Nach 0:2-Satz-Rückstand Djokovic geschlagen? Fonseca und Melzer - das ist die Liste!
Joao Fonseca hat gestern gegen Novak Djokovic beinahe Historisches geschafft: Er ist erst der zweite Spieler, der gegen den Serben nach dem Verlust der ersten beiden Sätze gewinnen konnte.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
29.05.2026, 23:20 Uhr

Wenn man Joao Fonseca so bei seinen Interviews zuhört, dann erinnert der junge Brasilianer in der Tonlage an einen der ganz großen der Szene: nämlich an Andre Agassi. Fonseca hat ja große Teile seiner Jugend in den USA verbracht, da spricht es sich fast akzentfrei. Und Agassi kennt er ja auch ganz gut: Beim Laver Cup im vergangenen September in San Francisco durfte Fonseca beim Team World aufschlagen, Andre Agassi war dessen Kapitän.
1999 hat Agassi im Stade Roland-Garros im Endspiel gegen Andrey Medwedew nach 0:2-Satzrückstand den Titel geholt, davon ist Joao Fonseca noch ein weites Stück entfernt. Aber die Partie gestern gegen Novak Djokovic hatte etwas von jener Magie, die auch Agassi an seinen (vielen) guten Tagen versprühen konnte.
Fonseca wie Melzer 2010
Novak Djokovic diktierte die ersten beiden Sätze, dann ließ er körperlich nach, Fonseca kam ins Match zurück, traf so oft die Linien, dass Djokovic teilweise nur mit dem Kopf schütteln konnte. Den einzigen Vorwurf, den er sich mache, so Djokovic in seiner Pressekonferenz, sei jener, dass er beim Stand von 3:1 im fünften Satz nach einem Break sofort wieder seinen Aufschlag abgegeben hatte.
Dass der 24-malige Grand-Slam-Champion einen 2:0-Satz-Vorsprung aus der Hand gegeben hat, ist übrigens erst einmal vorgekommen: 2010 schaffte Jürgen Melzer genau das. Alle anderen 460 Matches gingen an den mittlerweile 39-jährigen Serben. Nun tritt Joao Fonseca in die Fussstapfen von Melzer.
Knapp fünf Stunden hat die Affäre zwischen Fonseca und Djokovic angedauert, das muss man erst einmal verkraften. Die gute Nachricht für Joao Fonseca: Casper Ruud musste gegen Tommy Paul ebenfalls über die volle Distanz gehen. Und stand dabei auch fast fünf Stunden auf dem Court Suzanne Lenglen.
Hier das Einzel-Tableau der Männer
