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Machtwechsel im ÖTV: Neuer Präsident Richard Grasl greift nach Tennis-Zukunft

Beim Österreichischen Tennisverband (ÖTV) beginnt eine neue Ära: Richard Grasl übernimmt das Präsidentenamt von Martin Ohneberg und setzt sich große Ziele für die kommenden drei Jahre.

von Isabella Walser-Bürgler
zuletzt bearbeitet: 20.04.2026, 17:54 Uhr

Davis-Cup-Kapitän Jürgen Melzer und seine Mannschaft
© Getty Images
Davis-Cup-Kapitän Jürgen Melzer und seine Mannschaft

Bei der Generalversammlung in Oberpullendorf wurde Richard Grasl ohne Gegenstimme zum neuen Präsidenten des Österreichischen Tennisverbands gewählt. Der Medienmanager folgt auf Martin Ohneberg und übernimmt damit die Führung in einer wichtigen Phase für den heimischen Tennissport. Unterstützt wird er dabei von Vizepräsidentin Stephanie Bonner sowie den Vizepräsidenten Klemens Eiter, Andreas Pilsl und Axel Melchior.

ÖTV setzt auf Nachwuchs: Tagger, Schwärzler und Co.

Grasl wertete das klare Votum als starkes Zeichen des Vertrauens. Gleichzeitig machte er deutlich, dass mit dieser Zustimmung auch hohe Erwartungen verbunden seien, denen das neue Präsidium nun gerecht werden müsse – vor allem im Nachwuchsbereich. Namen wie Lilli Tagger und Joel Schwärzler zeigen, dass es in Österreich neue spannende Talente gibt. Auch hinter ihnen drängen mit Thilo Behrmann und Anna Pircher weitere junge Spielerinnen und Spieler nach.

Für Grasl ist daher klar: Entscheidend wird sein, wie gut der Verband junge Talente künftig begleitet. Deshalb soll die bestehende Ausbildungsstruktur genau geprüft und modernisiert werden. Ziel sei es, optimale Bedingungen für den Weg an die Spitze zu schaffen.

Größte Baustelle bleibt das Geld

So ambitioniert die sportlichen Ziele sind, so deutlich benennt der neue Präsident die größte Herausforderung: die Finanzierung. Ohne zusätzliche Mittel werde es schwer, bessere Rahmenbedingungen für Leistungssport und Nachwuchsarbeit zu schaffen

Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten müsse der Verband neue Wege gehen. Grasl zeigt sich jedoch zuversichtlich, weitere Partner und Sponsoren für den Tennissport gewinnen zu können. Österreich sei schließlich nach dem Fußball eines der “tennisbegeistertsten Länder Europas”.

Davis Cup mit Melzer: Grasl träumt vom Coup

Ein zentrales Thema der kommenden Monate wird auch das Davis-Cup-Team sein. Im September wartet ein Heimduell mit Belgien um den Einzug ins Finalturnier von Bologna. Angeführt wird die Mannschaft weiterhin von Kapitän Jürgen Melzer, der dem Team in den vergangenen Jahren neue Stabilität verliehen hat.

Die Aufgabe wird anspruchsvoll genug, denn Belgien reist mit viel Qualität an. Doch Grasl glaubt an die Chance auf eine Überraschung. Ein Erfolg könnte dem österreichischen Tennis genau jenen Schub geben, den Grasl im Land anvisiert.

von Isabella Walser-Bürgler

Montag
20.04.2026, 17:56 Uhr
zuletzt bearbeitet: 20.04.2026, 17:54 Uhr