Matteo Berrettini - Halten diesmal die Nerven?

Debütant Matteo Berrettini könnte seine traumhaft gut Saison bei den ATP Finals in London krönen. An ganz große Matches muss sich der Italiener allerdings erst gewöhnen.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 08.11.2019, 06:11 Uhr

Matteo Berrettini gibt in London sein Debüt
© Getty Images
Matteo Berrettini gibt in London sein Debüt

Gut möglich, dass Roger Federer leicht sorgenvoll in das Achtelfinale beim Wimbledon-Turnier 2019 gegangen ist. Schließlich hatte sich mit Matteo Berrettini ein Gegner angekündigt, der zuvor in Stuttgart auf beeindruckende Art und Weise seinen ersten Titel auf Rasen geholt hatte. Ohne dabei auch nur ein einziges Mal seinen Aufschlag abzugeben. Tatsächlich gab Federer dann in drei Sätzen insgesamt nur fünf Spiele ab, der Italiener konnte seine Nervosität nicht verbergen, war den Anforderungen der ganz großen Bühne nicht gewachsen.

Die nächste Gelegenheit vor den Augen der Welt ergab sich gar nicht allzu lange danach bei den US Open, unter marginal anderen Voraussetzungen: Zum Halbfinale gegen Rafael Nadal trat ein vom Turnier gezeichneter Matteo Berrettini an, während der Spanier gegen Ende der zweiten Woche gerade mal auf Betriebstemperatur gekommen war. Dennoch hatte Berrettini im ersten Satz gute Chancen, sich den Tiebreak zu holen. Nachdem dies nicht gelang, zog Nadal einsam seine Kreise.

Thiem - Die beste Vorhand auf der Tour

In London nun wird der 23-Jährige nun zumindest gegen Roger Federer die Gelegenheit zur Revanche bekommen, die beiden spielen mit Dominic Thiem und Novak Djokovic in der Gruppe Björn Borg. Gegen den Österreicher hat es erst in diesem Herbst zwei Matches gegeben, beide fielen äußerst eng aus: in Shanghai gewann Berrettini, Thiem revanchierte sich in der Vorschlussrunde von Wien. Der erste Vergleich mit Novak Djokovic steht noch aus, am Sonntag um 15 Uhr (live bei Sky) wird es so weit sein.

Zwar geht Matteo Berrettini als Nummer acht, und damit am niedrigsten gereihter Spieler, in das Jahresabschlussturnier. Sein starker Aufschlag und die Vorhand, die Dominic Thiem in Wien zur im Moment besten auf der ATP-Tour geadelt hatte, sind aber Waffen, die auch in London zum Erfolg führen könnten.

Berrettini investiert in seine Karriere

Sozialisiert wurde der Tennisspieler Matteo Berrettini nicht überraschend auf Sand, dort holte er auch seine ersten beiden Titel auf der ATP-Tour: 2018 in Gstaad, in diesem Jahr in Budapest. Schon früh hat er allerdings erkannt, dass er auch auf schnellerem Geläuf gut zurechtkommen könnte. „Ich habe 2015 viele Turniere gespielt“, erklärte Berrettini in einem Interview mit der BBC. „Und 70 Prozent von diesen Matches waren auf Hartplatz. Für mich war das eine Investition in meine Karriere. Natürlich habe ich gute Waffen für das Spiel auf Hartplatz, aber ganz so einfach ist es nicht. Weil ich so groß bin. Ich mag es zu spielen, wenn ich genug Zeit habe. Und dafür habe ich in den vergangenen Jahren wohl die meiste Arbeit geleistet.“

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von Jens Huiber

Freitag
08.11.2019, 09:55 Uhr
zuletzt bearbeitet: 08.11.2019, 06:11 Uhr

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