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Mansour Bahrami sieht Attacke auf Iran als notwendiges Übel

Als angehender Tennisprofi wurde der Iraner Mansour Bahrami selbst Opfer der islamischen Revolution, die Ende der 1970er Jahre den Tennissport im Land verbannte. Trotz ablehnender Haltung zu Kriegen hofft der Tennis-Entertainer auf eine positive Entwicklung zur Befreiung des iranischen Volkes nach der militärischen Intervention durch die USA und Israel.

von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet: 02.03.2026, 08:44 Uhr

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Mit großer Aufmerksamkeit verfolgt Mansour Bahrami die aktuellen Entwicklungen in seiner iranischen Heimat.

Schon seit der Kindheit hatte es der Tennissport Mansour Bahrami als große Leidenschaft angetan. Obwohl er sich das Tennisspiel selbst beibringen musste, schaffte es der Iraner mit seinem immensen Ballgefühl in den Kreis der besten Junioren des Landes. Als jedoch 1979 die islamische Revolution im Lande ausbrach, wurde der Tennissport dort verboten, weshalb er aus dem Land floh und sich ohne finanzielle Unterstützung als Flüchtling nach Frankreich absetzte, wo er 1989 sogar die doppelte Staatsbürgerschaft erhielt und dadurch auf der ATP Tour antreten konnte.

Die ganz große Karriere als Einzelspieler war aufgrund der Situation nicht mehr möglich, dennoch schaffte er es in die Top 200 der Weltrangliste und zog 1981 in Roland Garros bei seiner einzigen Grand-Slam-Teilnahme in die zweite Runde ein. Dennoch lebte er seinen Traum vor allem im Doppel, wo er sich bis auf Position 31 im Ranking spielen und zwei ATP-Titel einfahren konnte. Auf Major-Ebene erreichte er 1989 an der Seite des Franzosen Eric Winogradsky bei den French Open sogar das Endspiel. Neben dem sportlichen Wettkampf sieht Bahrami den Tennissport hauptsächlich auch als Unterhaltung für das Publikum, weshalb der 69-Jährige die Zuschauer bis zum heutigen Tag in Showkämpfen mit seinen beindruckenden Kunststücken vergnügt.

Obwohl sich Bahrami in seiner Wahlheimat Frankreich bestens eingelebt hat, verfolgt er natürlich aus der Ferne die Entwicklungen in seiner ehemaligen Heimat. In einem Interview mit der L’Equipe bringt er seine Gedanken zum militärischen Eingreifen der USA und Israel im Iran klar auf den Punkt: „Krieg ist niemals gut, aber ich hoffe, er ist ein notwendiges Übel.“

Seine ganze Solidarität gilt dabei dem iranischen Volk: „Alles, was zur Befreiung des iranischen Volkes beitragen kann, ist willkommen. Es ist bedauerlich, aber es gibt keinen anderen Weg. Jedes Mal, wenn die Iraner aufstehen, jedes Mal, wenn sie ein wenig Freiheit fordern, stoßen sie nur auf Maschinengewehre.“

von Dietmar Kaspar

Montag
02.03.2026, 09:52 Uhr
zuletzt bearbeitet: 02.03.2026, 08:44 Uhr