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Masken, Fans, Ballkinder - Schaukämpfe in Zeiten von Corona

In Zeiten wie diesen lohnt ein Blick über die Grenzen: Denn in Deutschland werden die Corona-Bestimmungen anders ausgelegt als in Österreich oder Spanien.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 10.06.2020, 16:53 Uhr

Grundsätzlich gilt: Mundschutz schadet dieser Tage nie
© GEPA Pictures
Grundsätzlich gilt: Mundschutz schadet dieser Tage nie

Andere Länder, andere Sitten. Ja, in Deutschland sogar: andere Bundesländer, andere Sitten. Selten hat man dies so detailliert feststellen können wie gerade jetzt. Wenn der geneigte Tennisfan seinen Blick etwa gen Spanien richtet, wo in der Nähe von Valencia ein kleines Einladungsturnier mit Spielern wie Alex de Minaur und Pablo Andujar stattfindet, dann gilt es festzuhalten: Ja, der Stuhlschiedsrichter trägt einen Maske. Aber was sind dies für kleine Menschen, die sich da wieselflink um die Bälle kümmern? Ballkinder etwa? Genau. Die allerdings nur ihrer ureigensten Aufgabe nachkommen, dem Einsammeln der Bälle. Für die Handtücher zeichnen die Spieler selbst verantwortlich.

Die großzügige Kameraeinstellung lässt im Übrigen auch einen Blick auf den Nebenplatz zu: Dort stehen neben einem Kameramann auch drei Ersatz-Ballkinder bereit - zuzüglich ein paar Personen, deren Tätigkeit sich nicht genau bestimmen lässt. Zuschauer indes wurden keine gesichtet.

Keine Fans in Großhesselohe

Und damit weiter nach Neuss ins Bundesland Nordrhein-Westfalen. Dort sitzen seit gestern tatsächlich Menschen auf den Tribünen, die nur eines im Sinn haben: interessiert tennisspielenden Professionals zuzusehen. So wird es auch ab Donnerstag in Troisdorf (ebenfalls Nordrhein-Westfalen) und Überlingen (Baden-Württemberg) sein. Nicht jedoch beim TC Großhesselohe, wo seit dem Dienstag aufgrund der bayerischen Corona-Vorschriften neben ein paar akkreditierten Journalisten nur die Betreuer der jeweiligen Spieler präsent sein dürfen.

Immerhin: In Großhesselohe sind die Spielerbänke wie gewohnt direkt am Schiedsrichterstuhl platziert. Nicht so aber in Neuss: da darf ein Athlet neben dem Umpire seinen Platz einnehmen, die zweite Bank wurde in ein Eck weit hinter der Grundlinie gestellt. Erfahrungswerte für Troisdorf und Überlingen gibt es in dieser Hinsicht nicht - an diesen beiden Standorten geht es erst morgen los.

Was macht Novak Djokovic in Belgrad?

Die für Corona-Zeiten klassische Anordnung findet sich dagegen im Bundesleitungszentrum Südstadt, wo die österreichischen Profis weit vor allen anderen begonnen haben: keine Zuschauer, keine Ballkinder, aber auch keine Masken für den Stuhlschiedsrichter (wie in Deutschland übrigens auch nicht).

Man darf gespannt sein, wie sich die Situation am Wochenende darstellen wird: Da hat Novak Djokovic zum Auftakt seiner Adria-Tour nach Belgrad gebeten (Alexander Zverev, Dominic Thiem und Grigor Dimitrov sind dieser Einladung gefolgt). In Serbie wurden am vergangenen Wochenende ja schon wieder Fußballspiele mit mehreren tausend Fans agehalten. In der Nähe von Nizza startet darüber hinaus der „Ultimate Tennis Showdown“ von Patrick Mouratoglou. Mit einem völlig neuen Format. Und vermutlich ohne Fans, Ballkinder und Masken. Aber was weiß man schon in diesen Tagen.  

von Jens Huiber

Mittwoch
10.06.2020, 20:05 Uhr
zuletzt bearbeitet: 10.06.2020, 16:53 Uhr