Ortstermin bei Babolat - Nadal und Thiem sind omnipräsent

In der Nähe von Lyon steht die Firmenzentrale von Babolat. Der Aufwand, der für Forschung, Produktion und Vertrieb getätigt wird, ist enorm.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 03.12.2019, 21:42 Uhr

Dominic Thiem ist bei Babolat prominent vertreten
© tennisnet
Dominic Thiem ist bei Babolat prominent vertreten

Von Jens Huiber aus Corbas

Dass die Gäste im Stammhaus von Babolat im Konferenzzimmer „Carlos Moya“ empfangen werden, hat einen ganz natürlichen Grund: Mit dem Triumph des Spaniers in Roland Garros 1998 hat sich der französische Hersteller erstmals als erfolgreicher Produzent auch von Tennisschlägern auf der Landkarte verewigt, zuvor war Babolat lediglich als Saitenhersteller ein veritabler Bestandteil des Profizirkus. Moya aber, das war der mit dem blauen Schläger, von dem keiner so recht wusste, wozu das Ding eigentlich fähig ist. Umso treffender, dass ebenjener Carlos Moya nun seit längerer Zeit als Coach von dem Mann reüssiert, den Babolat schon seit dessen frühester Jugend auf dem Schirm hatte: Rafael Nadal.

Und der Spanier ist auch in Corbas, wenige Kilometer außerhalb von Lyon gelegen, omnipräsent. Schon am Eingang grüßt Nadal von einem Plakat, in einer noch sehr jungen Ausgabe, gleich neben Jo-Wilfried Tsonga im Übrigen. Und so ziehen sich Poster des zwölfmaligen French-Open-Champions wie ein roter Faden durch das Firmengebäude, das neben dem weltweiten Logistikzentrum auch einen Teil der Saitenfabrikation beherbergt. Jenen für synthetische Bespannungen - die Produktion der Naturdarmsaiten, mittlerweile weltweit fast exklusiv bei Babolat, ist in der Bretagne beherbergt.

Bis zu acht einzelne, dünne Saiten werden hier zunächst in hochprozentigem Alkohol gewaschen, dann zu einer einzigen Saite verklebt, getrocknet, schließlich noch gezwirbelt. Und schon in der Arbeitsstrasse einem Belastungstest unterzogen. Abgepackt werden die Saiten in verschiedenen Tranchen, auf einer der großen Spulen finden 10 km Platz.

Pro Spule werden zehn Kilometer Saiten aufgezogen
© tennisnet
Pro Spule werden zehn Kilometer Saiten aufgezogen

Thiem besucht die Babolat-Fabrik

Die Herstellung läuft im Schichtbetrieb von Montag fünf Uhr Früh bis zum Samstag, ebenfalls fünf Uhr Früh. Zwölf Mitarbeiter beschäftigt Firmenchef Eric Babolat alleine in dieser Abteilung, die auch ein Kernstück des Unternehmens beherbergt: das sogenannte „Customizing“. Hier werden die Schläger für die Topstars nach Gewicht, Balance und Griffgröße an die Bedürfnisse angepasst, bis zu 40 Stück verbraucht ein Mann wie Dominic Thiem pro Saison etwa. All das, was den österreichischen Weltranglisten-Vierten erreicht, muss allerdings zunächst durch eine Teststrasse, wo die Biegfähigkeit der Rahmen ebenso überprüft wird wie die Belastbarkeit der Bespannung.

Griff ab - und ran an den Schläger
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Griff ab - und ran an den Schläger

Verändert werden in erster Linie Gewicht und Griffstärke, für jeden Spieler hat Babolat eine eigene Datei mit den genauen Spezifikationen angelegt.

Thiem hat der Fabrik im vergangenen Jahr einen Besuch abgestattet, er war ein wenig länger in Lyon, hat dort in der Woche vor den French Open das ATP-Tour-250-Turnier gewonnen. Thiem hat im Sommer 2019 die Saite gewechselt, die Zeit zwischen dem Ausscheiden in Wimbledon und der Rückkehr auf Sand in Hamburg zur Optimierung genutzt. Dominic Thiem hat visuell in der Forschungsabteilung einen Platz gefunden, einige personalisierten Rackets liegen in Corbas zum Versand bereit.

Einmal nach Mallorca, einmal nach Wien, bitte ...
© tennisnet
Einmal nach Mallorca, einmal nach Wien, bitte ...

Nadal wacht als Pappkamerad

Aber was für die österreichische Nummer eins recht ist, muss allen anderen Abnehmern von Babolat nur billig sein: Die weltweite Logistik nimmt hier ihren Ausgang, auch wenn bestimmte Produkte nicht in Frankreich gefertigt werden. Die Automatisierung ist weit vorangeschritten, dennoch kümmern sich mehr als 20 Fachkräfte um die Verpackung und Versand. Die dem großen spanischen Meister aber auch nicht auskommen: Selbst am Fließband, das die fertigen Produkte auf die Reise schickt, wacht Rafael Nadal als Pappkamerad über den ordnungsgemäßen Ablauf.

Der große Meister wacht auch zwischen Lieferbändern
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Der große Meister wacht auch zwischen Lieferbändern

 

 

 

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