Matteo Berrettini sieht Rückkehr in Top 10 nicht als Prio
Nach zahlreichen Verletzungsproblemen hat sich Matteo Berrettini mit Thomas Enqvist auf der Coaching-Position neu aufgestellt und strebt die Rückkehr in die Weltspitze an. Bezüglich einer Rückkehr in die Top 10 der Weltrangliste will sich der Italiener aber nicht unter Druck setzen.
von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet:
15.05.2026, 19:19 Uhr

Das Heimturnier im Foro Italico hatte sich Matteo Berrettini natürlich ganz anders vorgestellt. Mit einer glatten Zweisatz-Niederlage gegen den Australier Alexei Popyrin musste der Römer nicht nur ein potenzielles, rein italienischen Drittrunden-Duell gegen Jannik Sinner früh ad acta legen, sondern sieht sich nach dem Erstrunden-Aus auch seit mehr als einem Jahr wieder außerhalb der Top 100.
Dennoch sieht sich Berrettini nach zahlreichen Problemen mit der Bauchmuskulatur sportlich gut aufgestellt. Seit März arbeitet der 30-Jährige mit dem ehemaligen Weltranglisten-4. Thomas Enqvist zusammen und ließ sich beim Sunshine-Double in den USA erstmals vom Schweden begleiten. Mit Hilfe des 52-Jährigen soll durch die Verbesserung der Match-Fitness, gerade auch im Hinblick auf anstehende Best-of-five-Matches, mehr Konstanz in das Spiel des Italieners einkehren.
Und dass gerade in Punkto Konstanz der Hebel bei Berrettini anzusetzen ist, zeigen auch die bisherigen Resultate der Saison. Als tiefste Läufe auf Turnier-Ebene kann er bislang nur die beiden Viertelfinal-Teilnahmen beim 500er-Event in Rio und beim hochkategorisierten Challenger-Turnier in Cagliari als beste Ergebnisse vorweisen. Demgegenüber stehen aber auch herausragende Einzel-Matches wie die Siege gegen die Top-10-Spieler Alexander Bublik aus Kasachstan und Daniil Medvedev, den er beim Masters in Monte-Carlo sogar mit einem Doppel-Bagel demütigen konnte.
In Sachen Ranking möchte sich die ehemalige Nr. 6 im ATP-Ranking auf dem Weg zu alter Stärke jedoch nicht unter Druck setzen lassen. So kommentierte er auf Nachfrage bezüglich einer baldigen Top-10-Platzierung: „Natürlich war das Erreichen dieses Niveaus für mich eine wunderbare Erinnerung, wenn man all die Mühe bedenkt, die ich in meinem Leben investiert habe. Doch dann wurde mir klar, wie entscheidend es ist, Freude an der Karriere zu haben, die ich führe. Wenn ich nun ‚nur‘ die Top 20 erreiche, werde ich das nicht als etwas Schlechtes ansehen, denn zu diesem Zeitpunkt ist es bereits eine echte Herausforderung geworden, überhaupt in den Top 20 vertreten zu sein. Wie ich schon sagte, wenn ich es nicht zurück in die Top 10 schaffe, ist es nicht das Ende der Welt.“
Den nötigen Feinschliff für das anstehende Grand-Slam-Turnier in Paris wollte sich Berrettini in Form weiterer Matches beim 175-Challenger-Turnier in Valencia holen, zeigte aber auch dort ergebnistechnisch wieder zwei Gesichter. Nach einem souveränen Auftakt-Erfolg gegen den Japaner Taro Daniel musste er sich dem an Nr. 4 gesetzten Argentinier Camilo Ugo Carabelli ohne Satzgewinn geschlagen geben.
