Medvedev-Coach Gilles Cervara: „Daniil kann Roland Garros 2022 nicht gewinnen, aber Wimbledon“

Gilles Cervara, Coach von US-Open-Champion Daniil Medvedev, hat in einem ausführlichen Interview den größten Triumph seines Schützlings analysiert. Und die nächsten Ziele ins Auge gefasst.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 17.09.2021, 08:09 Uhr

Daniil Medvedev und Gilles Cervara 2020 in Paris-Bercy
© Getty Images
Daniil Medvedev und Gilles Cervara 2020 in Paris-Bercy

Die Zusammenarbeit zwischen Daniil Medvedev und Gilles Cervara hat am vergangenen Sonntag in New York City mit dem Gewinn der US Open ihren bisherigen Höhepunkt gebracht. Der Sieg gegen Novak Djokovic hat ein Grand-Slam-Jahr beschlossen, das mit der Finalteilnahme in Melbourne begonnen hatte. Dort allerdings hat sich Cervara während eines Matches seines Schützlings auch schon mal verabschiedet. Aus Ärger über das Verhalten von Medvedev.

Ganz aktuell regiert natürlich die Freude über den neuen Meilenstein in der Karriere der Nummer zwei der Welt. In einem Interview mit der Seite tennismajors.com hat Coach Cervara nun den Weg beschrieben, der zum Triumph im Arthur Ashe Stadium geführt hat. Nach dem Aus bei den Olympischen Spielen gegen Pablo Carreno Busta habe er einige Dinge verbessern wollen, so Cervara, und das sei bis zu den US Open gelungen. Woran er nicht rütteln wird, ist die extrem defensive Returnposition von Medvedev.

Medvedev mit besonderer Aufschlag-Taktik

„Als ich mit ihm begonnen habe, dachte ich mir: `Es ist unmöglich, von so weit hinten zu gewinnen, man macht zu viele Winkel auf´“, erzählte Cervara. „Ich habe versucht, ihn dazu zu bringen, näher an der Linie zu retourniern. Aber er hat sich geweigert. Daniil hat gemerkt, dass es für ihn, wenn er weiter vorne steht, nicht mehr funktioniert.“ Er sei dann intelligent genug gewesen, das zu akzeptieren. Auch weil er gemerkt habe, dass die Position aufgrund der Größe, des Auges und der Spielanlage Medvedev zum Vorteil gereiche.

Dass die ersten beiden Matchbälle im Endspiel gegen Djokovic via Doppelfehler flöten gegangen sind, war übrigens schon in der Taktik eingepreist. Medvedev servierte den zweiten Aufschlag beinahe so schnell wie den ersten. „Es war eine taktische Möglichkeit, die wir vor dem Match erläutert habe. Er hat damit früh im Match begonnen, mit einem Ass beim zweiten Aufschlag. Damit hatte nicht einmal ich gerechnet, dass es so früh losgeht. Wir waren sehr flexibel, um verschiedene Strategien anzuwenden für die Komplexität von Novak Djokovic.“

Besonders kompliziert hatte sich bis zu diesem Jahr auch die Beziehung von Daniil Medvedev und der roten Asche gestaltet. In Roland Garros konnte er erstmals überhaupt ein Match gewinnen, schaffte es bis ins Viertelfinale, wo er gegen Stefanos Tsitsipas verlor. Das hat Gilles Cervara noch nicht überzeugt. Auf die Frage, welche Majors Daniil Medvedev 2022 gewinnen könnte, meinte der Coach nur knapp: „Roland Garros, nein. Wimbledon, ja.“

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