Martina Navratilova zum Pride-Monat: „Es ist gut, nicht mehr zensiert zu werden“

Der US-amerikanische Superstar Martina Navratilova, war einer der ersten Sportler:innen die mit ihrer Homosexualität an die Öffentlichkeit gingen. 40 Jahre später hat sich einiges verändert.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 16.06.2021, 21:10 Uhr

Martina Navratilova feiert den Pride-Monat und ihr 40-jähriges Coming-Out
© Getty Images
Martina Navratilova feiert den Pride-Monat und ihr 40-jähriges Coming-Out

1981 hatte sie ihr Outing: Martina Navratilova, eine der erfolgreichsten Tennisspielerinnen die diese Welt jemals gesehen hat, war nach ihrem Staatsbürgerschaftswechsel von der damaligen Tschechoslowakei in die USA, was ihre sexuelle Orientierung betraf, gleich in die Offensive gegangen. In einem Interview mit der „New York Daily“ enthüllte sie schon vor stattlichen 40 Jahren, was heute noch viele Spieler:innen für sich behalten.

„Das wir den Pride-Monat haben - im ganzen Land - das ist gut so. Wir haben Pride-Tage in der NHL, der NFL, beim Baseball, überall. Das war nicht immer so“, schrieb Martina Navratilova Mittwoch in einem Artikel für die offizielle WTA-Homepage. „Als die WNBA (die US-amerikanische Basketballliga der Frauen) begann, machten sich die TV-Kameras praktisch selbst kaputt, nur um ja keine lesbischen Frauen im Publikum zu zeigen - und eigentlich bestand das gesamte Publikum nur aus ihnen.“

„Ich rate allen Leuten dazu, einfach sie selbst zu sein“

„Die Kameras waren vorwiegend auf die Familien gerichtet, oder auf das eine oder andere Hetero-Pärchen. Von den lesbischen Pärchen haben sie immer weggeschwenkt. Wenn sie meine Box in Wimbledon zeigten, sagte der Kommentator: ‚Oh, da ist Martinas Freund‘. Es wurde also immer darüber geschwiegen, ignoriert oder als etwas anderes benannt, als es wirklich war. Es ist heutzutage wirklich gut, sich selbst nicht mehr zensieren zu müssen, oder besser gesagt, nicht mehr zensiert zu werden.“

Tatsächlich hat sich, seit dem die 18-fache Grand-Slam-Siegerin ihre lesbische Orientierung öffentlich gemacht hat, vieles zum besseren verändert. Allerdings meint die gebürtige Böhmin auch, dass es noch einiges zu modernisieren gilt: „Ich bin überrascht, dass wir in den letzten Jahren noch nicht mehr Spieler:innen sich outen gesehen haben. Es kostet sehr viel Energie, das in sich zu tragen. Es ist ermüdend. Ich rate allen Leuten dazu, einfach sie selbst zu sein. Man muss es nicht ankündigen. Es reicht zu sagen: ‚Weißt Du, übrigens, so ist es.‘ Und das wars.“

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Mittwoch
16.06.2021, 22:55 Uhr
zuletzt bearbeitet: 16.06.2021, 21:10 Uhr