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Novak Djokovic rudert in Causa US Open zurück: "Froh, dass sie stattfinden"

Novak Djokovic hat sich bekanntlich recht skeptisch über die Maßnahmen für die Austragung der US Open geäußert. Nun ruderte der Weltranglisten-Erste im Gespräch mit Eurosports Tennis Legends Vodcast zurück. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 19.06.2020, 10:02 Uhr

Novak Djokovic hat sich nun doch "höchst erfreut" über das Stattfinden der US Open geäußert
Novak Djokovic hat sich nun doch "höchst erfreut" über das Stattfinden der US Open geäußert

Es waren Aussagen, die vielerorts für heftige Kritik sorgten. Novak Djokovic, Vorstand des Players Council und Weltranglistenerster, bezeichnete gegenüber einem serbischen TV-Sender die Maßnahmen der US Open als "extrem". Dass in Erwägung gezogen werde, nur einen Betreuer pro Spieler zu erlauben, sei für den Branchenprimus gar "unmöglich". Djokovic ging damals sogar so weit, ein Antreten seinerseits unter diesen Bedingungen auszuschließen. 

In seinem offiziellen Statement hat der amerikanische Tennisverband, USTA, nun zumindest den Hauptkritikpunkt Djokovics entschärft, zwei Zimmer á zwei Personen seien nun jedem Spieler zugesprochen worden, die Betreueranzahl damit bereits auf drei gestiegen. Ferner sei auch die Suche nach privaten Unterkünften erlaubt. Dass dürfte beim Branchenprimus für große Freude gesorgt haben, äußerte sich dieser doch nun durchaus positiv bezüglich des nun zweiten Grand Slam des Tennisjahres. 

"Ich bin sehr glücklich und aufgeregt, dass alle Turniere, insbesondere die Grand Slams, ihre Veranstaltungen organisieren", so der Serbe im Gespräch in Eurosports Tennis Legends Vodcast, der am 25. Juni erscheinen soll. "Wir sind natürlich sehr froh, dass dies geschieht, und es ist sehr wichtig, dass wir Möglichkeiten bieten, wir bieten Arbeitsplätze, wir bieten den Spielern die Möglichkeit, sich zu messen", führte Djokovic weiter aus. 

US Open ohne Qualifikation

"Ich bin sicher, dass ich im Namen aller Spieler und aller Tennisfans und aller am Ökosystem Tennis Beteiligten spreche. Darauf haben wir gewartet, seit all diesen Monaten!", konstatierte der Serbe. Gleichwohl betonte Djokovic aber, dass die Restriktionen nach wie vor sehr strikt seien, dass vor allem Reisebeschränkungen in einigen Ländern, wie etwa in Südamerika, ein Problem seien. "Hoffentlich wird sich das ändern: die ATP und die USTA, alle arbeiten daran. Im schlimmsten Fall wird es so bleiben, aber es ist noch Zeit", so der 17-fache Grand-Slam-Champion. 

Im Verlauf des Gespräches spricht Novak Djokovic auch einen Punkt an, der bei vielen Spielern äußerst kritisch gesehen wird: Den Wegfall der Qualifikation bei den US Open. Beim Grand Slam in New York City dürfen nämlich nur jene Spieler antreten, die sich aufgrund ihrer Weltranglistenposition qualifizieren, Chance, sich dank sportlicher Leistungen zu qualifizieren, wird es 2020 keine geben. Für den Serben sei es nun besonders wichtig, dass zumindest all jene Spieler, die bei den US Open an den Start gehen werden, die gleichen Chancen haben - vor allem in Hinblick auf die Anreise. "Es bleibt zu hoffen, dass jeder einzelne teilnehmende Spieler, die gleiche Chance hat, dorthin zu reisen und dort wie alle anderen anzutreten. Das ist sehr, sehr wichtig, denn dies ist die Grundlage der ATP und die Grundlage des internationalen Tennissports."

Bereits zwei Wochen nach den US Open wird im überarbeiteten Kalender das letzte Grand Slam des Jahres am Programm stehen, das Grand Slam in Paris, die French Open. Auch dieses Turnier wird mit einigen Herausforderungen zu kämpfen haben, der deutlich spätere Termin wird vor allem die Temperatur und das Wetter zu den entscheidenden Faktoren machen. Djokovic sieht dabei ein Novum bei den French Open 2020 als nützlich, um mit diesen Herausforderungen fertig zu werden. "Es ist großartig, dass wir in diesem Jahr ein Dach über Philippe Chatrier haben, das sind also die positiven Dinge, und ich freue mich darauf." Im Vorjahr war Djokovic in einem epischen Halbfinalspiel an Dominic Thiem gescheitert. 

Damit ist Novak Djokovic natürlich auch ein wenig zurückgerudert mit seiner recht negativen Haltung gegenüber etwaigen Restriktionen, die eine Wiederaufnahme der Tour bedingen. Restriktionen die bei seinem Tennisfest in Belgrad vergangenes Wochenende eine doch deutlich untergeordnete Rolle spielten. Handshakes, Umarmungen und Zuschauer standen dort an der Tagesordnung an Stelle von Social Distancing und Geisterturnieren. 

Djokovic: "Linie nicht überschritten"

Die entstandenen Bilder waren auf der einen Seite eine willkommene Abwechslung zu Zeiten von COVID-19, sorgten auf der anderen Seite aber auch für scharfe Kritik. Auch zu dieser hat sich Djokovic via Eurosport geäußert: "Es ist nicht einfach, den Leuten zu erklären, dass die Situation in den USA oder in Großbritannien eine komplett andere ist als in Serbien oder den umliegenden Ländern. Den Regeln und Maßnahmen, die von den Institutionen der Regierung und der öffentlichen Gesundheit festgelegt wurden, sind wir vom ersten Tag an gefolgt. Wir haben die Linien nicht überschritten", so der Weltranglistenerste. 

Nach diesen Aussagen des Serben scheint nun ein Antreten seinerseits bei den US Open wieder deutlich realistischer als noch vor einigen Tagen. Nach der verletzungsbedingten Absage Federers ist nun lediglich ein Statement Nadals von den "Big Three" ausständig, der sich ebenso recht kritisch zu den geplanten Maßnahmen beim Grand Slam in New York äußerte. Bei den Damen hingegen hat die Weltranglisten-Zweite, Simona Halep, bereits ihre Absage in Aussicht gestellt. 

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