Melzer triumphiert in Winston-Salem
Österreichs Nummer eins darf in den USA zwei Tage vor dem Beginn des letzten Grand Slams des Jahres über den fünften ATP-Titel jubeln .
von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet:
24.08.2013, 19:40 Uhr

Wenn das nicht der richtige Selbstvertrauensschub vor den US Open in New York ist: Jürgen Melzer hat am Samstagabend nach MESZ beim ATP-World-Tour-250-Turnier von Winston-Salem den Titel geholt. Der 32-Jährige setzte sich im Finale gegen seinen Angstgegner Gael Monfils (ATP 43) im fünften Duell zum ersten Mal durch. Der Niederösterreicher (ATP 32) führte gegen den Franzosen nach 54 Minuten Spielzeit mit 6:3, 2:1, als dieser aufgrund einer Muskelverletzung in der Bauch- und Hüftgegend aufgeben musste. Für Melzer ist’s der fünfte ATP-Titel in seiner Karriere nach Bukarest 2006, Wien 2009 und 2010 sowie Memphis 2012. Er darf sich damit über den Siegerscheck in der Höhe von 76.900 Dollar und 250 ATP-Punkte freuen, mit denen er sich in der Weltrangliste zurück unter die Top 30 auf Platz 27 schiebt.
Wer viel Zeit hat, hier das ganze Match zwischen Melzer und Querrey im Video:
Die nächste Gala – bis zum frühen Ende
Melzer knüpfte von Anfang an nahtlos an die im Viertelfinale gegen Dmitry Tursunov und im Halbfinale über weite Strecken gegen Sam Querrey gezeigten Leistungen an. Und so nahm er Monfils trotz Spielballs gleich dessen erstes Aufschlaggame zum 2:0 ab. Bei 4:1 und 5:2 (in Form eines Satzballs) vergab er gar noch die Chance zum Doppelbreak, ließ aber bei eigenem Service nichts anbrennen und sicherte sich somit den ersten Satz. Im dritten Spiel des zweiten Durchgangs wurde dann das Handicap, das Monfils schon nach seinem Semifinal-Erfolg über Alexandr Dolgopolov in seiner Pressekonferenz angesprochen hatte, so richtig offensichtlich. Der 26-Jährige konnte nur noch mit erheblich reduziertem Tempo aufschlagen. Melzer wehrte mehrere Spielbälle seines Kontrahenten ab und nützte gleich seinen ersten Breakball zum 2:1.
Monfils nahm daraufhin ein Medical Timeout in Anspruch, entschied sich aber nach diesem, das Match nicht nochmal aufzunehmen – wohl auch, um seine Verletzung vor den US Open nicht etwa weiter zu verschlimmern. Das Endspiel nahm somit ein unrühmliches Ende, wie man es sich auch als Sieger wohl nicht wünscht. Doch Melzers Leistung soll das keineswegs schmälern. Nach zwei laut eigenen Aussagen noch eher verkrampften Auftritten in den ersten beiden Spielen wusste der Deutsch-Wagramer bei den Winston-Salem Open voll und ganz zu überzeugen. Das Erfolgserlebnis sollte Melzer auch in Flushing Meadows Flügel verleihen, er geht als klarer Favorit ins Erstrunden-Match gegen den Russen Evgeny Donskoy und hätte in einem möglichen Davis-Cup-Test gegen den Niederländer Igor Sijsling oder aber gegen den deutschen Qualifikanten Peter Gojowczyk gute Karten, um die dritte Runde zu erreichen.
„Sehr wichtig für mein Selbstvertrauen“
Mit einer wertvollen Schweizer Uhr und einem Pokal (siehe Foto rechts) wurde Melzer bei der Siegerehrung beglückwünscht: „Ich hatte eine großartige Woche und bin sehr glücklich“, sprach er bei der Siegerehrung ins Mikrofon. „Es war hart. Nach Wimbledon konnte ich vier Wochen lang nicht spielen, weil ich Schulterprobleme hatte. Ich war mit meiner Performance zuletzt nicht zufrieden, darum habe ich diese Woche so dringend Matches gebraucht. Es hätte nicht besser laufen können, als nun mit dem Turniersieg in die US Open zu gehen, das macht mich jetzt sehr froh.“ Aufrichtige, tröstende Worte richtete er an Monfils, mit dem ihn ja eine Freundschaft verbindet: „Es tut mir leid für Gael, das habe ich ihm auch am Netz gesagt. Das war wirklich Pech. So will man eigentlich nicht gewinnen. Aber wenn er aufgibt, dann weiß man, dass mit ihm wirklich was nicht stimmt. Ich wünsche ihm gute Erholung und viel Glück in New York und gratuliere ihm zu dieser tollen Woche.“
Der Turniersieg sei „sehr wichtig fürs Selbstvertrauen. Ich liebe dieses Turnier, das Publikum, die Bälle, alles. Jetzt habe ich also auch einen Titel auf Hartplatz(im Freien; Anmerkung). Ich werde nächstes Jahr wiederkommen.“ Zu guter Letzt wandte sich Melzer seiner Spielerbox zu: „Ich will meinem Team danken, meiner Frau, meinem neuen Coach. Es ist unsere dritte Woche und schon der erste Titel, das ist super.“ Bleibt zu hoffen, dass man Melzer in dieser Form auch bei den US Open sehen wird – und auch bei den Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle, wo er so wie Monfils an den Start gehen wird.
Jürgen Melzer in der Pressekonferenz nach dem Spiel:
Gael Monfils in der Pressekonferenz nach dem Spiel:
(Text: MaWa; Fotos: GEPA pictures / Twitter)
Hier die aktuellen Ergebnisse aus Winston-Salem:Qualifikation,Hauptbewerb,Doppel.
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