Max Schönhaus in Koblenz: "Kleinen Meilenstein auf diesem Level erspielt"

Mit seinem Einzug ins Halbfinale der Koblenz Tennis Open hat Max Schönhaus am Wochenende ein echtes Ausrufezeichen gesetzt. Dem 18-Jährigen aus Soest gelang damit zum ersten Mal auf der ATP Challenger Tour der Sprung unter die letzten Vier. Er empfahl sich in der Schängel-Stadt erneut als eines der spannendsten deutschen Nachwuchstalente. 

von Florian Heer aus Koblenz
zuletzt bearbeitet: 09.02.2026, 12:09 Uhr

© Jürgen Hasenkopf

Auch wenn Schönhaus sich am Samstag dem ehemaligen Top-50-Spieler und späteren Turniersieger Pavel Kotov mit 6:4 und 6:0 geschlagen geben musste, überwog nach einer starken Turnierwoche klar das Positive. 

Im tennisnet-Interview sprach der Teenager über seine Eindrücke von den Koblenz Tennis Open, die wichtigsten Learnings aus dem Turnier und seine nächsten Ziele.

tennisnet: Max, eine tolle Turnierwoche geht mit einer Niederlage im Halbfinale gegen Pavel Kotov zu Ende. Wie war es heute auf dem Platz für dich?

Max Schönhaus: Pavel hat viel Erfahrung und sehr erwachsen gespielt. Trotzdem war es ein gutes Match, auch wenn das Ergebnis etwas deutlicher aussieht. Wir hatten einen klaren Matchplan, den wir weitestgehend umsetzen konnten. Hier und da hätte ich aber den ein oder anderen Ball mehr reinspielen können. Er hat mir jedoch wenig Möglichkeiten gegeben, wieder ins Match zu finden, und das hat schließlich auch den Unterschied ausgemacht. 

Nichtsdestotrotz: Es war dein erstes Halbfinale auf der ATP Challenger Tour. Wie fällt dein Fazit diese Woche aus?

Ich kann mit der Woche hier sehr zufrieden sein. Es freut mich sehr, mir diesen kleinen Meilenstein auf diesem Level erspielt zu haben. Ich bin gespannt, was ich dieses Jahr noch erreichen kann. Es zeigt auch, dass die Dinge, an denen wir arbeiten auch die richtigen sind. Allerdings muss man auch feststellen, dass die ersten Runde gegen Mika Petkovic sehr knapp war und mein Gegner bereits zum Matchgewinn servierte. Am Ende ist die Woche aber der Lohn für eine gute Pre-Season.

Wie waren deine Eindrücke bei den Koblenz Tennis Open, die in diesem Jahr bei Johanna Strelow und Birgit Bach in den Händen neuer Veranstalter waren?

Ich war erst zwei Mal hier in Koblenz am Start, aber das Turnier ist megaschön. Die Anlage mit der großen Arena ist unglaublich. Es kommen viele Leute, die einfach Lust haben Tennis zu sehen. Die Organisation ist sehr gut. Das Hotel ist gut zu erreichen und auf der Trainingsanlage beim Verband bekommst du eigentlich immer einen Court. Dazu sind die Matchcourts mit den Tribünen drumherum natürlich etwas Besonderes.

Du bist mit einer Wildcard am Start gewesen. Wann hast du davon erfahren? 

Ich denke Anfang des Jahres, als ich zusammen mit meinem Coach Björn Simon die Turnierplanung angegangen bin. Danke an den DTB für die Wildcard. Es gibt uns jungen Spielern die Möglichkeit an diesen Turnieren teilzunehmen.

Eine Besonderheit heuer ist der orangefarbene Court. Macht das für euch auf dem Platz einen Unterschied?

Die Plätze hier sind – abgesehen von der Farbe - sowieso speziell, da sie im Vergleich zu anderen Challenger Events jedes Jahr neu gemacht werden. Ich finde die Farbe tatsächlich sehr cool, auch wenn man im Livestream manchmal etwas Probleme hat, den Ball zu verfolgen. Für uns auf den Platz macht das jedoch keinen Unterschied. Ich habe mich über ein wenig Abwechslung blau gefreut. 

Im vergangenen Jahr hast du bei den Junioren das Finale von Roland-Garros erreichst, warst in Wimbledon im Halbfinale, bei den US Open im Viertelfinale und hast als erster Deutscher die ITF Junior Finals gewonnen. Wenn du 2025 noch einmal reflektieren lässt, was bleibt besonders im Gedächtnis?

Ich habe ein sehr erfolgreiches Juniorenjahr gespielt und habe mit meinen ersten beiden Titel auf der ITF World Tennis Tour auch meine ersten Titel im Herrentennis gewonnen. Das war alles sehr cool und aufregend. Weihnachten war ich dann daheim im Kreise meiner Familien, wo ich immer versuche, sehr viel Zeit zu verbringen. Das beruhigt und erdet einen wieder. Jetzt freue ich mich auf meine erste komplette Saison auf der Herren-Tour. Mal sehen, was dieses Jahr bringt. 

Hast du durch deine Erfahrungen bei den Junioren bereits einen persönlichen Favoriten in Bezug auf die Grand-Slam-Turniere ausgemacht?

Tatsächlich Wimbledon. Hier durfte ich bereits zwei Mal spielen. Man merkt die Besonderheit des Events. Es wird auf Rasen gespielt, man ist weiß gekleidet – das ist eine besondere Klasse, die Wimbledon versprüht. Die US Open und Australian Open sind von der Atmosphäre her allerdings auch toll. 

Bei deinen Turniererfolgen auf der ITF World Tennis Tour in Monastir war auch das ein oder andere Match dabei, dass du nach Satzrückstand gewonnen hast. Ist das ein wichtiger Schritt in deiner Entwicklung?

Ja, auf jeden Fall. Das ist insbesondere auf diesem Level sehr wichtig, da alle beständig gutes Tennis spielen können und die Konstanz vorhanden ist. Um da dranzubleiben – was auch immer auf dem Platz passiert –, ist das Mentale sehr wichtig. 

Wie sieht deiner weiterer Turnierkalender aus?

Nächste Woche steht das ITF M15 Event in Oberhaching an, gefolgt von zwei Wochen Training. Dann werde ich mit Niels McDonald und Philipp Petzschner beim Challenger in Fujairah in den Vereinigten Arabischen Emiraten antreten. Das wird bestimmt ein cooler Trip und darauf freue ich mich. 

Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg.

von Florian Heer aus Koblenz

Montag
09.02.2026, 10:50 Uhr
zuletzt bearbeitet: 09.02.2026, 12:09 Uhr