Martina Navratilova: Fehlende Konstanz erschwert Legendenbildung bei den Damen

Martina Navratilova hat sich kritisch mit der Saison 2018 auseinandergesetzt. Imponiert haben der Ikone besonders Naomi Osaka und Serena Williams. Nicht ganz so glücklich ist die 62-Jährige mit der fehlenden Konstanz in der Weltspitze.

von Ulrike Weinrich
zuletzt bearbeitet: 17.11.2018, 12:30 Uhr

Martina Navratilova bei den WTA-Finals in Singapur

Martina Navratilova weiß, wovon sie redet. 80 Mal haben sie und ihre ewige Rivalin Chris Evert auf der Tour gegeneinander gespielt. Zwischen 1973 und 1988 elektrisierten die Duelle dieser beiden so unterschiedlichen Charaktere die (Tennis-)Welt. Und die Matches polarisierten. Was gut war.

Es ist diese Art von Partien, die die eingebürgerte Amerikanerin zur Zeit ein wenig vermisst im Damen-Circuit. "Fehlende Konstanz ist etwas Normales geworden. Die Tatsache, dass so viele Spielerinnen Titel gewinnen, macht es schwieriger, Rivalitäten und Superstars zu entwickeln", schrieb Navartilova in ihrer Glosse auf der WTA-Homepage.

Navratilova: "Osaka ist jetzt ein Star"

Bei den vier Grand Slams 2018 gab es vier verschiedene Siegerinnen (Carolina Wozniacki/Simona Halep/Angelique Kerber/Naomi Osaka) - dazu Elina Svitolina als Champ des WTA-Finals in Singapur. Natürlich sei es auf der anderen Seite auch positiv, wenn es "ausgeglichen" zugehe und "die Dichte" der Draws größer sei, relativierte Navratilova ihre Kritik.

Besonders begeistert zeigte sich die neunmalige Wimbledonsiegerin (Einzel) vom Aufstieg Osakas, die vom Münchner Sascha Bajin trainiert wird. "Sie ist jetzt ein Star. Und sie wird größer und größer werden", unkte Navratilova: "Aber ich habe in diesem Jahr auch das Potenzial von anderen jungen Spielerinnen gesehen, die nach oben kommen. Ich denke da an Daria Kasatkina, Aryna Sabalenka und Elise Mertens. Und auch an Kiki Bertens, die schon ein bisschen älter ist, aber dieses Jahr einen großen Sprung nach vorne gemacht hat."

"Serenas Comeback war eine tolle Sache"

Auch von der Rückkehr der 23-maligen Major-Gewinnerin Serena Williams zeigte sich Navratilova beeindruckt: "Serenas Comeback war eine tolle Sache. Das Finale von Wimbledon und bei den US Open zu erreichen, das kann man nach ihrem Jahr Pause als eine wunderbare Leistung bezeichnen." Das skandalumwitterte Endspiel von New York zwischen Williams und Osaka war für Navratilova ohnehin das Match der Saison - und es war das Jahr, in dem "Angelique Kerber quasi aus dem Nichts Wimbledon gewann".

Navratilova rechnet auch in Zukunft damit, dass die fehlende Konstanz eine feste Konstante auf der WTA-Tour bleiben wird. Die allgemeine Entwicklung des Spiels sieht die Linkshänderin aber durchaus positiv. Sie lobte die Kreativität der Profis, die mit mehr Lobs und Stopps agieren: "Und sie werden einfallsreicher, wenn es darum geht, die Chancen auszunutzen, die einem der Spin eröffnet. In dieser Zeit musst man mehr bieten, als schöne Vorhand - und Rückhandschläge. Nur harte Grundschläge garantieren dir keine regelmäßigen Erfolge - und sicherlich bringen sie dich nicht zu einem Major-Sieg."

Hier eine Übersicht der größten Erfolge der Top-Ten-Spielerinnen 2018

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von Ulrike Weinrich

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