tennisnet.com Allgemeines

Mehr als Schläger - eine Reise durch die Geschichte mit der Berlin Tennis Gallery

Tennis ist heute ein allseits vertrautes Spiel, das Millionen weltweit tagtäglich begeistert. Platzmaße, Schlägerformen und Spielweise sind klar definiert und weitestgehend standardisiert. Bei genauerer Betrachtung wird jedoch schnell deutlich, dass vieles davon Ergebnis einer langen Entwicklung ist. Einen ungewohnten Zugang dazu bietet die Berlin Tennis Gallery.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 11.01.2026, 12:32 Uhr

Die Evolution der Tennisbälle
© Berlin Tennis Gallery
Die Evolution der Tennisbälle

Die Plattform erzählt die Geschichte des Tennissports in sieben aufeinanderfolgenden Kapiteln. Diese Epochen bauen direkt aufeinander auf und bieten einen lückenlosen Blick auf die Entwicklung des Spiels und seines zentralen Werkzeugs, des Schlägers. Anhand der Schläger lässt sich nachvollziehen, wie sich Technik und Anforderungen an Spieler über Jahrhunderte verändert haben. Jedes Racquet wird auf einer eigenen Seite präsentiert. Kurze, verständliche Texte liefern den historischen Rahmen, hochauflösende Fotos zeigen Details wie Griffwicklungen und Bespannungen. Ergänzt wird die Darstellung durch 360-Grad-Videos. 

Der "Garsault´s Demi-Paume"
© Berlin Tennis Gallery

Der "Garsault´s Demi-Paume"

Die siebenteilige Reise durch die Geschichte beginnt bei den frühen Ballspielen des jeu de paume, bei dem noch keine Schläger im Einsatz waren. Es folgen die ersten Tennisschläger vor rund 500 Jahren und die Entwicklung des Real Tennis, das in geschlossenen Hallen mit hohen Wänden und Galerien praktiziert wurde. Mit dem Ballhausschwur von 1789 wurde einer dieser Spielräume in Versailles zu einem zentralen Ort politischer Geschichte. Der Weg ins moderne Zeitalter wird schließlich durch die Erfindung von „Lawn Tennis“ durch Walter Clopton Wingfield im Jahr 1874 geebnet. Mit der Ausbreitung des Lawn Tennis verändern sich Platz, Spieltempo und Material. Im 20. Jahrhundert rückt der Schlägerbau zunehmend in den Fokus. Der laminierte Holzschläger, bekannt etwa durch den Dunlop Maxply, steht für eine Phase der Standardisierung und internationalen Vergleichbarkeit. 

Der "F.H. Ayres Ltd. The Handicap"
© Berlin Tennis Gallery

Der "F.H. Ayres Ltd. The Handicap"

Einen deutlichen Einschnitt erfuhr der Sport im Zweiten Weltkrieg. In den 1950er- und 1960er-Jahren professionalisierte sich Tennis, Material und Spielweise veränderten sich zunehmend. Mit dem Jimmy Connors und seinem berühmten Wilson T2000 Stahlschläger beginnt der schrittweise Abschied vom klassischen Holz. Das Spritzgussverfahren des Dunlop Max 200G im Jahr 1982, mit dem John McEnroe und Steffi Graf ihre großen Erfolge feierten, markiert einen weiteren Wendepunkt in der Schlägergeschichte. Auch die jüngere Vergangenheit findet Platz. Die Berlin Tennis Gallery zeigt originale Spielschläger aus der modernen Ära, darunter den Winner-Schläger von Thomas Muster aus seinem French-Open-Sieg 1995. Damit schließt sich der Bogen vom historischen Material zum professionellen Tennissport. 

Ja, man hat dereinst auch mit Lederbällen Tennis gespielt
© Berlin Tennis Gallery

Ja, man hat dereinst auch mit Lederbällen Tennis gespielt

Die von Gründer Andreas Fixemer kuratierte Plattform ist als forschungs- und objektbasiertes Portal weltweit zugänglich. Es verzichtet vollständig auf Bezahlschranken und versteht sich als offenes Archiv des Tennissports. Jeder, der an der Entwicklung des Sports interessiert ist, findet hier detaillierte Einblicke in 1000 Jahre Tennisgeschichte. Die Plattform ist online unter berlintennisgallery.com abrufbar.
 

von tennisnet.com

Sonntag
11.01.2026, 18:55 Uhr
zuletzt bearbeitet: 11.01.2026, 12:32 Uhr