Ohrfeige und Polizei-Einsatz bei Tennis-Europe-Meeting

Bei einer Vorstandssitzung von Tennis Europe kam es zu Handgreiflichkeiten, zu denen auch die Polizei hinzugezogen wurde.

von Stefan Bergmann
zuletzt bearbeitet: 02.03.2022, 22:18 Uhr

© Getty Images
Der Sekretär des ukrainischen Tennisverbands Evegniy Zukin ohrfeigte bei einer Vorstandsvorsitzung von Tennis Europe den CEO Thomas Hammerl

Die Nerven liegen derzeit praktisch überall blank, der Krieg in der Ukraine lässt die Contenance gerade bei Menschen aus Osteuropa teils verständlicherweise vermissen. Diese Unruhe macht auch vor dem Tennissport nicht halt, die Wortmeldungen aus der Profiszene zum Angriffskrieg Russlands sind auf tennisnet.com bereits umfassend dokumentiert. Dass es auch auf Funktionärsebene gehörig brodelt, ist nicht weiter verwunderlich, die Ausmaße muten dann aber doch vergleichsweise skurril an.

So ist Thomas Hammerl, ehemaliger ÖTV-Geschäftsführer und nunmehriger CEO der European Tennis Federation (Tennis Europe), bei einem Meeting am vergangenen Wochenende vom Sekretär des ukrainischen Tennisverbandes Evgeniy Zukin geohrfeigt worden. Die Vorstandssitzung von Tennis Europe fand im türkischen Club Mega Saray in Antalya statt. Zukin sei wütend geworden, da der europäische Tennisverband seines Erachtens eine zu schwache Erklärung zum aktuellen Konflikt abgegeben habe.

Hordorff fordert Konsequenzen

Tennis Europe hatte alle Junior:innenveranstaltungen in Russland, Belarus und der Ukraine ausgesetzt und forderte in einer Stellungnahme die internationale Tennisgemeinschaft auf, sich solidarisch mit Spieler:innen aus den betroffenen Nationen zu zeigen, von denen keiner für die Maßnahmen der Regime ihrer Heimatländer bestraft oder beschuldigt werden sollte. Zukin fühlte sich hintergangen und gab zu deshalb Hammerl später an jenem Tag ins Gesicht geschlagen zu haben.

Zukin wurde daraufhin zu einer örtlichen Polizeistation gebracht, nachdem Beamte zu der Auseinandersetzung gerufen worden waren. Der Ukrainer entschuldigte sich bei Hammerl für den Vorfall, der die Erklärung des Osteuropäers auch postwendend akzeptierte. Der Vizepräsident des Deutschen Tennis Bundes, Dirk Hordorff, forderte auf Facebook hingegen disziplinäre Konsequenzen gegen Zukin ein: „Jeder Spieler würde in so einem Fall für mehrere Monate gesperrt werden.“

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von Stefan Bergmann

Mittwoch
02.03.2022, 15:18 Uhr
zuletzt bearbeitet: 02.03.2022, 22:18 Uhr