Novak Djokovic: Ist es Magie oder „nur“ die Erfahrung?
Wenn es brenzlig wird, dann scheint Novak Djokovic die Gedanken seiner Gegner lesen zu können. So auch vor zwei Tagen gegen Aleksandar Kovacevic.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
11.03.2026, 06:38 Uhr

Es war ja nicht so, dass Novak Djokovic in seiner Drittrunden-Partie gegen Aleksandar Kovacevic akut vom Ausscheiden bedroht gewesen wäre. Gut: Ein 4:4 im dritten Satz nimmt man als Favorit nie gerne, aber auf dem Weg dorthin war Kovacevic nie in die Nähe eines Breaks gekommen. Dann aber, als es wirklich um die vielzitierte Wurst ging, zeigte sich mal wieder die Magie, die dem erfolgreichsten Tennisspieler aller Zeiten halt immer noch innewohnt.
Was war passiert?
Stand 5:4 für Djokovic, 30 alle bei Aufschlag Kovacevic. Nole ist in der Defensive, Kovacevic muss einen Ball von der T-Linie aus eigentlich nur noch versenken. Dieses „nur“ ist aber schon ganz anderen Kalibern zum Verhängnis geworden. Denn irgendwie scheint Novak Djokovic einen siebten Sinn zu haben, wo seine Gegner in solchen Situationen den Ball hinspielen. So auch diesmal. Der Großmeister hatte sich in seiner Vorhandene eingegraben, Kovacevic aber verzichtete auf mögliche Fähigkeiten zum peripheren Sehen. Und spielte anstelle eines Inside-Out zum Punktgewinn einen Inside-In in den Schläger von Novak Djokovic. Nach dem darauffolgenden Punkt hieß es: Aus, Ende, vorbei.
Djokovic schon mit 420 Matchsiegen bei 1000ern
Diese Szene hat man als Beobachter des Tennissports schon allzu oft gesehen. Und wahrscheinlich kommen in solchen Situationen mehrere Dinge zusammen: Das fast einzigartige Talent von Djokovic, extrem schnell seine Bewegungsrichtung zu ändern. Die daraus resultierende Geduld, dass Nole eben einen ganz kurzen, aber entscheidenden Moment länger wartet als die meisten Profis. Und dann auch der enorme Erfahrungsschatz, den der mittlerweile 38-Jährigen bei nun schon 420 Matchsiegen bei ATP-Masters-1000-Turnieren gesammelt hat.
Nummer 421 wird kommen, vielleicht schon heute (Ortszeit) gegen Jack Draper. Der britische Titelverteidiger scheint ja nach langer Verletzungspause besser in Schwung zu kommen. Wahr ist aber auch, dass Draper den zweiten Satz gegen und damit von Francisco Cerundolo auf dem Silbertablett geschenkt bekommen hat. Der Argentinier gönnte sich nämlich in jenem Spiel zwei Doppelfehler, als er zum Satzausgleich aufschlug.
Erfahrungswerte gibt es zu diesem Duell nur wenige. Denn die einzige Begegnung zwischen Djokovic und Draper datiert aus dem Jahr 2021 in Wimbledon. Damals gewann Djokovic in vier Sätzen. Noch ungefährdeter als in Indian Wells 2026 gegen Aleksandar Kovacevic.
Hier das Doppel-Tableau in Indian Wells
