Lilli Tagger in den Top 50 - der nächste Meilenstein ist erreicht

Mit ihrem Triumph beim WTA-Tour-250-Turnier in Prag ist Lilli Tagger erstmals unter die besten 50 WTAProfis eingezogen.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 26.07.2026, 21:43 Uhr

Lilli Tagger mit dem Siegerpokal in Prag
© GEPA Pictures
Lilli Tagger mit dem Siegerpokal in Prag

Lilli Tagger hat am Sonntagnachmittag in Prag also ein bisschen österreichische Tennisgeschichte geschrieben, so wie schon im vergangenen Jahr mit ihrem Sieg bei den Juniorinnen in Roland-Garros. Das hat die Erwartungshaltung natürlich in fast ungesunde Höhen steigen lassen - nicht bei Tagger und ihrem Team selbst, aber bei vielen Fans, die mit einem kometenhaften Aufstieg der immer noch erst 18-Jährigen gerechnet haben. 

Nun: Der nächste Meilenstein ist erreicht. Lilli Tagger steht offiziell erstmals unter den 50 besten WTA-Profis, genau genommen auf Position 45. Das ist eine durch und durch angenehme Lage, in die sich Tagger da mit ihrem Finalerfolg gegen Daria Snigur gebracht hat. Denn um die direkte Qualifikation für größere Turniere muss sie sich bis auf weiteres keine Sorgen machen.  

Tagger dominiert mit dem Aufschlag

In Paris hatte Tagger in diesem Jahr betont, dass sie weniger auf die Ergebnisse schaue, als vielmehr auf den Prozess. Ihre Trainerin Francesco Schiavone assistierte in diesem Punkt gerne. Damals wurde an der Vorhand Taggers gearbeitet, erste Früchte haben sich in der Woche von Prag gezeigt. Besonders beeindruckend fiel der Halbanal-Erfolg gegen Barbora Krejcikova aus - die ja nicht nur Heimvorteil genoss, sondern auch mit der Empfehlung des Turniersiegs aus Athen nach Prag gekommen war. 

Im Endspiel lief Tagger im ersten Satz einem Break hinterher, an die unkonventionelle Spielweise von Daria Snigur muss man sich erst einmal gewöhnen. Mit dem Ausgleich zum 5:5 holte Lilli Tagger aber das Momentum auf ihre Seite. Und je länger das Match andauerte, umso besser schien auch ihr Aufschlag zu funktionieren. Plus die Vorhand. Dass hier und da eine Rückhand longline im Feld ihrer Gegnerinnen einschlägt, das sollte auf der Tour mittlerweile bekannt sein. 

Wie wichtig dieser frühe Turniersieg in der Tennis-Vita von Lilli Tagger sein kann, wird sich weisen. Aber ein Blick nach Kitzbühel am Wochenende auf den dortigen Premieren-Champion Quentin Halls zeigt ja: Besser haben als brauchen. Denn Halys musste auf seinen ersten Titel ewig lange warten. Tagger kann sich bereits als Teenagerin mit der Jagd auf den zweiten beschäftigen.
 

von Jens Huiber

Montag
27.07.2026, 07:57 Uhr
zuletzt bearbeitet: 26.07.2026, 21:43 Uhr