Matosevic gesteht Blutdoping, warnt seine Kollegen und schimpft auf die ITIA

Marinko Matosevic, australischer Ex-Profi auf der ATP-Tour, hat in einem offenen Brief unerlaubte Blut-Transfusionen zugegeben. Und ein Warnung an die Kollegen ausgesprochen, dies auch zu versuchen.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 03.02.2026, 22:34 Uhr

Marinko Matosevic während der Qualifikation für die Australian Open 2017
© Getty Images
Marinko Matosevic während der Qualifikation für die Australian Open 2017

Das letzte dokumentierte professionelle Tennismatch von Marino Matosevic trug sich 2018 in Indian Wells zu. Da verlor Matosevic beim ATP-Challenger-Turnier in Indian Wells gegen Christian Harrison (der ja erst vor wenigen Tagen bei den Australian Open im Doppel an der Seite von Neal Skupski reüssieren konnte). Zu jener Zeit war der mittlerweile 40-Jährige, der ein Karriere-Hoch von Platz 39 im Einzel aufzuweisen hat, aber schon mit einem schlechten Gewissen unterwegs.  

Das räumte Matosevic in einem offenen Brief nun ein. Er habe Ende 2017 in Mexiko eine Bluttransfusion erhalten. Und diese Entscheidung sofort bereut, weil er Angst um seine Gesundheit hatte. Wenige Wochen später beendete Matosevic seine Laufbahn. Und richtete nun in seinem offenen Brief den dringenden Appell an seine Kollegen, derartige Praktiken zu unterlassen. Dafür sei das Leben zu wertvoll. 

Matosevic: “De Spieler haben die Macht!”

Die International Tennis Integrity Agency (ITIA) untersuche den Fall seit dem ATP-Masters-1000-Turnier in Rom 2024. Also mehr als sechs Jahre, nachdem sich Matosevic der illegalen Methode bediente. Und Matosevic ist nicht der erste Profi, der am Vorgehen der ITIA kein gutes Haar lässt. 

Er schreibe diesen Brief auch, um der Tenniswelt zu zeigen „wie korrupt und ungerecht die Prozesse der ITIA sind“.  Man habe ihm sein Handy abgenötigt und Nachrichten verwertet, die älter als fünf Jahre waren. Die Regelauslegung der ITIA sei willkürlich, je nachdem, was die Situation hergibt. 

Er selbst werde die für kommende Woche terminierte Anhörung bei der ITIA nicht wahrnehmen und jeden Kontakt zu dieser Agentur abbrechen. Seine Ex-Kollegen forderte Matosevic noch auf, sich gegen das bestehende System zu stellen. Denn: „Die Spieler haben die Macht!“.
 

von Jens Huiber

Mittwoch
04.02.2026, 09:50 Uhr
zuletzt bearbeitet: 03.02.2026, 22:34 Uhr