei 6:5 am Return zwei Matchbälle vorfand. In diesen haarigen Situationen schüttelte Gal aber einen Service-Winner und ein Ass aus dem Handgelenk, der fällige Tie-Break ging mit 7:3 an den Mann aus Rumänien. Im alles entscheidenden dritten Heat spielte Gal dann seine Stärken voll aus, holte mit extrem effektiven Aufschlägen und knallharten Vorhand-Winnern eine 4:0 Führung heraus, die er schließlich trotz zwei vergebener Matchbälle bei 5:2 zu einem 6:2 verwandelte. “Ich bin trotz meiner Niederlage mit dem Abschneiden bei diesem HTT Grand Slam Turnier zufrieden. Natürlich habe ich in meinem Spiel noch Luft nach Oben, aber heute habe nicht ich diese Partie verloren, sondern der Emanuel gewonnen. Respekt und Gratulation”, so Schützenauer.

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Sebastian Wojta ringt “mit Köpfchen” Nordmazedoniens Youngster Tarik Mustafik in drei Sätzen nieder

Das zweite Semifinale der 32. Auflage der HTT Australian Open bestreiten derweil Sebastian Wojta und Philipp Fedorczuk. Wojta setzte sich in einem weiteren Viertelfinal-Duell zweier 20jähriger in einem hochklassigen Match nach fast zwei Stunden Spielzeit gegen Tarik Mustafik mit 4:6, 6:2, 6:3 durch, und steht zum zweiten Mal nach den HTT French Open 2021 im Semifinale eines HTT Grand Slam Turniers. Den besseren Start am Centercourt des UTC La Ville verzeichnete allerdings Nordmazedoniens Jungstar und HTT Top Ten Mann Tarik Mustafik, der sich mit einem 6:4 in Stellung brachte, so wie im Vorjahr erneut in die Vorschluss-Runde der Top 4 einzuziehen. Eine WC-Pause zwischen den Durchgängen Nr. 1 und 2 wurde Mustafik dann aber aus seiner Sicht zum Verhängnis im zweiten Satz. “Ich habe danach voll den Fokus und die nötige Körperspannung verloren. Das kann passieren, ist aber hoch ärgerlich”, so der Ranglisten-Siebente. Wojta holte alle engen Games zu Beginn des zweites Satzes, zog 4:0 davon, und fixierte mit 6:2 den fälligen Satz-Ausgleich. Im Finish behielt der in der Südstadt trainierende Linkshänder Nerven und Übersicht, und servierte nach einem kassierten Break beim Stand von 5:3 die Partie nach Hause. “Ich habe nicht mein bestes Tennis gespielt, aber ich bin im Kopf klar geblieben”, wollte Wojta die Gründe seines Viertelfinal-Erfolges ausgemacht haben.

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Martin Zehetner trotz deutlicher Viertelfinal-Niederlage gegen Philipp Fedorczuk mit seinem HTT Comeback zufrieden

Zum dritten Mal nach 2019 und 2020 endeten derweil die HTT Australian Open für Routinier Martin Zehetner bereits im Viertelfinale. Für den HTT US Open Champion von 2020 ist das gestrige Aus in der Runde der letzten Acht zum HTT Grand Slam Saisonauftakt allerdings kein Beinbruch. Das letztlich doch recht deutliche 3:6, 2:6 gegen den 18jährigen Philipp Fedorczuk ist sportlich anders zu bewerten, als die drei anderen Viertelfinali, auch wenn der Unterlegene nach dem Spiel sofort betonte. “Ich will das Ergebnis nicht an meinem Körper festmachen, sondern dem Philipp zu einer tollen Leistung gratulieren. Ich hatte in keiner Phase heute an den Sieg gedacht”, so der 41jährige. Nach Zehetners 2:1 Führung im ersten Satz, spielte Fedorczuk vorne weg, und zog mit beeindruckenden Grundschlägen völlig verdient in zwei Sätzen in sein erstes HTT Grand Slam Karriere-Semifinale ein. “Das war mit Sicherheit die bislang beste Leistung von mit in diesem Turnier. Das Halbfinale gegen Wojta wird spannend. Zwei Linkshänder gegeneinander, dazu spielt Wojta echtes Powertennis. Ich muss wohl beim Return die Hebel ansetzen”, so der 18jährige. Zufrieden verabschiedete sich auch Martin Zehetner vom ersten HTT Grand Slam Turnier des Jahres, und das bei seinem Comeback nach 14 Monaten Pause. “Ich bin zufrieden. Vorallem mein Zweitrunden-Match gegen Simonovic war ein echt gutes. Das Wichtigste aber ist, dass mein Rücken hält, und ich keine Schmerzen habe”, bilanzierte der 12fache HTT Turniersieger vom TC Deutsch Wagram.

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