Martina Navratilova - „Djokovic glaubt, er tut das Richtige, aber …“

Tennis-Legende Martina Navratilova kann mit der vor den US Open 2020 neu gegründeten Professional Tennis Players Association wenig anfangen.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 04.11.2020, 15:14 Uhr

Martina Navratilova würde sich mehr Einigkeit im Tennis wünschen
© Getty Images
Martina Navratilova würde sich mehr Einigkeit im Tennis wünschen

Ruhig ist es geworden um die Professional Tennis Players Association (PTPA), seit sich deren Frontmann Novak Djokovic und knapp 60 seiner Kollegen im Louis Armstrong Stadium in New York City zum gemeinsamen Gründungsfoto eingefunden haben. Die allgemeine Unterstützung war womöglich doch nicht so groß, wie sich Djokovic das vorgestellt hatte, zumal Rafael Nadal und Roger Federer prompt ihr Unverständnis über die Kreation der PTPA äußerten.

Branchenprimus Djokovic hat sich danach auf sein Kerngeschäft konzentriert, nach den nach seinen Maßstäben enttäuschenden Ergebnissen bei den US Open und in Roland Garros soll in London der krönende Saison-Abschluss folgen. Martina Navratilova, die während ihrer aktiven Zeit und auch danach in sozialen Angelegenheiten höchst engagiert war, sieht in Djokovics Rolle bei der PTPA allerdings eine unnötige Ablenkung. Und keine Hilfe für den Tennissport im Allgemeinen.  

Navratilova - „Probleme lösen, nicht neue schaffen“

„Er glaubt, dass er das Richtige tut“, erklärte Navratilova gegenüber der Irish Times. „Ich stimme nicht mit ihm überein, aber das ist seine Entscheidung. Aber seinem Tennis scheint es sicherlich nicht geholfen zu haben. Von einem rein logischen Standpunkt aus: Wenn Du ein Tennis-Champion bist, wenn man sich dem Sport verpflichtet, dann braucht das die gesamte Energie. Wenn man sich ablenken möchte, schaut man vielleicht TV, geht Holz hacken, oder fängt zu sticken an.“

„Aber diese Gewerkschaft zu gründen“, so Navratilova weiter. „Das hilft in keiner Hinsicht. Mach das, wenn Du mit dem aktiven Tennis aufgehört hast. Aber so etwas eckt an und ist nicht hilfreich. Während der Corona-Zeit wird versucht, uns weiter auseinander zu bringen. Dabei sollten wir vielmehr zusammen kommen und herausfinden, wie wir Turniere spielen können, ohne dass Leute krank werden. Lass uns zunächst einmal dieses Problem lösen, bevor wir ein neues schaffen.“

Die ATP scheint dies in den vergangenen Wochen einigermaßen gut hinbekommen zu haben. Im Kalender der WTA dagegen klaffen große Löcher. Weibliche Vertreter in der PTPA sucht man allerdings vergeblich.

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Mittwoch
04.11.2020, 15:15 Uhr
zuletzt bearbeitet: 04.11.2020, 15:14 Uhr