Novak Djokovic - war das schon der Abschied von Melbourne?
In seiner Rede nach der Finalniederlage gegen Carlos Alcaraz bei den Australian Open 2026 säte Novak Djokovic leichte Zweifel, ob er denn in Melbourne noch einmal antreten wird.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
01.02.2026, 16:00 Uhr

Bei allem Respekt vor seinen bisherigen Gegnern in den zehn Endspielen bei den Australian Open davor: Es war wohl das erste Mal, dass Novak Djokovic neben seiner Sieger- auch eine Verliererrede vorbereitet hatte. Dass diese nun zum Einsatz kommen (und völlig wie erwartet auch warmherzig, witzig, grandios auch ausfallen) würde, war angesichts der Ausgangslage eigentlich keine Überraschung.
Ja, auch Carlos Alcaraz war am Freitag über die volle Distanz gezwungen worden, von einem Alexander Zverev, der den Einzug ins Finale schon auf seinem Schläger hatte. Aber es liegen halt doch 16 Jahre zwischen Djokovic und der spanischen Nummer eins der Welt. Und spätestens ab Mitte des zweiten Satzes hatte man den Eindruck, dass sich dieser Generation Gap auch in der Rod Laver Arena zeigte: Djokovic wurde nach seinem fast perfekten ersten Satz immer fehlerhafter, Alcaraz überwand den frühen Schock des 2:6 erstaunlich gut.
Was wenn Djokovic in den fünften Satz kommt?
Natürlich hätte es noch einmal richtig spannend werden können, hätte Novak Djokovic seinen Breakball zum 5:4 im vierten Durchgang verwertet. Denn in einem fünften Satz eines Endspiels bei einem Grand-Slam-Turnier gelten Gesetze, die noch viel eigener sind als im Fußball-Pokal.
So aber zog Carlos Alcaraz seinen Kopf aus der Schlinge, durfte sich wenige Minuten später erstmal als Sieger der Australian Open feiern lassen. Und als jüngster Spieler, dem es jemals gelungen ist, den Karriere-Grand-Slam zu komplettieren.
Novak Djokovic musste derweil vor den Augen seines langjährigen Konkurrenten Rafael Nadal zu oben erwähnter Niederlagen-Rede greifen. Und führt da unter anderem aus, dass man ja nicht wisse, was am kommenden Tag sein würde. Und schon gar nichtig einem halben Jahr. Musste man da zwischen den Zeilen lesen, dass Djokovic hiermit Abschied von Melbourne nimmt? Oder war die Äußerung der Enttäuschung nach der Vier-Satz-Niederlage gegen Alcaraz geschuldet?
Ganz glauben könnte man es ja nicht: Denn nach seinem Halbfinal-Triumph gegen Jannik Sinner hatte Djokovic noch mit all jenen abgerechnet, die gemeint hatten, er solle doch bald aufhören mit dem Tennissport. Das wäre in vielerlei Hinsicht bedauerlich. Zumal Novak Djokovic am Montag wieder als Nummer drei der Welt geführt wird.
Hier das Einzel-Tableau in Melbourne
